Dringlichkeit, das Gute zu tun

Praktizieren bedeutet, dass wir eines Tages die Dinge so sehen, wie sie wirklich sind. Unseren Verfall, unsere Sterblichkeit, unser Altern erkennen und sie in uns aufnehmen. Und in dem Moment, wo wir das tun, kommt die Dringlichkeit hoch. Die Dringlichkeit, das Gute zu tun, die Dringlichkeit, sich selbst so zu entwickeln, dass die Problematik des Menschseins transzendiert wird.

Ayya Khema (1923 – 1997)

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Worte sind Gefäße

Die Voraussetzungen für den Seinsmodus sind Unabhängigkeit, Freiheit und das Vorhandensein kritischer Vernunft. Sein wesentlichstes Merkmal ist die Aktivität, nicht im Sinne von Geschäftigkeit, sondern im Sinne innerer Aktivität, dem produktiven Gebrauch menschlicher Fähigkeiten, Sein heißt, seinen Anlagen, seinen Talenten, dem Reichtum menschlicher Gaben Ausdruck zu verleihen, mit denen jeder – wenn auch in verschiedenem Maß – ausgestattet ist.
Es bedeutet, sich selbst zu erneuern, zu wachsen, sich zu verströmen, zu lieben, das Gefängnis des eigenen isolierten Ichs zu transzendieren, sich zu interessieren, zu geben.
Keines dieser Erlebnisse ist jedoch vollständig in Worten wiederzugeben. Worte sind Gefäße, die wir mit Erlebnissen füllen, doch diese quellen über das Gefäß hinaus. Worte weisen auf Erleben hin, sie sind nicht mit diesem identisch.

Erich Fromm (1900 – 1930)

Erfahrung des Urgrundes

Spiritualität gehört nicht zu einer Religion, sondern sie ist vielmehr eine Art des Seins, die in verschiedenen Kulturen je einen eigenen Ausdruck findet. Verstehen wir Zen in diesem Sinne als Wegweiser zur formlosen gemeinsamen Basis allen Seins und menschlichen Geistes, weist es über sich selber hinaus. Es geht nicht mehr um diesen Begriff und um die Zen-Lehre, sondern vielmehr um das Eigentliche seines Anliegens, um den letzten Kern der Existenz.

Ein neues Bewusstsein wird nicht mehr rein materiell orientiert sein, sondern viel mehr umfassen, und mit der Realisierung der tiefen Verbindung allen Seins wird es auch einen spirituellen Charakter aufweisen. Die Formen der verschiedenen Religionen müssen sich dabei weder auflösen, noch müssen sich die Religionen weiter bekämpfen, weil die Erkenntnis des gemeinsamen Urgrundes die religiösen Formen transzendiert. Im Austausch zwischen den Religionen geht es damit nicht mehr vorwiegend um einen „interreligiösen Dialog“, sondern vielmehr um die Bewusstwerdung der gemeinsamen Basis allen Geistes. Alle Religionen beschäftigen sich mit dem Unergründlichen – mit der letzten Wirklichkeit – ob dieses nun Gott, Jahwe, Allah, Brahma oder Buddhanatur genannt wird.

Jede Religion umfasst auch eine mystische Schule, die auf spirituelle Erfahrungen ausgerichtet ist – so die christliche Mystik, der Sufismus im Islam, die Kabbala im Judentum, und das Zen im Buddhismus. Sie fördern alle seit je her eine Erfahrung des Urgrundes – in unserer Kultur das „Göttliche“ genannt.

Der Zen-Lehrer Dieter Wartenweiler beim Sangha-Treffen der Glassmann-Lassalle-Linie am 16. Juni 2013 im Lassalle-Haus Edlibach/Zug in einem Impulsreferat zum Thema „Zen und Bewusstsein“

Mehr hier:
http://www.zendo-staefa.ch/Zen-und-Bewusstsein.pdf

Die fühlenden Wesen sind zahllos

Die fühlenden Wesen sind zahllos,
Wir geloben, sie zu befreien.

Die Illusionen sind unerschöpflich,
Wir geloben, sie zu transzendieren.

Die Dharmas sind unermesslich,
Wir geloben, sie zu meistern.

Buddhas Weg des Erwachens ist überaus erhaben,
Wir geloben, ihn zu verwirklichen.

Bodhisattva-Gelübde im Zen

Voraussetzungen für den Seinsmodus

Die Voraussetzungen für den Seinsmodus sind Unabhängigkeit, Freiheit und das Vorhandensein kritischer Vernunft. Sein wesentlichstes Merkmal ist die Aktivität, nicht im Sinne von Geschäftigkeit, sondern im Sinne innerer Aktivität, dem produktiven Gebrauch menschlicher Fähigkeiten, Sein heißt, seinen Anlagen, seinen Talenten, dem Reichtum menschlicher Gaben Ausdruck zu verleihen, mit denen jeder – wenn auch in verschiedenem Maß – ausgestattet ist.
Es bedeutet, sich selbst zu erneuern, zu wachsen, sich zu verströmen, zu lieben, das Gefängnis des eigenen isolierten Ichs zu transzendieren, sich zu interessieren, zu geben.
Keines dieser Erlebnisse ist jedoch vollständig in Worten wiederzugeben. Worte sind Gefäße, die wir mit Erlebnissen füllen, doch diese quellen über das Gefäß hinaus. Worte weisen auf Erleben hin, sie sind nicht mit diesem identisch.

Erich Fromm (1900 – 1930)