Meditation zu „Doing Nothing“

„Tue nichts“ sagte der Meditationslehrer von Yuval Noah Harari, wie der in seinen „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“ berichtet. „Tue nichts“, sagte sein Lehrer immer wieder. Ganz fern war das für Harari, fern von „allen möglichen komplizierten mystischen Theorien“, die er kannte.
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Es war Johannes Tauler, der Schüler Meister Eckharts, durch den der Kontakt von Rani Kaluza zu mir entstand. Wie nah ist der Gedanke vom Doing Nothing bei Tauler, der zum Beispiel in seiner Predigt 31 sagt:
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„Soll Gott wahrhaft zu dir sprechen, so müssen alle deine Kräfte schweigen. Nicht um ein Tun geht es, sondern um ein Nichttun“.
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Mich hat das sofort angesprochen. Mir war gleich sympathisch, dass Doing Nothing nicht in ein enges System eingepfercht, keine hierarchisch dominierte Methode, kein dogmatisch verbogenes Konzept ist.
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Ich habe Doing Nothing erfahren als ein: In sich gehen, schweigen, wahr-nehmen was ist, sich öffnen in den offenen Raum hinein – mit allem, was ich mitbringe. Das heißt für mich vor allem: Erwartungslos mit allen Gefühlen und Sinnen präsent werden und sein. Immer wieder neu mir und anderen begegnen. Das führt auch hinaus aus der Gefahr einer individualistischen Einzelmeditation, weil es im Prozess der Transformation die soziale Dimension des Menschen in die Mit-Welt öffnet.
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Doing Nothing – ein Nichttun: Im 21. Jahrhundert. Fern von komplizierten mystischen Theorien. Direkt und unmittelbar, offen und verbindlich zugleich.
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Werner Anahata

Publiziert auf dieser Seite: https://www.facebook.com/DoingNothingRetreats

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Zum Wahren erheben

aeltestesSteinhausIn Winkel steht das wohl älteste Steinhaus in Deutschland. Hier hat Hrabanus Maurus (um 780 – 856) gelebt  Foto: © wak

 

Der schwerfällige Geist
erhebt sich
mit Hilfe des Materiellen
zum Wahren.

Rosario Assunto (1915 – 1994) in „Die Theorie des Schönen im Mittelalter“ Köln 1963, S. 193

Die Wahrheit muss erfahren werden

Die Wahrheit muss erfahren werden und nicht geglaubt. Wenn du erst einmal an sie glaubst, wirst du sie niemals erfahren können. Die Wahrheit muss gesucht werden. Es ist notwendig, dass du allen Theorien und Ideologien, die aus den Schriften und Lehren von anderen kommen, misstraust. Wenn du nicht an ihnen zweifelst, dann wirst du völlig verwirrt werden. Wenn du etwas glaubst, dann hörst du genau da auf – bei deinem Glauben. Dein Gott wird ein Glaube sein, nicht eine Wahrheit. Dein eigenes Wesen wird nur ein Glaube sein, nicht etwas, das du gelebt hast, etwas, das du getanzt hast, etwas, das du berührt hast. Alle Glaubenssätze führen dich von dir weg.

Osho (1931 – 1990)

Einflüsse

Keine Tat bleibt ohne Ergebnisse im Leben, und der Glaube an die eine statt an die andere Theorie hat seine besonderen Einflüsse auf das Handeln: Auch der Irrtum hinterläßt Spuren; wenn er weit verbreitet ist und akzeptiert wird, kann er das Erreichen eines Zieles verlangsamen (wenn auch nicht verhindern).

Antonio Gramsci in: “ Utopie“ (25. Juli 1918)