Alles geben für alles

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Das „mystische Erlebnis“. Jederzeit: hier und jetzt – in Freiheit, die Distanz ist, in Schweigen, das aus Stille kommt. Jedoch – diese Freiheit ist eine Freiheit unter Tätigen, die Stille eine Stille zwischen Menschen. Das Mysterium ist ständig Wirklichkeit für den, der inmitten der Welt frei von sich selber ist: Wirklichkeit in ruhiger Reife, in der Bejahung hinnehmender Aufmerksamkeit. Der Weg zur Heilung geht in unserer Zeit notwendig über das Handeln. – „Man muss alles geben für alles.“

Dag Hammarskjöld (1905 – 1961) – Tagebucheintrag aus dem Jahr 1955

Wer sich nicht mit Politik befasst…

Wer sich nicht mit Politik befasst,
hat die politische Parteinahme,
die er sich sparen möchte,
bereits vollzogen:
Er dient der herrschenden Partei.

Max Frisch (1911 – 1991) in: Tagebuch 1946 – 1949, Frankfurt a. M., Suhrkamp 1972,  S. 329

Nicht diese Version

Einmal kündigte der Physiker Leo Szilard seinem Freund Hans Bethe an, er wolle eventuell ein Tagebuch führen:
„Ich habe nicht vor, etwas zu veröffentlichen. Ich möchte die Tatsachen nur festhalten, damit Gott Bescheid weiß.“
Daraufhin sagte Bethe:
„Glauben Sie nicht, dass Gott die Tatsache schon kennt?
„Ja“, erwiderte Szilard, „die Tatsachen kennt er. Aber diese Version der Tatsachen kennt er noch nicht“.

Hans Christian von Baeyer, Das Atom in der Falle. Einleitendes Zitat des Buches von Bill Bryson, Eine kurze Geschichte von fast allem. Goldmann-Verlag, München 11.Auflage 2005