Alle Kunst geht aus der Einheit der Seele hervor

Alle Kunst geht aus der Einheit der Seele hervor, und so wird sie dort, wo sie Eingang findet, auch wieder zur Einheit der Seele sprechen.

Daß der Künstler ein Suchender ist, um den passenden Ausdruck für sein Seelenbild zu finden, und daß ein Suchender auch irren kann, das müssen wir unserer Menschlichkeit schon zugestehen, und es soll schon vorgekommen sein, daß ein Künstler etwas ganz anderes gesucht und sogar auch gefunden hat, als was das kunstsinnige Publikum von ihm verlangt hat. – Denn die Wege des Lebens sind gar wunderbarlich. –

Gesammelte Zitate von Hans Thoma (1839 – 1924) aus J. A. Beringer: Thoma der Malerpoet (1910)

Weitere Zitate von Hans Thoma finden sich in dem Beitrag, der hier nachzulesen ist:

MAGISCHE BLÄTTER, BUCH X
CIII. Jahrgang, Juli 2022, Heft 7 / Thema: MATERIALIEN ZUM FILM

Bestellt werden kann die Ausgabe hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/publikationsreihe/magische-bl%C3%A4tter-buchreihe

Warte bis du in dich selber blickst

Rumi / Bild: Archiv

Warte, bis du in dich selber blickst –
Erkenne, was dort wächst.
O Suchender.
Ein Blatt in diesem Garten
Bedeutet mehr als alle Blätter,
Die im Paradies du findest!

Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (1207 – 1273)

Suchender und Findender werden

Foto: (c) wak

…ich sprach in dieser Weise:
daß der Mensch ein Gott in allen Dingen suchender
und ein Gott zu aller Zeit
und an allen Stätten
und bei allen Leuten
in allen Weisen
findender Mensch werden müßte.
Darin kann man allzeit
ohne Unterlaß zunehmen und wachsen
und nimmer an ein Ende kommen des Zunehmens.

Meister Eckhart (1260 bis 1328) in „Reden der Unterweisung“, XXII

Punkt des Nichts inmitten des Seins

Thomas Mertons Eremitage / Abbey of Gethsemani ~ wikimedia

Wüste und Leere. Das Unerschaffene ist für die Erschaffenen Trostlosigkeit und Leere. Nicht einmal Sand. Nicht einmal ein Stein. Nicht einmal bei Dunkelheit und Nacht. Eine brennende Wildnis wäre zumindest „etwas“. Es brennt und es ist wild. Aber das Ungeschaffene ist nichts. Brache. Die Leere. Die völlige Armut des Schöpfers. Doch alles entspringt dieser Armut. Die Einöde ist unerschöpflich. Unendliche Null. Alles stammt aus dieser Einöde. Alles will und kann dorthin zurückkehren. Denn wer kann schon ins Nichts zurückkehren? Doch jeder von uns ist ein Punkt des Nichts inmitten der Bewegung und ein Punkt des Nichts inmitten des Seins: der unvergleichliche Punkt, nicht durch Entdeckung. Wenn Sie sie suchen, werden Sie sie nicht finden. Wenn Sie nicht mehr suchen, ist sie da. Aber Sie sollten sich nicht darauf konzentrieren. Wenn Sie wissen, dass Sie ein Suchender sind, sind Sie verloren. Aber wenn Sie sich damit zufrieden geben, verloren zu gehen, werden Sie gefunden, ohne es zu wissen. Denn nur weil man sich verlaufen hat, ist man – endlich – nirgendwo.

Thomas Merton (1915 – 1968)

Mystiker unserer Zeit im Porträt – Buchtipp I

(Das Umschlagbild des Buches zeigt Bede Griffiths)

Roland R. Ropers

 Mystiker unserer Zeit im Porträt

topos premium / 172 Seiten  19,95 €,

ISBN: 978-3-8367-0032-0 / auch als E-Book

Kevelaer 2017

 

„Mystiker sind großartige Menschen ohne magische Erscheinung und ohne missionarisches Sendungsbewusstsein. Sie sind Leuchtfeuer und Wegweiser in das innerste Universum, wo jeder tiefreligiös Suchende an der Urquelle seine ewige Heimat finden kann. … Wer das Mysterium der Ewigen Wahrheit und Wirklichkeit durchdrungen hat, kann einem dogmatischen Glaubenssystem nicht untergeordnet werden.“ So führt Roland R. Ropers in sein Buch „Mystiker unserer Zeit im Porträt“ ein. Und wenig später schreibt er: „Die wirkliche Neugeburt findet nicht nach dem Tod statt, sondern ist die Rückbesinnung des Menschen auf die Qualität seines Denkens und Handelns, ist eine radikale Veränderung der Denkgewohnheiten in diesem Leben…“

Versehen mit einem knappen Titel und den Namen der porträtierten Mystikerinnen und Mystiker weist Ropers mit zumeist zwei bis vier Buchseiten auf diese Leuchtfeuer und Wegweiser hin und stellt ihr Leben und Werk vor. Die Grenzen konfessioneller Enge überschreitet er dabei erfrischend weit. So entsteht ein Kompendium interspiritueller mystischer Gedanken und ihrer Protagonisten, die teils bekannt scheinen, teils eher unerwartet daherkommen.

Wer sind sie nun, diese heutigen Mystikerinnen und Mystiker? Hier nur eine kleine Auswahl der knapp 70, die Ropers mit Papst Franziskus beginnen lässt: Sri Aurobindo, Charlotte Joko Beck, Eugen Biser, Leonard Bernstein, Carlo Carretto, Alexandra David Néel, Dorothy Day, John O’Donohue, Hans-Peter Dürr, Khalil Gibran, Bede Griffiths, Dag Hammerskjöld, Willigis Jäger, Hugo Makibi Enomiya-Lassalle, Henri Le Saux, Wladimir Lindenberg, Thomas Merton, Henri Nouwen, Raimon Panikkar, Thich Nhat Hanh, Valentin Tomberg…

Außer den biographischen Hinweisen gibt es Zitate der Mystikerinnen und Mystiker, die neugierig machen, mehr von ihnen zu erfahren, erspüren.

Kurz noch etwas über den Autoren: Roland Romuald Ropers ist 1945 geboren, Religionsphilosoph und Kontemplationslehrer. Er ist Oblate des Benediktinerordens und Begründer der „Etymosophie“. Bücher von ihm beschäftigten sich bereits in der Vergangenheit u.a. mit Hans-Peter Dürr, Bede Griffiths , Hugo Makibi Enomiya-Lassalle, Raimon Panikkar, also der Begegnung von östlicher und westlichen Spiritualitäten.

© Werner A. Krebber

 

Sich der natürlichen Freude hingeben

meherbabaBildquelle: wikimedia / gemeinfrei

 

Zur Meditation sollte man sich nicht überwinden müssen, so als ginge es darum, Lebertran zu schlucken. Meditation erfordert zwar Ernsthaftigkeit, jedoch nicht Feierlichkeit oder gar Schwermut. Humor und Heiterkeit sind der Meditation nicht nur nicht abträglich, sondern tragen tatsächlich zu deren Fortschritt bei.

Meditation sollte nicht zu etwas Widerwärtigem und Ermüdendem gemacht werden. Der Suchende sollte sich der natürlichen Freude, die mit erfolgreicher Meditation einhergeht, frei hingeben, ohne davon abhängig zu werden.

Meditation sollte sein wie ein Picknick auf den höheren Ebenen. Wie ein Ausflug in eine unbekannte herrliche Landschaft bringt auch Meditation ein Gefühl von Begeisterung, Abenteuer, Frieden und Freude mit sich.

Meher Baba (1894 – 1969)

Mehr über Meher Baba hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Meher_Baba

Im Dunkeln tappen

Will der Suchende rasch vorwärts kommen und aus der Hilfe des Meisters großen Nutzen ziehen, so muss er ein festes, unerschütterliches Vertrauen in sich selbst und in den Meister entwickeln … Der Suchende muss in der Tat bereit sein, die Möglichkeit ins Auge zu fassen, dass er von keinem seiner Freunde oder Angehörigen ganz verstanden wird, weil sie in Bezug auf die Ursachen seines Denkens und Handelns im Dunkeln tappen.

Meher Baba (1894 – 1969)

Mehr über Meher Baba hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Meher_Baba

Meditation: Begeisterung, Abenteuer, Frieden und Freude

Zur Meditation sollte man sich nicht überwinden müssen, so als ginge es darum, Lebertran zu schlucken. Meditation erfordert zwar Ernsthaftigkeit, jedoch nicht Feierlichkeit oder gar Schwermut. Humor und Heiterkeit sind der Meditation nicht nur nicht abträglich, sondern tragen tatsächlich zu deren Fortschritt bei.

Meditation sollte nicht zu etwas Widerwärtigem und Ermüdendem gemacht werden. Der Suchende sollte sich der natürlichen Freude, die mit erfolgreicher Meditation einhergeht, frei hingeben, ohne davon abhängig zu werden.

Meditation sollte sein wie ein Picknick auf den höheren Ebenen. Wie ein Ausflug in eine unbekannte herrliche Landschaft bringt auch Meditation ein Gefühl von Begeisterung, Abenteuer, Frieden und Freude mit sich.

Meher Baba (1894 – 1969)

Mehr über Meher Baba hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Meher_Baba

Erleuchtet oder verblendet …

Meister Hui-Hai (720-814) wurde gefragt: „Sind Taoismus, Konfuzianismus und Buddhismus drei verschiedene Lehren oder gleich?“
Er antwortete daraufhin: „Für die von großer Einsicht sind sie gleich. Für die von mittlerer Einsicht sind sie verschieden. Sie kommen alle aus der einen Wahrheit, aber jeder analytische Ansatz lässt sie wie drei aussehen. Ob einer aber Erleuchtung findet oder verblendet bleibt, hängt vom Suchenden selbst ab, nicht von den Unterschieden der Lehre.“

Vertrauen in sich und den Meister

Will der Suchende rasch vorwärts kommen und aus der Hilfe des Meisters großen Nutzen ziehen, so muss er ein festes, unerschütterliches Vertrauen in sich selbst und in den Meister entwickeln … Der Suchende muss in der Tat bereit sein, die Möglichkeit ins Auge zu fassen, dass er von keinem seiner Freunde oder Angehörigen ganz verstanden wird, weil sie in Bezug auf die Ursachen seines Denkens und Handelns im Dunkeln tappen.

Meher Baba (1894 – 1969)