Spiel des Ewigen mit uns Sterblichen

Foto: © wak

Und wie wäre es,
wenn das Kommen und Gehen der Zeit, in das wir uns eingespannt finden,
das Kommen und Gehen, in dem uns unaufhörlich
der Ball sich erneuernder Gegenwart zugespielt wird,
dass wir ihn fingen und zurückgäben,
und in dem ebenso unaufhörlich
alle Bälle und alle Schläger uns wieder weggenommen werden,
um am Orte Nirgendwo aufbewahrt zu werden:
Wie wäre es, wenn dies, das Kommen und Gehen,
der Gang und das Spiel des Ewigen mit uns Sterblichen wäre?

Bernhard Welte (1906-1983)

aum und die Stille

aum wird die «vierfache Silbe» genannt: a-u-m — und was ist das vierte Element?
Es ist die Stille, aus der aum hervorgeht und in die es wieder zurückgeht und die ihm zugrunde liegt.

Mein Leben ist das a-u-m, aber es existiert darüberhinaus eine diesem zugrunde liegende Stille. Sie ist das, was wir das Unsterbliche nennen würden. Dies ist das Sterbliche, und jenes ist das Unsterbliche, und es gäbe das Sterbliche nicht, wenn das Unsterbliche nicht wäre. Wir haben zu unterscheiden zwischen dem sterblichen Aspekt und dem unsterblichen Aspekt unserer eigenen Existenz.

Joseph Campbell  (1904 – 1987) in: The Power of Myth