Die Leere hält das Rad

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Jeder ist im Kern seines Wesens, seines Selbst, Leere, analog zu der Nabe eines Rades. Ein Rad besteht aus Speichen, die aufgrund eine Nabe miteinander verbunden sind. Diese Leere hält das Rad.
Auf genau die gleiche Weise hat unser Lebensrad eine Leere, ein Nicht-Sein zum Zentrum; diese Leere nennen wir gewöhnlich unser Selbst. Wenn wir dies erkannt haben, wird uns die Absurdität dessen, was wir bisher geglaubt, erkannt und getan haben, bewusst – und wir fangen zu lachen an.

Hans-Peter Hempel: Im Hier und Jetzt. Unterweisungen im Zen-Yoga. Leipzig 2002, S. 156

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Dreißig Speichen umgeben eine Nabe…

Dreißig Speichen umgeben eine Nabe:
In ihrem Nichts besteht des Wagens Werk.
Man höhlet Ton und bildet ihn zu Töpfen:
In ihrem Nichts besteht der Töpfe Werk.
Man gräbt Türen und Fenster, damit die Kammer werde:
In ihrem Nichts besteht der Kammer Werk.

Darum: Was ist, dient zum Besitz.
Was nicht ist, dient zum Werk.

Laotse ( 6. Jh. v.u.Z.)

 

Die Leere macht es

Dreißig Speichen treffen die Nabe;
Die Leere dazwischen
macht das Rad.

Lehm formt der Töpfer zu Gefäßen;
Die Leere darinnen
macht das Gefäß.

Fenstern und Türen bricht man in Mauern;
die Leere damitten macht die Behausung.

Das Sichtbare bildet die Form eines Werkes,
Das Nicht-Sichtbare macht seinen Wert aus.

Lao Tse (zwischen 600 und 300 v.u.Z.)