Nichts als Gott allein

Lehrender Shankara ~ Bild: wikimedia/gemeinfrei

 

In einer Strophe sei verkündet,
was sich in tausend Bücher findet:
Nur Gott ist wirklich, die Welt ist Schein,
Die Seele ist nichts als Gott allein.

Shankara (* um 788- um 820)

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Die Harmonie von ewigem Sein

swami_vivekanandaVivekananda   Bildquelle: wikimedia / gemeinfrei

In einer Epoche der Menschheitsgeschichte, die eine Höhe intellektueller Entwicklung erklommen hat, wie man sie vor hundert Jahren nicht erträumen konnte, und die einen wissenschaftlichen Fortschritt gebracht hat, der vor fünfzig Jahren für unmöglich gehalten wurde, kann man die Herzen der Welt nicht in enge Schranken bannen. Wenn man versucht, die Menschen in enge Grenzen zu verweisen, erniedrigt man sie zu Tieren und gedankenlosen Massen und tötet ihr sittliches Leben.

Was wir heute brauchen, ist das edelste Herz in Verbindung mit dem höchsten Verstand, die grenzenlose Liebe in Verbindung mit unendlicher Weisheit. Sein ohne Wissen und Liebe gibt es nicht; Wissen ohne Liebe, und Liebe ohne Wissen gibt es nicht. Unser Ziel ist die Harmonie von ewigem Sein, unendlichem Wissen und ewiger Glückseligkeit. Wir wollen Harmonie und nicht einseitige Entwicklung, den Verstand eines Shankara mit dem Herzen eines Buddha. Wollen wir uns alle bestreben, diese begnadete Verbindung zu verwirklichen.

Vivekananda (1863 – 1902)

Klares Unterscheiden

Wir arbeiten nicht,
um die Wirklichkeit wahrzunehmen,
sondern um den Geist zu läutern.

Keine zehn Millionen Handlungen bringen
die Wahrnehmung der Wirklichkeit zustande,
es geschieht nur
durch klares Unterscheiden.

Shankara (um 788 – um 820)

Wahrnehmung der Wahrheit

Wir arbeiten nicht, um die Wirklichkeit wahrzunehmen, sondern um den Geist zu läutern. Keine zehn Millionen Handlungen bringen die Wahrnehmung der Wahrheit zustande. Es geschieht nur durch klares Unterscheiden.

Shankara (etwa 788-820)

Ich bin das Göttliche

Weder Gemüt, Verstand, Ego oder Erinnerung bin ich,
noch Ohr, Zunge, noch Nase, Auge,
noch Raum, Erde, noch Feuer, noch Luft,
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Weder das, was als Prana angesehen wird, noch die fünf Körperwinde,
weder die sieben Körperbestandteile, noch die fünf Hüllen um den Atman,
nicht Sprachorgan, Hand, Fuß, nicht Geschlechtsorgan noch Anus,
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Zu mir gehören weder Abneigung noch Anhaftung, weder Gier noch Verblendung,
Aufregung ist nicht mein, noch der Zustand des Neids.
Weder Dharma, noch Karriere, noch Genuss, noch Befreiung,
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Weder Tugend noch Laster, weder Freude noch Leid,
weder Mantra noch Wallfahrtsort, weder Heilige Schrift noch heiliger Ritus,
ich bin weder das Genießens noch was genossen wird noch der Genießende
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Mein sind nicht Tod, noch Furcht, noch Standesunterschiede,
ich habe weder Vater noch Mutter, noch Geburt,
weder Verwandte noch Freund, weder Guru noch Schüler
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Ich bin ohne Subjekt-Objekt-Unterscheidung, gestaltlosen Wesens,
und aufgrund von Durchdringendheit für die Sinnesorgane überall.
Weder gebunden, noch befreit, noch erfassbar,
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Shankara (etwa 788-820)

In hundert Äonen nicht

Rede, so viel du willst, über Philosophie, verehre so viele Götter, wie du willst, nimm an allen Riten teil, singe Lieder der Hingabe an alle möglichen göttlichen Wesen – solange du das Eine Wahre Selbst nicht wahrnimmst, wirst du in hundert Äonen nicht befreit.

Shankara (ca. 788-820)

Die Herzen der Welt

In einer Epoche der Menschheitsgeschichte, die eine Höhe intellektueller Entwicklung erklommen hat, wie man sie vor hundert Jahren nicht erträumen konnte, und die einen wissenschaftlichen Fortschritt gebracht hat, der vor fünfzig Jahren für unmöglich gehalten wurde, kann man die Herzen der Welt nicht in enge Schranken bannen. Wenn man versucht, die Menschen in enge Grenzen zu verweisen, erniedrigt man sie zu Tieren und gedankenlosen Massen und tötet ihr sittliches Leben.

Was wir heute brauchen, ist das edelste Herz in Verbindung mit dem höchsten Verstand, die grenzenlose Liebe in Verbindung mit unendlicher Weisheit. Sein ohne Wissen und Liebe gibt es nicht; Wissen ohne Liebe, und Liebe ohne Wissen gibt es nicht. Unser Ziel ist die Harmonie von ewigem Sein, unendlichem Wissen und ewiger Glückseligkeit. Wir wollen Harmonie und nicht einseitige Entwicklung, den Verstand eines Shankara mit dem Herzen eines Buddha. Wollen wir uns alle bestreben, diese begnadete Verbindung zu verwirklichen.

Swami Vivekananda (1863 – 1902)