Suchet Ihn in allen Seelen

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Suchet Ihn in allen Seelen,
gut oder schlecht,
weise und töricht,
attraktiv und unattraktiv;
In den Tiefen eines jeden ist Gott.

Hazrat Inayat Khan (1882 -1927)

Gefunden habe ich diesen Gedanken hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/01/24/grundlegende-gutheit-innere-freude-buchtipp-v/

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Im Hunger der Seelen anfangen

Gedenktafel am Böhme-Haus im heute polnischen Zgorcelec (Görlitz) Foto: © wak

Denn nicht durch unsere scharfe Vernunft und Forschen erlangen wir den wahren Grund göttlicher Erkenntnis. Die Forschung muss von innen im Hunger der Seelen anfangen. Denn das Vernunftforschen gehet nur bis in sein Astrum der äußern Welt, daraus die Vernunft urständet. Aber die Seele forschet in ihrem Astro, als in der innern geistlichen Welt, daraus die sichtbare Welt entstanden oder ausgeflossen ist, darinnen sie mit ihrem Grunde stehet.

Jakob Böhme (1575 – 1624)

Geister und Seelen befruchtet und befrachtet

heer_eckhart

Im November 1956 erschien eine von Friedrich Heer herausgegebene Sammlung von Texten Meister Eckharts. In seiner Einleitung schreibt Heer unter anderem:

Was Meister Eckhart von der „Wallung“, vom  „Ausfluß“ und vom „Überkochen“ der Gottheit sagt, erfährt er an sich selbst. Die Gottheit „kocht über“ wie ein Gefäß, das übervoll ist; und ihr gleichend, weil zutiefst verwandt, weil ihr „Sohn“, kocht der Meister Eckhart über und befruchtet und zerstört mit seinen Lavamassen die Gefilde der Menschen. Eckhart, ein Vulkan. Eckhart, ein großer Zerstörer. Eckhart, ein Quell, der durch die Jahrhunderte hindurch Geister und Seelen befruchtet und befrachtet.

Friedrich Heer (1916 – 1983) über Meister Eckhart

Mehr hier:
http://www.ellopos.net/theology/eckhart-heer.asp

Hingabe

Bei der Hingabe bildet der gegenwärtige Augenblick die einzige Richtschnur. Die Seele verhält sich dabei leicht wie eine Feder, flüssig wie Wasser, schlicht wie ein Kind. Sie bleibt beweglich wie ein Ball, um jeden Antrieb der Gnade zu empfangen und auszuführen. Flüssigem Metall gleich, weisen solche Seelen keinen Widerstand und keine Härten mehr auf. Wie dieses alle Formen des Modells annimmt, in den man es gießt, so nehmen sie widerstandslos alle Formen an, die Gott ihnen geben will. Ihre Haltung gleicht der Luft, die jedem Windhauch offen steht; sie gleicht dem Wasser, das sich an jedes Gefäß anschmiegt

Jean Pierre de Caussade (1675 – 1751)

Vaterunser des Yogananda

O Himmlischer Vater, Mutter, Freund, geliebter Gott!
Mögen wir nicht aufhören, schweigend Deinen heiligen Namen zu wiederholen,
bis wir Dir immer ähnlicher werden.
Erfülle uns mit göttlicher Begeisterung, damit wir nicht mehr die Materie, sondern nur noch Dich anbeten.
Läutere unsere Herzen, damit sich Dein Vollkommenes Reich durch uns auf Erden offenbare und alle Völker von Ihrem Elend erlöst werden.
Mögen unsere befreiten Seelen auch nach außen hin Gutes wirken.
Stärke unseren Willen, damit wir unsere weltlichen Wünsche überwinden und stets im Einklang mit Deinem fehlerlosen Willen handeln.
Gib uns unser täglich Brot: Nahrung, Gesundheit und Wohlergehen für den Körper, Leistungsfähigkeit für den Geist und vor allem Deine Liebe und Deine Weisheit für unsere Seele.
Nach Deinem Gesetz „wird man uns mit dem Maß, mit dem wir messen, wieder messen.“
Mögen wir allen, die uns kränken, vergeben und nie vergessen, dass wir selbst von Deiner Gnade abhängig sind.
Laß uns nicht durch den Mißbrauch unserer gottgegebenen Vernunft in die Grube des Irrtums fallen. Wenn es aber Dein Wille ist, O Geist, uns zu prüfen, so mache Dich selbst verlockender als alle Versuchungen.
Hilf uns, die schattenhaften Fesseln des einzigen Übels abzuwerfen: in Unkenntnis Deiner selbst zu leben.
Denn Dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkei in Ewigkeit.
Amen

Paramanahansa Yogananda (1893 – 1952)