Mutter Gottes in der Sonne

 

MutterGottesinderSonne

Mutter Gottes in der Sonne, Köln um 1390

Im Kölner Schnütgen-Museum fand ich jetzt diese Mariendarstellung, die mir sehr gut gefiel. Im Internet fand ich dann Erläuterungen dazu:

Diese Bildvorstellung hat ihre Wurzeln in der Vision der »Ara Coeli« in der Legenda aurea des Jacobus de Voragine. Dort wird unter Berufung auf Papst Innozenz III. von einer Weissagung der Sibylle auf Veranlassung des Kaisers Augustus berichtet, wonach ihr ein goldener Kreis oder Strahlenkranz um die Sonne erschien >und mitten in dem Kreis die allerschönste Jungfrau, die stand über einem Altar und hielt ein Kind auf ihrem Schoß«; der Ort dieser Weissagung hieß danach Sancta Maria Ara Coeli. Zusammen mit Apokalypse 12,12; »Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau mit der Sonne bekleidet« wurde die Prophezeiung mit Maria gleichgesetzt und als Typus zur Geburt Christ im 15. Jahrhundert etwa in den Tres riches his des Duc de Berry und den Illustrationen des Speculum humane salvationis aufgenommen.

Den kompletten Text von Klaus Arnold finden sie hier:
http://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/k/keh01006535.txt

Aus der Tiefe zum Sein

Ein Tropfen, der aus einer Regenwolke fiel,
Erschrak vor der Weite der See:
Wer bin ich in der Unermesslichkeit des Ozeans?
Wenn ER ist, dann bin ich in Wahrheit nicht!
Während er sich mit den Augen der Verachtung betrachtete,
Nährte ihn eine Muschel in ihrem Schoß.

Der Himmel lenkte die Geschicke so,
Dass eine berühmte, eine königliche Perle heranwuchs:
Aus der Tiefe stieg er zur Höhe empor
Und klopfte an die Tür des Nichts:
Bis das Sein heraustrat.

Idries Shah (1924-1996)