Unseren unvoreingenommenen Seinszustand entdecken

Meditation gibt uns die Möglichkeit, uns im Mittleren Weg zu üben – darin, genau im Brennpunkt zu bleiben. Wir werden ermutigt, nichts von dem zu beurteilen, was in unserem Geist vor sich geht. Tatsächlich werden wir ermutigt, nach nichts von dem zu greifen, was in unserem Geist vor sich geht. Was wir gewöhnlich als gut oder schlecht klassifizieren, akzeptieren wir – ohne das ganze, üblicherweise mit richtig oder falsch einhergehende Drama -, einfach als Denken. Wir werden angewiesen, die Gedanken einfach kommen und gehen zu lassen, als berührten wir eine Seifenblase mit einem Federchen. Diese schlichte Disziplin bereitet uns darauf vor, mit dem Kämpfen aufzuhören und einen frischen, unvoreingenommenen Seinszustand zu entdecken.

Pema Chödrön / Deirdre Blomfield-Brown (* 1936) in: Wenn alles zusammenbricht. Hilfestellung für schwierige Zeiten. Hamburg 1998, S. 92-93

 

Sich dem Leben öffnen und Kommunikation damit eingehen

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Vielleicht wird dies einige Leute aus der Fassung bringen, doch ich fürchte, Liebe hat keinesfalls nur mit Erfahrung von Schönheit und romantischem Glück zu tun. Zur Liebe gehört auch Häßlichkeit und Schmerz und Aggression, gemeinsam mit der Schönheit der Welt. Sie ist nicht die Wiedererschaffung eines himmlischen Zustandes. Liebe oder Mitgefühl, der offene Weg, bezieht sich auf das, „was ist“. Damit wir Liebe entwickeln können – universelle Liebe, kosmische Liebe oder wie wir sie sonst bezeichnen wollen -, müssen wir die gesamte Lebenssituation akzeptieren, mit ihren hellen und dunklen, ihren guten und schlechten Seiten. Wir müssen uns dem Leben öffnen und eine Kommunikation damit eingehen.

Chögyam Trungpa (1939 – 1987) in: Spirituellen Materialismus durchschneiden

Wahres Kino

Gilles Deleuze (1925 – 1995) in: Texte zum Geistigen im Film

TEXTE ZUM GEISTIGEN IM FILM | ANTHOLOGIE / PUBLIKATIONSREIHE 
Ausgewählt von Hauke Johanna Gerdes, Jan Korthäuer, Klaus Weingarten 
Anthologie mit Essays zur kommenden und notwendigen Erschließung unserer inneren Wirklichkeiten und der Rolle, welche die Filmkunst in diesem Prozess spielen könnte. Konstruktive Visionen für die Herstellung und die Verbreitung geistig wertvoller Filme, die zur Erkenntnis des spezifisch Menschlichen und Ewigen anregen, das in jedem von uns lebt. 
 
Jubiläumsausgabe zum 25-jährigen Bestehen des Filmlabors Sector 16. 82 Seiten, u.a. mit Texten von Fred Kelemen, Wolf-Otto Pfeiffer und Ronald Steckel. 
Gebundene Ausgabe mit Prägedruck 22,00 € *

Absicht, Pfad und Frucht

Wenn die Absicht gut ist,
werden Pfad und Frucht gut sein.

Wenn die Absicht schlecht ist,
werden Pfad und Frucht schlecht sein.

Da also alles
von der guten Absicht abhängig ist,
strebe stets danach,
eine positive Geisteshaltung zu pflegen.

Jigme Lingpa (1729–1798)

Erweise dich als eine Schale und nicht als ein Kanal

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Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast
gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie gefüllt ist. Auf
diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter.
Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen, und habe nicht den Wunsch,
freigiebiger zu sein als Gott. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit
Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See. Du tue das Gleiche! Zuerst
anfüllen und dann ausgießen. Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen,
nicht auszuströmen. Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn
du nämlich mit dir selber schlecht umgehst, wem bist du dann gut? Wenn du kannst,
hilf mir aus deiner Fülle; wenn nicht, schone dich.

Bernhard von Clairvaux (um 1090 -1153)

Positive Geisteshaltung pflegen

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Wenn die Absicht gut ist,
werden Pfad und Frucht gut sein.
Wenn die Absicht schlecht ist,
werden Pfad und Frucht schlecht sein.
Da also alles
von der guten Absicht abhängig ist,
strebe stets danach,
eine positive Geisteshaltung zu pflegen.

Jigme Lingpa (1729–1798)

 

 

Suchet Ihn in allen Seelen

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Suchet Ihn in allen Seelen,
gut oder schlecht,
weise und töricht,
attraktiv und unattraktiv;
In den Tiefen eines jeden ist Gott.

Hazrat Inayat Khan (1882 -1927)

Gefunden habe ich diesen Gedanken hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/01/24/grundlegende-gutheit-innere-freude-buchtipp-v/

Erinnere dich, dass alles gut ist

Erinnere dich immer tief in deinem Herzen, dass alles gut ist und es sich so entfaltet, wie es soll. Es gibt keine Fehler, nirgendwo, niemals. Wenn etwas falsch erscheint, dann liegt das nur an deinen eigenen falschen Vorstellungen, das ist alles. Das Universum, in dem wir leben, ist in Wirklichkeit Brahman, absolute Realität, absolutes Bewusstsein. Es ist Ausdruck von Vollkommenheit, von vollkommenem Leben, vollkommener Glückseligkeit, vollkommenen Seins. Diese Vollkommenheit kennt kein Richtig oder Falsch, Gut oder Schlecht, Glücklich oder Traurig. Sie kennt nur sich selbst als Vollkommenheit. Du bist das. Du bist das Selbst, dieses vollkommene, unveränderliche Selbst. Nichts anderes existiert. Nichts anderes hat je existiert. Nichts anderes wird je existieren. Es gibt nur dieses eine Selbst, und du bist das.

Robert Adams (1928-1997)

Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen

Wir steigen in dieselben Flüsse, und tun es doch nicht.
Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.

Alles fließt, nichts ruht.
Alles vergeht, nichts dauert.
Kaltes wird warm, Warmes wird kalt.
Feuchtes trocknet, und Trockenes wird feucht.
Durch Krankheit wird Gesundheit schön;
durch das Schlechte wird das Gute gut;
durch Hunger: Sättigung;
durch Mühe: Schlaf.

Lebendig oder tot sein,
schlafend oder wach, jung oder alt – alles ist eins.
Das eine schlägt jeweils ins andere um,
und umgekehrt –
mit einer schnellen, unverhofften Wendung.

Erst werden die Dinge auseinandergesprengt,
dann werden sie wieder zusammengefügt.
Alles kommt zu seiner Zeit.

Heraklit (544 bis 483 v.u.Z.)

Aus der Fülle ausgießen

Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast
gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie gefüllt ist. Auf
diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter.
Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen, und habe nicht den Wunsch,
freigiebiger zu sein als Gott. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit
Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See. Du tue das Gleiche! Zuerst
anfüllen und dann ausgießen. Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen,
nicht auszuströmen. Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn
du nämlich mit dir selber schlecht umgehst, wem bist du dann gut? Wenn du kannst,
hilf mir aus deiner Fülle; wenn nicht, schone dich.

Bernhard von Clairvaux (um 1090 -1153)