Es muss eine Stunde am Tag geben…

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Es muss eine Stunde am Tag geben, wo der planende Mensch alle seine Pläne vergisst und handelt, als hätte er überhaupt keine.
Es muss eine Stunde am Tag geben, wo der Mensch, der zu reden hat, verstummt. Dann formt er im Geist keine Anträge mehr, und er fragt sich: Hatten sie einen Sinn?
Es muss eine Stunde geben, wo der Mensch des Gebets anfängt zu beten, als geschähe es zum ersten Mal in seinem Leben, wo der Mann der Entschlüsse seine Entschlüsse beiseite schiebt, als wären sie alle zerronnen, und wo er eine neue Weisheit lernt: die Sonne vom Mond zu unterscheiden, Sterne vom Dunkel, das Meer vom festen Land und den Nachthimmel von der Wölbung eines Hügels.

Thomas Merton (1915 – 1968)

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In die Zukunft schieben

Der Verstand macht jeden Wunsch zum Ziel.
Wer aber wach werden will, darf das Wachwerden nicht zum Ziel machen.
Der Verstand muss jeden Wunsch zum Ziel machen, er kann gar nicht anders, denn in der Gegenwart kann er nicht existieren.
In die Vergangenheit kann er den Wunsch nicht platzieren, weil einer, der wünscht, noch nicht hat, was er wünscht.
Deshalb muss er jeden Wunsch in die Zukunft schieben – auch das Ganzaufwachen, die Erleuchtung.

Henning von der Osten (1926 – 2008)

Erleuchtung

Der Verstand macht jeden Wunsch zum Ziel.
Wer aber wach werden will, darf das Wachwerden nicht zum Ziel machen.
Der Verstand muss jeden Wunsch zum Ziel machen, er kann gar nicht anders, denn in der Gegenwart kann er nicht existieren.
In die Vergangenheit kann er den Wunsch nicht platzieren, weil einer, der wünscht, noch nicht hat, was er wünscht.
Deshalb muss er jeden Wunsch in die Zukunft schieben – auch das Ganzaufwachen, die Erleuchtung.

Henning von der Osten (1926 – 2008)