Die Welt neu erschaffen


Jeden Tag und jedes Jahr
Wird die Welt neu erschaffen
Wer seine fünf Sinne zusammen hat
Erkennt dies und weiß
Ehrfürchtig zu leben.

Angesichts der andauernden Schöpfung
Und wer seinen sechsten Sinn
Noch wach hat
Steht dem Tag und dem Jahr bei
Beteiligt sich an deren Schaffen
Zupft dieses zurecht
Fügt jenes hinzu.

Die Welt ist ein gemeinsames
Fortlaufendes Werk.

Galsan Tschinag (*1944)

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Unser Dasein ist ein Gasthaus

Unser menschliches Dasein ist ein Gasthaus.
Allmorgendlich eine Neuankunft.

Eine Freude, ein Moment der Traurigkeit,
eine Gewohnheit, ein Geistesblitz
stehen unerwartet vor der Tür.

Heiße sie willkommen und bitte sie alle herein!
Und sei es eine Bande von Sorgen,
die rücksichtslos durchs Haus dir fegen
und es all seines Mobiliars berauben.

Selbst solchen Gästen erweise die Ehre.
Womöglich schaffen sie in dir nur Raum
für neue Freude.

Dem düsteren Gedanken, der Scham, der Hinterlist,
öffne ihnen die Tür und lass sie lachend ein.

Sei dankbar für jeden, der kommt,
denn ein jeder ist dir von oben gesandt,
um dir den Weg zu weisen.

Dschelaluddin Rumi / Mevlana (1207-1273) zugeschrieben

Aufrichtend

Es gibt nur einen Bezugspunkt, auf den wir uns verlassen können und der uns vor Täuschungen bewahrt, nämlich das Wissen, dass das grundlegende Gutsein schon in uns ist. Dieses Wissen kann man durch die Praxis der Meditation als Gewissheit erfahren. In der Meditation können wir einen Geisteszustand erfahren, der ohne Hintergedanken und frei von Angst und Zweifeln ist. Dieser Geisteszustand wird durch das Auf und Ab der Gedanken und Emotionen nicht erschüttert.

Anfangs erhascht man nur flüchtige Blicke auf diesen Zustand, man sieht einen Funken un-bedingten, grundlegenden Gutseins. Dadurch fühlt man sich noch nicht vollkommen frei oder durch und durch gut, aber man erkennt, dass Wachheit und Gutsein schon da sind. Jetzt kann man von Zweifeln und Zaghaftigkeit loslassen und ohne Täuschung leben. Es gibt etwas Aufrichtendes in unserem Leben, das einfach existiert, ohne dass wir es erst schaffen müssen.

Chögyam Trungpa (1939 – 1987) in: Das Buch vom meditativen Leben, S. 92-93

Ewig Neues

Es gibt kein Vergangenes, das man zurücksehnen darf, es gibt nur ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen der Vergangenheit gestaltet, und die echte Sehnsucht muß stets produktiv sein, ein Neues, Besseres zu schaffen.

Giordano Bruno (1548 – 1600)

 

Widows of India

WidowsofIndia

“Witwen” sind in Indien nicht nur Ehefrauen, die um ihren verstorbenen Mann trauern. Sie haben ihre ganze Existenzberechtigung, ihre Familie, ihr Hab und Gut, sowie ihr gesamtes soziales Leben, Achtung und Menschenwürde verloren.

Eine Witwe in Indien hatte in der Vergangenheit als “ideale Gattin” ihrem Mann in den Tod zu folgen, d.h. sie wurde bei lebendigem Leib mit seiner Leiche zusammen auf dem Scheiterhaufen verbrannt (Sati). Obwohl diese Praxis seit ca. 200 Jahren verboten ist, ist nicht auszuschließen, dass sie nicht mehr geschieht, wobei der Ort, die Familie und die tote Witwe in früheren Zeiten, Bewunderung, Ehre und heilige Berühmtheit erlangten.

Die Witwen heute sind sozial tot und sexuell verfügbar für jeden Mann. Sie werden verantwortlich gemacht für den Tod ihres Gatten und gelten von nun an als “Unglücksbringerinnen”. Ihre Teilnahme an religiösen Feiern und familiären Festen ist nicht mehr erwünscht. Eine Witwe hat nur theoretisch Anspruch auf ein Erbe. Eine nochmalige Heirat ist unmöglich, auch wenn sie noch sehr jung ist. Wenn sie nicht selbst das Haus der Schwiegerfamilie verlässt, wird sie nicht selten mit den Worten: “Geh weg und stirb!” aus dem Haus gejagt.

Da die alten Witwen ebenso wie die jungen Frauen in ländlichen Gegenden nicht lesen und schreiben können und keinen Beruf erlernt haben, ist ihre Situation so aussichtslos, dass sie sich verstecken und ihren Selbstmord planen.

Die moderne indische Regierung hat das Problem wohl erkannt und eine kleine monatliche Pension für Witwen ermöglicht. Diese zu bekommen ist jedoch für die Witwen eine unerreichbare Herkulesaufgabe. Schon die Beschaffung der Formulare, Bescheinigungen und Nachweise ist für sie unmöglich. Außerdem verfügen sie über keine finanziellen Mittel, um die hohen Bestechungsgelder zu bezahlen.

In Südindien leben die alten Witwen auf den Straßen. Sie schlafen in den Ecken von alten Tempeln, in Gärten oder Hauseingängen und betteln. Man sagt, dass schon der Schatten einer Witwe, der auf dich fällt, dir Unglück bringt. So leben sie in Isolation und Elend auf den Straßen Indiens. Ihre Zahl wird auf 33 – 40 Millionen geschätzt.

Hier setzt die Arbeit von „Widows of India“ an.

Ziel des Vereins ist es, dass Witwen und alleinstehende Frauen in Indien geachtet und sie in ihrer Menschenwürde respektiert werden. Dazu wurde der Verein “Om Shanthi e.V.” gegründet. Witwen und verelendete, alleinstehende Frauen, werden darin unterstützt, Anträge für die staatliche Witwenpension auszufüllen und zu stellen. Der Verein bietet Trainingsprogramme an, damit die Frauen den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder bald selbst sichern können. Ergänzt wird das Angebot durch kostenlose medizinische Versorgung im Shanthimalai-Krankenhaus und Hilfe bei allen darüber hinaus gehenden Problemen.

Jeder Euro Spende kann helfen, dass diese wichtige Arbeit effektiv fortgesetzt werden kann:

Auf der Homepage des Projektes heißt es:

OM SHANTHI e.V. möchte Würde und Respekt für unsere indischen Schwestern schaffen. Wir möchten die Herzen öffnen und Bewusstsein ändern, um unsere eigenen günstigen Lebensbedingungen mit bedürftigen Frauen zu teilen. Auf diese Weise können wir ein glücklicheres Leben für uns alle erreichen.

Am 21.9.2013 wurde unser gemeinnütziger Verein “Om Shanthi e.V. – Hilfe für Witwen in Indien” gegründet. Er verfolgt ausschließlich gemeinnützige und mildtätige Zwecke in Bezug auf Hilfeleistung und Schutz für geächtete Witwen und alleinstehende Frauen in Südindien. Wir sind berechtigt,  für Spenden Zuwendungsbestätigungen nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck auszustellen. (Nach dem uns zugegangenen Freistellungsbescheid des Finanzamts Bonn-Innenstadt, Steuer-Nr. 205/5767/2654VBZ70 vom 16.1.2014 nach Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftssteuergesetzes sind wir von der Körperschaftssteuer befreit.)

Spendenkonto für den Verein Om Shanthi e.V. ist ab November 2013:
Sparkasse Köln-Bonn
Kto.Nr.: 1931768152
BLZ: 37050198

IBAN: DE63 37050198 1931 7681 52
COLSDE33XXX

Wir garantieren, dass Ihre Spende direkt und ohne Abzüge den Frauen in Indien zugute kommt.“

 

Beachten Sie bitte auch den Kommentar der Gründerin von Om Shanthi e.V.

https://mystikaktuell.wordpress.com/2015/02/24/widows-of-india/#comments

Das höchste Gute gleicht dem Wasser

Das höchste Gute gleicht dem Wasser.
Des Wassers Gutsein: Es nützt den zehntausend Wesen,
Aber macht ihnen nichts streitig;
Es weilt an Orten,
Die die Menge der Menschen verabscheut.
Darum ist es nahe dem Weg.

Gut ist beim Wohnen: der Grund.
Gut ist beim Sinnen: die Tiefe.
Gut ist beim Geben: die Menschlichkeit.
Gut ist beim Reden: die Treulichkeit.
Gut ist beim Herrschen: die Ordnung.
Gut ist beim Schaffen: die Fähigkeit.
Gut beim Sich-Regen: die rechte Zeit.

Wohl! Nur, wer sich nicht streitet,
Ist gegen Schmähung gefeit.

Laotse ( 6. Jh. v.u.Z.) im Tao-Tê-King