Tanz: Brücke zwischen Himmel und Erde

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Die Magie des heiligen oder sakralen Tanzes baut eine Brücke zwischen Himmel und Erde. Wenn man sie sich in einem Flammenkreis vorstellt, versinnbildlicht sie das Dasein, das, wenn aufgehoben, im Leben mündet.
So führt zum Beispiel der Tanz der Derwische in kreisartiger Bewegung von der Peripherie zum Zentrum, also zum Wesen des spirituellen Daseins, in einem Wort: zur Brücke.
Der Tanz überträgt auf seine Weise die geheimnisvollen Werte der Religionen, weshalb man behauptete, er sei göttlichen Ursprungs. Er ist die Sprache des Unbewussten und drückt Werte aus die sich im tiefsten Grunde des Wesens verbergen.
Durch den Tanz offenbart sich die Poesie des Rhythmus, denn die Poesie ist eine Gabe des Lebens. Kriegerisch, kraftvoll, erotisch, mystisch versucht der Tanz auszudrücken, dass Energien auf allen Ebenen des Universums schwingen. Er übermittelt eine Boschaft, die erhebt, weil sie Botschaft der Harmonie ist.

Frédéric Lionel (1908 – 1999)

 

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Alte Kirchen – neue Inhalte?

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Martin Schneider über die neue Nutzung alter Kirchen in Gelsenkirchen

in der „Süddeutschen“ vom 14. März 2015

Es ist ein Kreuz mit alten Kirchen. In Gelsenkirchen sogar Heilig-Kreuz (und Sankt Georg). Zwei Kirchen, deren ursprünglicher Sinn, darin Messe zu feiern etc. ad acta gelegt wurde. Und was für Kirchen!

http://de.wikipedia.org/wiki/Heilig_Kreuz_%28Gelsenkirchen%29

http://www.lwl.org/kulturatlas/Panorama?0=182625

http://de.wikipedia.org/wiki/St.-Georgs-Kirche_%28Gelsenkirchen%29

Dabei geht es nicht nur darum, dass sakrale Räume aufgegeben und einer neuen Nutzung zugeführt werden.  Die mag so sinnvoll sein wie immer sie will. Genannt werden für die Aufgabe von Gebäuden mit sinnstiftender Funktion immer finanzielle Gründe, die hier z.B. das Bistum Essen dazu bewegen. Und dieses Bistum steht da nicht allein – es ist bundesweit so zur Devise geworden: Was sich nicht „rechnet“ muss weg.

Tragisch daran ist, dass Menschen ein Stück Heimat, ein Ort der Begegnung – mit Gott und mit Menschen, ein Zuhause, ein Stück Sicherheit etc. genommen wird. Menschen, die in diesen Kirchen zum Teil alt geworden sind. Sie werden allein gelassen von einer Institution, deren eigentliche Aufgabe es ist (oder war?), Sinn zu stiften. Aus einer vorgeschobenen finanziellen Notwendigkeit wird so ein pastorales Desaster mit einer nicht nur „metaphysischen“ Heimatlosigkeit. Und ein Stück mehr Kulturverlust.