Der Sufismus oder die Mystik

Der Sufismus oder die Mystik

  1. ist die Essenz alles Wissens.
  2. Er ist die Reinigung des Herzens und der Seele.
  3. Er ist das Vereintwerden mit Gott.
  4. Er ist das Wegnehmen der Schleier zwischen Mensch und Gott.
  5. Er ist die Bemeisterung der Gegenwart und die Sicherung der Zukunft.
  6. Er ist die Aufopferung der Ichheit.
  7. Er ist der Verzicht auf die Güter beider Welten.
  8. Er ist das innere Sichfinden, das innere Lauschen und das innere Entzücken.
  9. Er ist die Einweihung im Tempel der Wahrheit.
  10. Er ist die Entzündung des Gottesfunkens im Herzen.
  11. Er ist das Verzichten auf die Selbstüberhebung und Selbstanbetung.
  12. Er ist der Führer zur Einheit.
  13. Er ist das Schließen der Augen für alles außer Gott.
  14. Er ist das Nichtsein in sich und das Da-Sein in Gott,
  15. Er ist das Aufheben des Vorhanges der Geheimnisse Gottes.
  16. Er ist das Erlöstsein vom Ich und das Vereintsein mit dem Du.
  17. Er ist das Nichtsein, das alles Dasein umschließt.
  18. Er ist das Sichselbstbeschauen der Seele im Spiegel der göttlichen Liebe.
  19. Er ist das Schweigen der Vergänglichkeit und das Reden der Ewigkeit im Menschen.
  20. Er ist das Sterben, welches das ewige Leben in sich trägt.
  21. Er ist das Empfinden des Erlöstseins vom Dasein und vom Nichtdasein.

Iranschähr, Hossein Kazemzadeh (1884 -1962): Leben und Sprüche der Sufi-Meister des Islams,, Berlin 1934, S. 11-12

 

 

Eine der revolutionärsten Lehren

Foto: © wak

H. G. Wells (1866 – 1946 ) in seinem Vorwort zu dem Buch „Über Gott und die Welt. Revolutionäre Texte aus dem Neuen Testament.“ Zürich 1973, S. 13

Schweigen: ein Stern, der die Bahn wandelt

Skulptur Martin Bubers in Heppenheim  Foto: © wak

 

Das Schweigen ist unser schützendes Symbolon gegen die Götter und Engel des Getriebes: unsere Hut wider seine Irrgänge, unsere Reinigung wider seine Unreinheit. Wir schweigen das Erlebnis, und es ist ein Stern, der die Bahn wandelt. Wir reden es, und es ist hingeworfen unter die Tritte des Marktes. Wir sind dem Herrn stille, da macht er Wohnung bei uns; wir sagen Herr, Herr, da haben wir ihn verloren. Aber so gerade ist es mit uns: wir müssen reden. Und unsere Rede wölbt einen Himmel  über uns und die Andern einen Himmel: Dichtung, Liebe, Zukunft. Aber eines ist nicht unter diesem Himmel; das Eine, das not tut.

Martin Buber (1878 – 1965) in seinem Text „Ekstase und Bekenntnis“

 

Brunnen: Erlösung und Reinigung

Brunnen im Garten des Klosters Dalheim     Foto: © wak

Der Brunnen gilt symbolisch  als Zugang zu einer anderen Welt, er ist zugleich Übergang und Grenze zwischen Bewusstsein und Unbewusstem. Im christlichen Kontext bedeutet der Brunnen Erlösung und Reinigung.

Mehr zum Thema Brunnen und seiner Bedeutung ist hier zu finden: http://www.symbolonline.de/index.php?title=Brunnen

Wo Atheisten recht und Gläubige unrecht haben

Die Religion als Quelle des Trostes ist ein Hindernis für den wahren Glauben, und in diesem Sinn ist der Atheismus eine Reinigung.

Ich muss mit dem Teil meiner selbst Atheist sein, der nicht für Gott gemacht ist. Von den Menschen, bei denen der übernatürliche Teil ihrer selbst noch nicht erwacht ist, haben die Atheisten recht und die Gläubigen unrecht.

Simone Weil (1909 – 1943)

 

Gefunden habe ich diese bemerkens-werten Sätze auf einer Seite von Antje Schrupp:

http://gottundco.wordpress.com/2014/10/25/es-ist-besser-gar-nicht-uber-gott-zu-sprechen-als-falsch/