Katharer im Kölner Mystikkreis (4. November)

Das Bild von Pedro Berruguete (um 1495) zeigt den heiligen Dominikus und die Katharer in Albi (1207): Katholische und katharische Schriften werden ins Feuer geworfen, doch nur letztere verbrennen (wikimedia, gemeinfrei)

 

Sonntag, den 4. November werden wir uns im Mystikkreis Köln ab 10.00 h mit den Katharern beschäftigen.

Wer die Katharer waren, die sich selbst nicht Katharer sondern „gute Menschen“ oder „wahre Christen“ nannten und warum sie um 1320 herum im päpstlichen Kreuzzug ausgerottet wurden, wird ein Thema sein, dem Werner A. Krebber sich annähern wird. Welche Bedeutung sie als Reformbewegung hatten, wie sie historisch einzuordnen sind, was von ihrem Erbe geblieben ist.

„Annähern“ auch deswegen, weil diese mehrere Hundert Jahre zurückliegende Geschichte und Ereignisse zum Teil nicht mehr sicher nachzuprüfen sind. Es sind nur noch weniger belegbare Fakten übrig, die aber deswegen nicht weniger interessant sind. Vieles ist in den Feuern der Inquisition verbrannt, das Erbe einer Bewegung, die auf einem speziellen Einweihungsweg (Geisttaufe) beruhte, Wissen, das schon damals nur wenigen Vertrauenswürdigen weitergegeben wurde.

Rani wird von dem erzählen, was der zweiwöchige Aufenthalt in der Region und ihre Meditationen in der Burgruine in ihr bewirkt haben. Sie wird über ihre inneren Prozesse aber auch Widerstände berichten, über die Segnungen und Einsichten, die ihr geschenkt wurden.

Originalton Rani: Die Frage, mit der ich dort hin gereist bin, lautete: Ist es möglich für mich als feinfühliger, spirituell erfahrener Mensch, mich den Geheimnissen von Montsegur innerlich, d.h. geistig zu nähern, und damit etwas über dieses spirituellen Erbe, das vor über 800 Jahren vernichtet worden ist, in heutige Erfahrung zu bringen ? Eine Antwort werdet ihr am 4. November hören.

Zudem besteht noch die Gelegenheit den Film „Der Seher“ von Lars Mühl zu sehen, welcher eine kontemporäre Einweihungsgeschichte zum Thema hat, die Geschichte eines Schülers und eines Lehrer, dem Seher, Calle de Montsegur, dessen Weisheit offenbar die z.T. direkt auf die Quellen der Katharer zurückgreift. Diese Film und das dazugehörende Buch haben Rani sehr beeindruckt und letztendlich den Anlass dazu gegeben die Reise zum Montsegur zu unternehmen.

Trailer zu dem Film: https://www.youtube.com/watch?v=2PitKSyw7QQ

 

Freundliche Grüße von

Rani Kaluza / Werner A. Krebber

Siehe auch hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/10/23/mystik-kreis-am-4-november-die-katharer-glaube-im-widerpruch/

 

Mystik-Kreis am 4. November: Die Katharer – Glaube im Widerspruch

Foto: privat

Liebe Freunde und Teilnehmer der Mystik-Gruppe, liebe Interessierte,

wir möchten Euch darüber informieren, dass wir unser Thema für den nächsten Sonntag aus aktuellem Anlass verändert haben.

Anstatt uns mit der „Dunklen Nacht der Seele“ von Johannes von Kreuz zu beschäftigen, wird Rani Kaluza über ihre kürzliche Reise ins Land der Katharer (Süd-Frankreich) berichten, genauer gesagt, von ihrem  Besuch auf dem Berg und der Hochburg Montsegur.

Wer die Katharer waren, die sich selbst nicht Katharer sondern „gute Menschen“ oder „wahre Christen“ nannten und warum sie um 1320 herum  im päpstlichen Kreuzzug ausgerottet wurden, wird ein Thema sein, dem Werner  A Krebber sich annähern wird. Welche Bedeutung sie als Reformbewegung hatten, wie sie historisch einzuordnen sind, was von ihrem Erbe geblieben ist.

„Annähern“ auch deswegen, weil diese mehrere Hundert Jahre zurückliegende Geschichte und Ereignisse zum Teil nicht mehr sicher nachzuprüfen sind. Es sind nur noch weniger belegbare Fakten übrig, die aber deswegen nicht weniger interessant sind. Vieles ist in den Feuern der Inquisition verbrannt, das Erbe einer Bewegung, die auf einem speziellen Einweihungsweg (Geisttaufe) beruhte, Wissen, das schon damals nur wenigen Vertrauenswürdigen weitergegeben wurde.

Rani wird von dem  erzählen, was der zweiwöchige Aufenthalt in der Region und ihre Meditationen in der Burgruine in ihr bewirkt haben. Sie wird über ihre inneren Prozesse aber auch Widerstände berichten, über die Segnungen und Einsichten, die ihr geschenkt wurden.

Originalton Rani: Die Frage, mit der ich dort hin gereist bin, lautete: Ist es möglich für mich als feinfühliger, spirituell erfahrener Mensch, mich den Geheimnissen von Montsegur innerlich, d.h. geistig zu nähern, und damit etwas über dieses spirituellen Erbe, das vor über 800 Jahren vernichtet worden ist, in heutige Erfahrung zu bringen ? Eine Antwort werdet ihr am 4. November hören.

Ab 15.00 h besteht zudem noch die Gelegenheit den Film „Der Seher“ von Lars Muhl zu sehen, welcher eine kontemporäre Einweihungsgeschichte zum Thema hat, die Geschichte eines Schülers und eines Lehrer, dem Seher, Calle de Montsegur, dessen Weisheit offenbar die z.T. direkt auf die Quellen der Katharer zurückgreift. Dieser Film und das dazugehörende Buch haben Rani sehr beeindruckt und letztendlich den Anlass dazu gegeben die Reise zum Montsegur zu unternehmen.

Trailer zu dem Film: https://www.youtube.com/watch?v=2PitKSyw7QQ

Freundliche Grüße

Rani Kaluza / Werner A. Krebber

 

P.S. Das Thema „Dunkle Nacht – Johannes vom Kreuz“ wird zu einem späteren Zeitpunkt aufgegriffen.

 

Sonntag 4. November, 10.00 h – 15.00 h bei Rani / danach optional der Film

 

Rani Kaluza / Rolandswerther Strasse 14 / 50937 Köln / Tel: 0221 2406997 /

Werner A. Krebber / Nansenstraße 4/1 / 45886 Gelsenkirchen / Tel: 0209 205695

 

 

 

Beginen: Mystik, Verfolgung und Verurteilung

Das reformerische Wirken wie die Mystik der Beginen haben nicht nur Anklang gefunden. Noch 1235 hatte Papst Gregor IX. um Schutz für die Beginen gebeten und ersucht, dass man sie vor unsittlicher Belästigung bewahre. Auch Innozenz IV. ermahnt die Bischöfe von Münster und Osnabrück, die Beginen zu schützen. Aber es ist sicher, dass von Anfang an der „status beginarum“, jener außerhalb von kirchlichen Ordnungen stehender eigene Weg, seit Anfang an eher für Befremden und Unruhe als für Wohlwollen sorgte. So wird bereits in der Synode von Eichstätt etwa 1284 darauf gedrungen, dass zwar die ehrbaren und unbescholten lebenden Beginen zu schützen seien. Dagegen solle man gegen die lasterhaften und verdorbenen mit Strenge vorgehen. Um 1300 bereits droht die Bewegung zu kippen. In ihrer Arbeit stellt Gertrud Neumann fest: „Zu Ausgang des 13. Jahrhunderts liefert das Beginen- und Begardentum der zeitgenössischen, vornehmlich der klerikalen Kritik, neben dem Argument, eine religiös unstabile, gefährdete und untragbare Lebensform zu sein, noch das weitere, dass dieses Leben zu vagierendem Herumtreiben und zu ketzerischer Eigenwilligkeit führe. Dabei wird die Mehrheit der in Selbstbeschränkung lebenden Gemeinschaften dem Verdikt, das wenigen Außenseitern angemessen ist, ohne Unterschied unterworfen.“

So werden 1290 im elsässischen Colmar vom Lektor des Minoritenklosters zwei Beginen und zwei Begarden unter dem Verdacht der Ketzerei festgenommen. Schon 1311 verurteilt das Konzil von Vienne Auffassungen, die von Beginen geäußert wurden.

„Nachdem wir mehrfach über sie solch ungünstigen Urteile und noch andere gehört haben, halten Wir sie mit gutem Recht für verdächtig und glauben, mit Zustimmung des heiligen Konzils, ihre Lebensweise verbieten und vollkommen aus der Kirche Gottes entfernen zu sollen.“ Ausgenommen waren von dem Dekret jene „frommen Frauen, die das Gelübde der Enthaltsamkeit abgelegt oder auch nicht abgelegt haben und ehrsam in ihren Hospizen leben … dass sie weiterhin Buße tun und Gott im Geiste der Demut dienen.“

Das Verbot von Papst Clemens V. saß. Die Inquisition hat dafür gesorgt, dass die Beginen radikal verfolgt wurden. In der Folge dieses Verbotes waren immer mehr Beginen dazu verdammt worden, dass sie entweder ihre Gemeinschaften auflösten oder aber sich – quasi unter Zwang – in Orden einfügten. Dabei war es eine doppelte Gefährdung: Einerseits waren es die immer rigider werdenden Forderungen und Maßnahmen von Kaiser, Kurie und Bischöfen, die darauf drangen eine anerkannte Ordensregel anzunehmen. Andererseits war es die von Anfang an lose Struktur der Bewegung, die zu den Veränderungen führten. Schon Mitte des 14. Jahrhunderts nehmen Beginengemeinschaften beispielsweise die Dritte Regel des Heiligen Franziskus an oder die Augustinerregel. In Essen beispielsweise war es so, dass der 1342 urkundliche Konvent im „Neuen Hagen“ 1839 auf Verlangen des Erzbischofs in die „Kongregation der barmherzigen Schwestern der heiligen Elisabeth“ übergegangen ist. Die letzte Begine dieses Konventes starb 1884, nachdem sie noch 25 Jahre als Vorsteherin eines Armen- und Waisenhauses tätig gewesen war.

Werner Krebber in: Die Beginen –  Mystikerinnen der Tat: Geschichte und Aktualität. Auszug aus der stark gekürzten und aktualisierten Fassung eines Vortrags am 10.10.2007 in der Begegnungsstätte Kleine Synagoge, Erfurt. Anlass war der 800. Geburtstag der Elisabeth von Thüringen.

https://mystikaktuell.wordpress.com/2010/11/21/beginen-mystikerinnen-des-tuns/