Was können wir wissen…

Was können wir wissen?
Was dürfen wir hoffen?

Was sollen wir tun?

Woher kommen wir?
Wohin gehen wir?

Und wozu das Ganze?

Gar nichts?
Alles?

Unser Bestes,
vielleicht?

Aus der Dunkelheit?
Ins Licht?

Ha! Dieses größte
aller Rätsel!

Nicht zu fassen,
das alles.

Nur ab und zu

blitzt

etwas auf:
sekundenkurz,

hell

in der
Dunkelheit:

lässt sich blicken,
lässt sich fixieren

durch die unschärfste
schärfste

Logik:

durch die unscharfe
scharfe

Linse

der Poesie

Aus: Schlaflos, Hannah Buchholz, 2014

http://linden.kutv.de/Lyrik-Kunst-und-Text/Buchholz-Hannah-Schlaflos::2.html

 

Hannah Buchholz ganz herzlichen Dank von mir dafür, dass ich dieses Gedicht an diesem Tag online stellen darf. (werner anahata krebber)

 

Mehr Gedichte von Hannah Buchholz hier:

lbhb

 

 

 

 

https://hannahbuchholz.wordpress.com/

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Klage nicht

Klage nicht, daß du in Fesseln seist geschlagen.
Klage nicht, daß du der Erde Joch mußt tragen.
Klage nicht, die weite Welt sei ein Gefängnis;
zum Gefängnis machen sie nur deine Klagen.
Frage nicht, wie sich dies Rätsel wird entfalten;
schön entfalten wird sich’s ohne deine Fragen.
Sage nicht, die Liebe habe dich verlassen,
wen hat Liebe je verlassen? Kannst du’s sagen?
Zage nicht, wenn dich der grimme Tod will schrecken;
er erliegt dem, der ihn antritt ohne Zagen.
Jage nicht das flücht’ge Reh des Weltgenusses!
Denn es wird ein Leu und wird den Jäger jagen.
Schlage nicht dich selbst in Fesseln, Herz, so wirst du
klagen nicht, daß du in Fesseln seist geschlagen.

Jelal-ad-Din Rumi (1207-1273) in einer Übersetzung von Friedrich Rückert (1788 – 1866)

Quelle: http://12koerbe.de/