Einen Geschmack von der Wahrheit haben

Wer einen Geschmack von der Wahrheit hat und sich ganz darauf ausrichtet, der kann sich nicht sorgen. Genau das unterscheidet Menschen des Wegs von Menschen, die diesen Weg nicht für sich wählen. Es ist die große Unterscheidung, die im Herzen und im Leben geschieht. Religiosität ist keine Frage der Zugehörigkeit zu irgendeiner Organisation, keine Frage von irgendeinem Ritus, keine Frage von Struktur, sondern eine viel, viel tiefere, essenziellere Frage. Eine Sangha versammelt Menschen, die diese grundlegende Ausrichtung haben – oder entwickeln können. Auch das ist ja nicht plötzlich zu hundert Prozent da.
Sangha, das kann die Schönheit sein, die darin liegt, sich nicht allein zu wissen auf diesem weglosen Weg, der einen plötzlich von all dem wegzuführen scheint, was Eltern und Schule gepredigt haben. Die Schönheit auch, die in der sich vervielfachenden Kraft liegt, die Menschen plötzlich freisetzen, wenn sie sich auf die Suche machen und erste Goldkörnchen finden. Die Schönheit, die im Austausch mit Gleichgesinnten liegt, im gemeinsamen Praktizieren, im gemeinsamen Wachsen. Die Schönheit auch, wenn du erkennst, dass dir der andere, ob du ihn nun magst oder nicht, immer genau das spiegelt, was du erkennen solltest für dein Wachsen.

Pyar Rauch (*1960) in: Satsang: Die spirituelle Suche nach Wahrheit und Erkenntnis. Kreuzlingen/München 2006, S. 87-88

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Alles zusammen – echt, rund

Es gibt nicht
den kleinsten, den leisesten
Widerspruch
zwischen
Stille, Meditation, Universum, Gott
und dem Stehen
auf unserer Mutter Erde.

Ganz im Gegenteil:
Erst all das
wirklich zusammen,
ist echt,
ist rund.

Pyar (*1960) In: Pyar Troll, Poesie der Stille – Tanz des Lebens. Anleitungen um Da-Sein, o.O. 2002, S. 276

 

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Durch mein Versehen war dieser Kommentar gestern verschwunden. Hier sei er nachgeholt.

werner anahata

Mitgefühl aus der Fülle

Aus der Fülle erwächst das Mit-Empfinden mit allem. Jesus lebt in Fülle, in Stille, in Gebet, in Hingabe, in absoluter Bedingungslosigkeit und in absolutem Dasein, er weicht nicht zurück.
Und aus dieser Fülle erwächst Mitgefühl als natürliche Aktivität der Fülle, als natürliche Schwingung.
Sei also in Frieden und fürchte dich nicht!

Pyar Troll-Rauch (*1960)

Geschmack von Wahrheit

Wer einen Geschmack von der Wahrheit hat und sich ganz darauf ausrichtet, der kann sich nicht sorgen. Genau das unterscheidet Menschen des Wegs von Menschen, die diesen Weg nicht für sich wählen. Es ist die große Unterscheidung, die im Herzen und im Leben geschieht. Religiosität ist keine Frage der Zugehörigkeit zu irgendeiner Organisation, keine Frage von irgendeinem Ritus, keine Frage von Struktur, sondern eine viel, viel tiefere, essenziellere Frage. Eine Sangha versammelt Menschen, die diese grundlegende Ausrichtung haben – oder entwickeln können. Auch das ist ja nicht plötzlich zu hundert Prozent da.
Sangha, das kann die Schönheit sein, die darin liegt, sich nicht allein zu wissen auf diesem weglosen Weg, der einen plötzlich von all dem wegzuführen scheint, was Eltern und Schule gepredigt haben. Die Schönheit auch, die in der sich vervielfachenden Kraft liegt, die Menschen plötzlich freisetzen, wenn sie sich auf die Suche machen und erste Goldkörnchen finden. Die Schönheit, die im Austausch mit Gleichgesinnten liegt, im gemeinsamen Praktizieren, im gemeinsamen Wachsen. Die Schönheit auch, wenn du erkennst, dass dir der andere, ob du ihn nun magst oder nicht, immer genau das spiegelt, was du erkennen solltest für dein Wachsen.

Pyar (*1960) in: Satsang: Die spirituelle Suche nach Wahrheit und Erkenntnis. Kreuzlingen/München 2006, S. 87-88

P.S. Dies ist Post 1.111 …

Vertrauen ist eine Brücke

Vertrauen kann die Brücke in die Transzendenz bauen. Im Sanskrit nennt man das Sraddha. Sraddha bedeutet, sein Herz auf etwas setzen. In einem Sutra des Pali-Kanons vergleicht Buddha diese Art des Vertrauens mit einemVogel, der dem Baum traut, in dem er sein Nest baut. Ich sage zum Beispiel den Menschen wieder und wieder, dass jeder Mensch im Grunde gut ist, dass der Kern aller Wesen Buddhanatur ist. Während ich so spreche, ist mir natürlich klar, dass nicht alle Zuhörer selbst so von sich denken oder empfinden. An einem solchen Punkt ist Vertrauen eine Brücke. Wenn es mir gelingt, dass die Zuhörer mir vertrauen, dann ist es für sie viel leichter, selbst zu diesem Erfahren, dieser Gewissheit in sich zu gelangen.

Pyar Rauch (*1960)

Vom Vertrauen zum Erfahren

Vertrauen kann die Brücke in die Transzendenz bauen. Im Sanskrit nennt man das Sraddha. Sraddha bedeutet, sein Herz auf etwas setzen. In einem Sutra des Pali-Kanons vergleicht Buddha diese Art des Vertrauens mit einemVogel, der dem Baum traut, in dem er sein Nest baut. Ich sage zum Beispiel den Menschen wieder und wieder, dass jeder Mensch im Grunde gut ist, dass der Kern aller Wesen Buddhanatur ist. Während ich so spreche, ist mir natürlich klar, dass nicht alle Zuhörer selbst so von sich denken oder empfinden. An einemsolchen Punkt ist Vertrauen eine Brücke. Wenn es mir gelingt, dass die Zuhörer mir vertrauen, dann ist es für sie viel leichter, selbst zu diesem Erfahren, dieser Gewissheit in sich zu gelangen.

Pyar Troll-Rauch (*1960)

Aus einem Interview von „connection spirit“ mit Pyar. Das ganze Interview kann man hier lesen: http://www.pyar.de/Materialien/conn%20pyar_7-8-11.pdf

Von Buddhanatur nicht getrennt

Ein Schüler fragte Meister Tozan (807 – 869 u.Z.):
„Wie können wir heiß und kalt vermeiden?“
Wissen wollte er damit eigentlich:
Wie komme ich in die Stille, in die Mitte von allem? Er fragt aber zugleich nach einer Möglichkeit des Ausweichens, der Flucht, fragt eigentlich: Wie können wir der Dualität entfliehen?
Der Meister antwortet dem Schüler:
„Warum gehst du nicht irgendwohin, wo es weder heiß noch kalt ist?“
Worauf der Schüler nachfragt:
„Wo ist ein Ort, der weder heiß noch kalt ist?“
Und Tozan entgegnet:
„Wenn es kalt ist, sei vollständig kalt;
wenn es heiß ist, sei vollständig heiß!“

Pyar Troll sagt dazu: „Wenn wir versuchen, der Welt der Dualität zu entfliehen, befinden wir uns schon wieder ganz in der Dualität. Wenn wir sagen: ‚Ich will nur da sein, wo es warm und kalt nicht gibt, Geburt und Tod nicht gibt‘, stellen wir uns in Gegensatz zu Geburt und Tod, in Gegensatz zu warm und kalt, in Gegensatz zur ganzen Existenz, und wir vergessen, dass die gesamte Existenz mit Geburt und Tod, mit warm und kalt nicht von Buddhanatur getrennt ist.“

In: Pyar Troll, Poesie der Stille – Tanz des Lebens. Anleitungen zum Da-Sein.
Kamphausen-Verlag, 2002, S. 94/95