JACOB BÖHME LESEBUCH

Im Herbst 2021 erscheint die von Paul Hankamer 1925 herausgegebene und von Ronald Steckel 2021 neu edierte, erweiterte und mit einem ausführlichen Glossar versehene Anthologie DAS JACOB BÖHME LESEBUCH.

Ronald Steckel schreibt in seinem Vorwort zur Neuausgabe: „Was in der luziden, in zwei Bücher und zehn Kapitel gegliederten Auswahl aus Jacob Böhmes Schriften als Hingabe Paul Hankamers an uns vorliegt, ist vermutlich einer der geglücktesten Versuche der letzten 400 Jahre, ausschließlich anhand seiner eigenen Texte einen differenzierten Einblick in das Leben und das gewaltige Werk des Görlitzer Sehers zu eröffnen. Hankamers Anthologie ist einem Blick in einen magischen Kristall vergleichbar: scharf umrissen wird im ersten Buch (Die Persönlichkeit) der Autor selber sichtbar, das Drama seines Lebens, die Krisen und Konflikte seiner Zeit, um dann im zweiten Buch (Das Werk) als Gestalt diaphan zu werden, durchsichtig für die Vision der Schöpfung als ‚Leib Gottes‘, dem wir und alle Wesen das Leben verdanken und in dem der Mensch erscheint als „das grösseste Geheimnis, das Gott gewirket hat.

Wie ein Shakespeare der Metaphysik beschreibt und illuminiert der Philosophus Teutonicus das All als Selbstoffenbarung Gottes ‚in Liebe und Zorn‘ und zeichnet das hohe Bild des kosmischen Geist-Menschen, das seit über zweitausend Jahren wie ein Signat-Stern – um eines seiner schönen Worte zu gebrauchen – nicht nur über der abendländischen Kultur leuchtet.

Die Neu-Herausgabe des fast 100 Jahre alten ‚Böhme-Lesebuches‘ will einem Mangel abhelfen. Es gibt in Deutschland seit vielen Jahrzehnten keine Böhme-Anthologien, die einen vergleichbar reichen Zugang zu den Schriften und ihrem Autor ermöglichen wie das ‚Lesebuch‘ Hankamers und die längst vergriffene Werkauswahl ‚Glaube und Tat‘ von E. H. Pältz, die 1976, vor fast einem halben Jahrhundert im Union-Verlag der DDR erschien.

Zum anderen erscheint Jacob Böhmes Lehre, wie Paul Hankamer schreibt, ‚wie eine Prophezeiung künftigen Wissens‘. Sie greift in ihren Aussagen über den ‚verborgenen Gott‘ und das Drama des ‚himmlischen Menschen‘ unserem gegenwärtigen Wissen über den Kosmos und den homo sapiens weit voraus und ist von höchster Bedeutung für die Evolution des Bewusstseins, die wir als Einzelne und als kollektiver Körper in den Krisen der Gegenwart durchleiden und/oder vollziehen – nach einem jahrhundertelangen‚ ‚Umweg durch die Materie‘, wie Jean Gebser das Projekt der kriegerisch-ökonomistischen Welteroberung nennt.“

DAS JACOB BÖHME LESEBUCH umfasst 420 Seiten mit zahlreichen Abbildungen der Kupferstiche und Titelblätter der ersten Gesamtausgaben der Schriften Böhmes von 1682 und 1730. Ein ausführliches Glossar ist beigefügt.

BUCH, 420 Seiten 36,00 €

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Liebe und Zorn – Lange Nacht über Jacob Böhme

https://www.deutschlandfunkkultur.de/eine-lange-nacht-ueber-den-mystiker-jacob-boehme-liebe-und.1024.de.html?dram:article_id=473349

Zu Lebzeiten von der Kirche als Ketzer verschrien, gilt Jacob Böhme heute als bedeutendster Autor der christlichen Mystik – obwohl er ein einfacher Schuhmacher war. Worin liegt die Faszination seines Denkens? Und was hat er uns heute zu sagen?

Mehr über Jacob Böhme auch hier, erschienen in: Magische Blätter, CI. Jahrgang, Frühjahr 2020:

Jacob Böhme (1575–1624) ist eine der unbekanntesten und gleichzeitig bedeutendsten Figuren der deutschen Geistes­geschichte. Er war Zeitgenosse Shakespeares, Giordano Bru­nos und Galileis und lebte als Schuhmacher und Tuchhändler in Görlitz an der Neiße. Nach mehreren Erleuchtungserfah­rungen begann er, seine inneren Erlebnisse und Visionen auf­zuzeichnen und offenbarte sich dabei als ein starker Sprach­gestalter. 1612 verfasste er für sich selbst als Erinnerungsbuch den Text „Morgenröte im Aufgang“, einen grandiosen Ent­wurf christlicher Theosophie und Kosmosophie. Hier stellte er die Erkenntnis- und Willensfreiheit des Menschen in den Mittelpunkt. Trotz Schreibverbots und Ketzereiverdachts durch die lutherisch-orthodoxe Obrigkeit wurden Böhmes Schriften in den politisch unabhängigen und geistig aufgeschlossenen Kreisen des schlesischen Adels bekannt. Die letzten Jahre sei­nes Lebens war er ausschließlich mit der Niederschrift sei­ner Texte beschäftigt, ein schon zu Lebzeiten in weiten Tei­len Europas als „Philosophus Teutonicus“ berühmter Mann. Der Autor der dreistündigen Sendung ist Ronald Steckel.

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