Zum Wohl der anderen wirken

Die Sicht betrifft den Geist an sich:
Erkenne seine wahre Natur.

Die Meditation betrifft die leuchtende Klarheit:
Lass ihren Glanz sich voll entfalten.

Das Verhalten betrifft die illusorischen Phänomene:
Integriere alles, was erscheint, in den Weg.

Die Erfahrung ist die des Realen, das sich manifestiert:
Durchtrenne jegliches Anhaften von der Wurzel her.

Das Ergebnis ist ganz natürlich vorhanden:
Löse dich von Hoffnungen und Befürchtungen!

Die Aktivität des Erwachens besteht darin,
zum Wohl der anderen zu wirken:
Leite sie mit Mitgefühl.

Longchen Rabjam (1308 – 1363)

Die Leerheit des Selbst bedeutet nur die Leerheit von Selbst

 

Foto: © wak

Die Leerheit des Selbst bedeutet nur die Leerheit von Selbst, nicht das Nicht-Sein von Selbst.
Genauso ist es bei einem Ballon, der innen leer ist, nicht so, dass er deswegen nicht existieren würde.
Dasselbe gilt für die Leerheit der Dharmas: Leerheit bezieht sich nur auf die Leerheit aller Phänomene und nicht auf die Nicht-Existenz aller Phänomene.
Es ist wie bei einer Blume, die nur aus Nicht-Blumen-Elementen besteht. Die Blume ist leer von einer abgetrennten Existenz, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht da wäre.

Thich Nhat Hanh (*1926) in einer Erläuterung zu seiner Neu-Übersetzung des Herz-Sutras

Mehr hier: https://blog.gal-bayern.de/2015/01/05/thays-neu-ubersetzung-des-herz-sutra/

Aufgehoben ohne sich aufzulösen

Foto: © wak

Der Gegenstand der mystischen Erfahrung ist ein solcher, der alle anderen konkreten Phänomene in einer neuen Einheit erfahren lässt, eine Einheit, die alles andere zu übersteigen scheint, nicht vernichtet, aber relativiert. Das erkennende Ich fühlt sich aufgehoben in dieser erfahrbaren neuen Einheit, ohne sich dabei aber als erkennendes Ich vollständig aufzulösen.

Gerd Doeben-Henisch (*1948)

 

Hier der komplette Text von Gerd Doeben-Henisch: Meditation im Blickfeld von Philosophie und Wissenschaft

Klicke, um auf phil-wiss-med-mystik-mai2019.pdf zuzugreifen

… und doch bleibt immer noch Weite

Im unendlichen Mandala des Raumes
haben alle Phänomene leicht Platz,
sie haben Platz und da ist immer noch Weite.

Im leeren Mandala der Geistessenz
finden Erscheinungen und Dasein,
Götter und Dämonen leicht Platz.
Sie alle finden Platz und doch bleibt immer noch Weite.

Padmasambhava (8./9. Jahrhundert)

Wahre Natur des Geistes

Foto: © wak

 

Wenn wir bereit sind, auf die Stille selbst zu hören
und nicht nur auf das, was in ihr erscheint,
wenn wir uns des unendlichen Raums bewusst bleiben
und nicht nur die Phänomene des Innen und Außen wahrnehmen,
die allesamt vergänglich,
allesamt leer an eigener Substanz sind,
dann stehen wir in Staunen und Ehrfurcht da
und erkennen uns als das,
was immer ungetrennt war von der Unendlichkeit,
von der Liebe,
vom reinen Bewusst-Sein,
von der wahren Natur des Geistes.

Pyar (*1960)

Unendliches Mandala des Raumes

Im unendlichen Mandala des Raumes
haben alle Phänomene leicht Platz,
sie haben Platz
und da ist immer noch Weite.

Im leeren Mandala der Geistessenz
finden Erscheinungen und Dasein,
Götter und Dämonen leicht Platz.

Sie alle finden Platz
und doch bleibt immer noch Weite.

Padmasambhava (8./9. Jahrhundert u.Z.)

Mehr zu Padmasambhava und Dzogchen am 3. März hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/02/08/dzogchen-im-mystikkreis-koeln-am-3-maerz-2019-eine-herzliche-einladung/

Uns des unendlichen Raums bewusst bleiben

Foto: © wak

Wenn wir bereit sind, auf die Stille selbst zu hören
und nicht nur auf das, was in ihr erscheint,
wenn wir uns des unendlichen Raums bewusst bleiben
und nicht nur die Phänomene des Innen und Außen wahrnehmen,
die allesamt vergänglich,
allesamt leer an eigener Substanz sind,
dann stehen wir in Staunen und Ehrfurcht da
und erkennen uns als das,
was immer ungetrennt war von der Unendlichkeit,
von der Liebe,
vom reinen Bewusst-Sein,
von der wahren Natur des Geistes.

Pyar (*1960)

Die Quelle des Dämons ist unser eigener Geist

 

Die Quelle des Dämons
ist unser eigener Geist.
Ergreift dieser die Phänomene
und hält an ihnen fest,
wird er zur Beute des Dämons.
Hält er sich selbst für ein Objekt,
vergiftet er sich.

Macig Labdrön (1055 – 1153)

Im unendlichen Mandala des Raumes…

Im unendlichen Mandala des Raumes
haben alle Phänomene leicht Platz,
sie haben Platz und da ist immer noch Weite.

Im leeren Mandala der Geistessenz
finden Erscheinungen und Dasein,
Götter und Dämonen leicht Platz.
Sie alle finden Platz und doch bleibt immer noch Weite.

Padmasambhava (8./9. Jahrhundert u.Z.)

Siehe auch hier: https://pyar.de/meditation/

Staunen und Ehrfurcht

Wenn wir bereit sind, auf die Stille selbst zu hören
und nicht nur auf das, was in ihr erscheint,
wenn wir uns des unendlichen Raums bewusst bleiben
und nicht nur die Phänomene des Innen und Außen wahrnehmen,
die allesamt vergänglich,
allesamt leer an eigener Substanz sind,
dann stehen wir in Staunen und Ehrfurcht da
und erkennen uns als das,
was immer ungetrennt war von der Unendlichkeit,
von der Liebe,
vom reinen Bewusst-Sein,
von der wahren Natur des Geistes.

Pyar (*1960)