Herz und Dhamma

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Lust und Leid wohnen im Herzen. Die Handlungen, welche Lust und Leid erschaffen, werden im Herzen ersonnen. Das Herz kennt die Folgen, welche als Lust und Leid erscheinen; das Herz trägt die Bürde der Ergebnisse seiner eigenen Gedanken. Daher passen das Herz und der Dhamma* so perfekt zueinander. Gleich welche Sprache oder Nationalität, wir können alle den Dhamma verstehen, weil das Herz und der Dhamma ein natürliches Paar sind.

Ajaan Maha Boowa (1913 – 2011)

*Dhamma bzw. Dharma. Die wörtliche Bedeutung ist: „das, was trägt, stützt“. Das Wort wird überwiegend für die Lehre von Buddha in Wort und Schrift verwandt

Das könnte den Herren der Welt ja so passen…

Inge Brandenburg: Ein anderes Osterlied

 

Das könnte den Herren der Welt ja so passen,
wenn erst nach dem Tode Gerechtigkeit käme
erst dann die Herrschaft der Herren,
erst dann die Knechtschaft der Knechte
vergessen wäre für immer,
vergessen wäre für immer.

Das könnte den Herren der Welt ja so passen,
wenn hier auf der Erde alles so bliebe,
wenn hier die Herrschaft der Herren,
wenn hier die Knechtschaft der Knechte
so weiterginge wie immer,
so weiterginge wie immer.

Doch ist der Befreier vom Tod auferstanden,
ist schon auferstanden, und ruft uns jetzt alle
zur Auferstehung auf Erden,
zum Aufstand gegen die Herren,
die mit dem Tod uns regieren,
die mit dem Tod uns regieren.

Text: Kurt Marti, Musik: Peter Janssens (1970)

Die Wurzel unseres Leidens

Die dualistische Eigenschaft des Denkens ist die Wurzel unseres Leidens. Wann immer wir uns als getrennt definieren, entstehen Angst und Abhängigkeit, und wir werden verkrampft, abwehrend und ehrgeizig und verteidigen unser Hoheitsgebiet. Um dieses abgetrennte Selbst zu schützen, scheuchen wir weg, was uns nicht passt, und an anderem krallen wir uns leidenschaftlich fest.

Jack Kornfield (*1945) in: Frag den Buddha und geh den Weg des Herzens. Berlin 2004, S. 68-69