Göttliche Schönheit

O Herr,
wenn ich Dich aus Angst vor der Hölle liebe
verbrenne mich dort,
und wenn ich Dich in der Hoffnung auf das Paradies liebe
schließe mich dort aus,
doch wenn ich Dich aus Liebe zu Dir selbst liebe,
entziehe mir nicht Deine göttliche Schönheit.

Rabia von Basra (+801)

Die Welt: Tor des Himmels

Die Welt ist ein Spiegel unendlicher Schönheit, aber kein Mensch sieht es. Sie ist ein erhabener Tempel, aber kein Mensch achtet darauf. Sie wäre ein Reich von Licht und Frieden, wenn die Menschen sie nicht in Unruhe stürzten. Sie ist das Paradies Gottes. Sie ist für den Menschen mehr, seitdem er gefallen ist, als sie vorher war. Sie ist die Stätte der Engel und das Tor des Himmels.

Thomas Traherne (1636 – 1674)

Jesu letzte Worte am Kreuz

„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“

„Fürwahr, ich sage es dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

„Frau, hier, siehe deinen Sohn und du, siehe deine Mutter.“

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

„Mich dürstet!“

„Es ist vollbracht!“

„Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist!“

Musikalisch umgesetzt hat sie Joseph Haydn in: „Die sieben letzten Worte des Erlösers am Kreuze“ (Op. 51). Haydn hatte den Wunsch, dass dieses Werk „dem Unerfahrensten den tiefsten Eindruck in seiner Seel erwecket“.

http://www.farao-classics.de/deutsch/katalog/abtodilo.html

Das Foto entstand vor einigen Monaten im Kloster Dalheim:

http://www.lwl.org/LWL/Kultur/kloster-dalheim/museum/klostergeschichte/

Großzügigkeit

Großzügigkeit ist eine charakteristische
Eigenschaft der Bewohner des
Paradieses.

Verstehe, daß das, was du wahrhaft besitzt,
nicht das ist, was du deinen Besitz nennst,
sondern das, was du gibst.

Sulami (936 – 1021)

Pforten des Paradieses

Einstmals sprach unser Herr Dschelaladdin dieses:
Die Musik ist das Knarren der Pforten des Paradieses.
Darauf sprach einer von den dumm-dreisten Narren:
Nicht gefällt mir von Pforten das Knarren!
Sprach unser Herr Dschelaladdin drauf:
Ich höre die Pforten, sie tun sich auf –
aber wie die Türen sich tun zu,
das hörest du!

Jelal-ad-Din Rumi  (1207-1273) in der Übersetzung von Friedrich Rückert

Göttliche Schönheit

O Herr,
wenn ich Dich aus Angst vor der Hölle liebe
verbrenne mich dort,
und wenn ich Dich in der Hoffnung auf das Paradies liebe
schließe mich dort aus,
doch wenn ich Dich aus Liebe zu Dir selbst liebe,
entziehe mir nicht Deine göttliche Schönheit.

Ein Gebet der Rabia von Basra (+801)