Nicht auf den Finger sehen, wenn wir den Mond betrachten wollen

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Wenn ein Gemälde oder irgendein anderes Kunstwerk adäquat durch irgendein anderes Medium erklärt oder beschrieben werden könnte, so wäre es nicht nötig, dieses Thema mittels Farbe und Form auszudrücken. Aber Worte können nur in die Richtung eines gewissen Erlebnisses oder einer Idee weisen, die den Beginn oder den Anstoß zur Schaffung eines Kunstwerkes gaben. Und in dieser Weise mögen sie dem Betrachter nützlich sein, einen Zugang zum Kunstwerk zu finden. „Worte sind wie der Zeigefinger, der uns die Richtung weist, in der wir den Mond finden können“, sagte einst ein buddhistischer Patriarch. Aber wir müssen nicht auf den Finger sehen, wenn wir den Mond betrachten wollen.

 Lama Anagarika Govinda (1898 – 1985). Abstrakte Kunst. Auszug aus: Schöpferische Meditation und multidimensionales Bewusstsein, Freiburg im Breisgau 1977

 

Der vollständige Text ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH IV
CI. JAHRGANG WINTER 2020 / 2021
4. Quartalsausgabe November, Dezember, Januar
gebunden. ISBN-Nr. 978-3-948594-04-6

HEFT 11 | Dezember 2020
TITELTHEMA: WEIHENACHT

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

 

In meiner Geburt wurden alle Dinge geboren

Der Holzschnittt soll Meister Eckhart bei einer Predigt zeigen…

In meiner Geburt wurden alle Dinge geboren, und ich war Ursache meiner selbst und aller Dinge, und wollte ich, so wäre ich nicht noch alle Dinge, und wäre ich nicht, so wäre Gott nicht.
Es ist nicht nötig, dies zu verstehen.

Meister Eckhart (1260 – 1328) in seiner Predigt „Von der Armut“

 

In diesem Sinne allen Leserinnen und Lesern gute Weihnachtstage!

Werner A. Krebber

 

Suche nach der Wahrheit

Auf der Suche nach der Wahrheit
ist es nicht nötig,
die Wahrnehmungen aufzugeben
oder diesen lauteren Geist
jenseits des Sehens und Hörens,
des Fühlens und Erkennens zu suchen.

Hängt euch an nichts
und verliert euch an nichts,
so dass ihr jenseits
von Festhalten und Verwerfen seid.

Überall ist diese völlige Klarheit,
denn es gibt nichts,
das von dieser Vollkommenheit ausgeschlossen ist.

Huangbo Xiyun († 850)