Wie nun Gott in der Welt wohnet…

Wie nun Gott in der Welt wohnet,
und alles erfüllet, und doch nichts besitzet;
und das Feuer im Wasser wohnet und das nicht besitzt;
und wie das Licht in der Finsternis wohnet
und die Finsternis doch nicht besitzet;
der Tag in der Nacht und die Nacht im Tage;
die Zeit in der Ewigkeit und die Ewigkeit in der Zeit:
Also ist auch der Mensch geschaffen.

Er ist nach der äussern Menschheit die Zeit,
und in der Zeit;
und die Zeit ist die äussere Welt,
dasist auch der äussere Mensch.

Und der innere Mensch ist die Ewigkeit,
und die geistliche Zeit und Welt;
welche auch stehet in
Licht und Finsternis, als in Gottes Liebe,
nach dem ewigen Licht; und in Gottes Zorn,
nach der ewigen Finsternis:
welches in ihm offenbar ist,
darinnen wohnet sein Geist,
entweder in der Finsternis, oder im Lichte.

Jabob Böhme (1575 – 1624) in: Von der neuen Wiedergeburt

 

Der Urquell

Foto: © wak

Wohl kenne ich den Quell, der rinnt und fließet,
obgleich’s bei Nacht ist.

Verborgen ist dem Blick die ewge Quelle,
doch weiß ich wohl zu finden ihre Stelle,
obgleich’s bei Nacht ist.

Ich weiß, nicht Ursprung hat sie je genommen,
doch aller Ursprung ist aus ihr gekommen,
obgleich’s bei Nacht ist.

Ich weiß, dass keine Schönheit ihrer gleiche,
sie tränkt die Erde und die Himmelreiche,
obgleich’s bei Nacht ist.

Ins Bodenlose, weiß ich, würde gleiten,
wer sie beträte, um sie zu durchschreiten,
obgleich’s bei Nacht ist.

Niemals hat ihre Klarheit sich verdunkelt,
und alles Licht weiß ich aus ihr entfunkelt,
obgleich’s bei Nacht ist.

Gewaltig weiß ich ihre Ströme eilen
durch Höllen, Himmel und wo Menschen weilen,
obgleich’s bei Nacht ist.

Den Wassern, die aus dieser Quelle steigen,
wohl weiß ich ihnen alle Macht zu eigen,
obgleich’s bei Nacht ist.

Den Strom, zu dem zwei Ströme sich verbinden,
weiß ich mit beiden nur zugleich zu finden,
obgleich’s bei Nacht ist.

Verborgen rinnt der Quell, auf dass wir leben,
in dem lebend’gen Brot, das uns gegeben,
obgleich’s bei Nacht ist.

Hier ruft er die Geschöpfe, dass sie kommen,
zu stillen sich, von Dunkelheit umschwommen,
obgleich’s bei Nacht ist.

Ersehnter Quell, dich such‘ ich nicht vergebens,
ich schaue dich in diesem Brot des Lebens,
Weil es bei Nacht ist.

Johannes vom Kreuz (1542 – 1591)

Sei wie ein Fluss…

Darstellung des Sufi-Mystikers Rumi / Archiv

 

Sei wie ein Fluss
bei tätiger Freigiebigkeit und Hilfe.
Sei wie die Sonne
im Verbreiten von Erbarmen und Güte.
Sei wie die Nacht
im Verdecken der Fehler von anderen.
Sei wie ein Toter
hinsichtlich Fanatismus und Harschem.
Sei wie der Erdboden
in Bescheidenheit und Genügsamkeit.
Sei wie das Meer
in Geduldsamkeit.

Zeig dich entweder so, wie du bist
oder sei so, wie du dich zeigst.

Rumi (1207-1273) zugeschrieben

Tritt wie der Mond hinter den Wolken hervor

Impression von der Raketenstation HombroichFoto: © wak

Wer immer sich auf die Suche macht,
wird der Welt zum Licht,
ganz gleich, wie unwissend er noch ist.

Doch der Erwachte verbreitet
Tag und Nacht Licht des Geistes.

Meditiere. Führe ein einfaches Leben.
Sei gelassen. Verrichte gekonnt deine Arbeit.

Tritt wie der Mond
hinter den Wolken hervor und leuchte.

Aus dem Dhammapada

Religiösester Mensch seit Novalis / Doing Nothing, Rilke und Mystik – 24. 11. 2019 – Herzliche Einladung

https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/11/15/wir-muessen-unser-dasein-annehmen-doing-nothing-rilke-lyrik-und-mystik-24-november-ganz-herzliche-einladung/

Einrichtung mit dem Telefon / Doing Nothing, Rilke und Mystik / 24. November 2019 – Herzliche Einladung

Mehr zu Doing Nothing, Rilke und Lyrik am 24. November:

https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/11/15/wir-muessen-unser-dasein-annehmen-doing-nothing-rilke-lyrik-und-mystik-24-november-ganz-herzliche-einladung/

Wir müssen unser Dasein annehmen / Doing Nothing, Rilke – Lyrik und Mystik – 24. November – Ganz herzliche Einladung

Wir müssen unser Dasein so weit, als es irgend geht, annehmen; alles, auch das Unerhörte, muß darin möglich sein. Das ist im Grunde der einzige Mut, den man von uns verlangt: mutig zu sein zu dem Seltsamsten, Wunderlichsten und Unaufklärbarsten, das uns begegnen kann. Daß die Menschen in diesem Sinne feige waren, hat dem Leben unendlichen Schaden getan; die Erlebnisse, die man «Erscheinungen» nennt, die ganze sogenannte «Geisterwelt», der Tod, alle diese uns so anverwandten Dinge, sind durch die tägliche Abwehr aus dem Leben so sehr hinausgedrängt worden, daß die Sinne, mit denen wir sie fassen könnten, verkümmert sind. Von Gott gar nicht zu reden. …

Brief von Rainer Maria Rilke an Franz Xaver Kappus, 12. August 1904

 

Achtung! Änderung der Reihenfolge am 24. 11.!

Im Unterschied zu früheren Terminen wird Rani ausnahmsweise dieses Mal mit „Doing Nothing“ beginnen und am Nachmittag werden wir nach einer kurzen Einführung von Werner Rilkes Lyrik und Mystik lesen und besprechen.

 

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926) ist der wortmächtige Vermittler zwischen den Dingen und dem Sein. Seine Dichtung bringt immer neu die tiefsten Dimensionen des Menschen zum Ausdruck. Vieles in seinem Werk ist auf eine ganz eigene Art religiös, und doch ist seine Religion nicht institutionalisiert oder explizit einer Tradition verhaftet.

In einer Festschrift für Willigis Jäger ist zu lesen: “Rilkes Dichtung ist Wort gewordene moderne Mystik“.  Die Erfahrung der Nacht und des Nichts treibt Rainer Maria Rilke oft um. Im Begriff der Leere sind für ihn Einsamkeit und Fremdheit, Verlassenheit und Verzweiflung inbegriffen; und doch auch ein Aufgehoben Sein im Weltinnenraum und Weltall, im Kontakt mit seinem Engel.

Stundenbuch, Christus-Visionen, Marienleben, Buddha-Gedichte, Duineser Elegien…. – Die Spannweite des mystisch-religiösen Empfindens von Rainer Maria Rilke ist in seiner Lyrik nicht immer gleich greifbar. Doch beim Schauen auf den Hintergrund wird sie in der Essenz der Texte nachspürbar.

Dieser mystischen Erfahrung in Rilkes Lyrik wollen wir uns am 24. ab 10.00 h zunächst mit Doing Nothing und später mit Rilkes Lyrik öffnen.

 

Organisatorisches:

Damit wir besser planen können, bitten wir um frühzeitige Anmeldung bei

Werner A. Krebber: Fon / AB: 0209 / 20 56 95  am besten aber über Email: werner.krebber@web.de

Adresse der Veranstaltung: Rolandswerther Str 14  – 50937 Köln  – bei Kaluza/Westmeier klingeln

 

Zum Mystikkreis Köln:

Wir treffen uns etwa ein Mal im Monat im Kölner Stadtteil Sülz, meist am ersten Sonntag des Monats.

An diesen Sonntagen wird für beides Zeit sein – für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch.

 

Der private Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt. Kostenbeitrag für den ganzen Tag: 15,– Euro         (+ ein freiwilliger Obolus für den Mittagstisch).

Kostenbeitrag nur f ür den Nachmittag: 10,– Euro.

 

Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen:

Rani doingnothing.de

und Werner mystikaktuell.wordpress.com

Informationen und Anmeldungn auch auf facebook: https://www.facebook.com/events/512859749558975/

 

 

Zwischen Strom und Gestein / Rainer Maria Rilke – Lyrik, Mystik, Doing Nothing – 24. November 2019 / Ganz herzliche Einladung

Fänden auch wir ein reines, verhaltenes, schmales
Menschliches, einen unseren Streifen Fruchtlands
zwischen Strom und Gestein. Denn das eigene Herz übersteigt uns
noch immer wie jene. Und wir können ihm nicht mehr
nachschaun in Bilder, die es besänftigen, noch in
göttliche Körper, in denen es größer sich mäßigt.

Rainer Maria Rilke, Februar 1912, Aus der zweiten der Duineser Elegien

Mehr zum Mystik-Sonntag am 24. November in Köln hier:
https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/10/28/rilke-lyrik-und-mystik-doing-nothing-24-november-2019-herzliche-einladung/

Achtung! Änderung der Reihenfolge!

Im Unterschied zu früheren Terminen wird Rani ausnahmsweise dieses Mal mit „Doing Nothing“ beginnen und am Nachmittag werden wir nach einer kurzen Einführung von Werner Rilkes Lyrik und Mystik lesen und besprechen.

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen / Rilke, Mystik und Doing Nothing / 24. November 2019 – Ganz herzliche Einladung

Foto: © wak

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
Rainer Maria Rilke, 20.9.1899, Berlin-Schmargendorf

 

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926) ist der wortmächtige Vermittler zwischen den Dingen und dem Sein. Seine Dichtung bringt immer neu die tiefsten Dimensionen des Menschen zum Ausdruck. Vieles in seinem Werk ist auf eine ganz eigene Art religiös, und doch ist seine Religion nicht institutionalisiert oder explizit einer Tradition verhaftet.

In einer Festschrift für Willigis Jäger ist zu lesen: “Rilkes Dichtung ist Wort gewordene moderne Mystik“.  Die Erfahrung der Nacht und des Nichts treibt Rainer Maria Rilke oft um. Im Begriff der Leere sind für ihn Einsamkeit und Fremdheit, Verlassenheit und Verzweiflung inbegriffen; und doch auch ein Aufgehoben Sein im Weltinnenraum und Weltall, im Kontakt mit seinem Engel.

Stundenbuch, Christus-Visionen, Marienleben, Buddha-Gedichte, Duineser Elegien…. – Die Spannweite des mystisch-religiösen Empfindens von Rainer Maria Rilke ist in seiner Lyrik nicht immer gleich greifbar. Doch beim Schauen auf den Hintergrund wird sie in der Essenz der Texte nachspürbar.

Dieser mystischen Erfahrung in Rilkes Lyrik wollen wir uns am 24. ab 10.00 h öffnen.

Wer nur Interesse an der Doing Nothing Praxis hat, ist eingeladen erst um 12:30  h zu kommen..

 

Organisatorisches:

Damit wir besser planen können, bitten wir um frühzeitige Anmeldung bei

Werner A. Krebber: Fon / AB: 0209 / 20 56 95  am besten aber über Email: werner.krebber@web.de

Adresse der Veranstaltung: Rolandswerther Str 14  – 50937 Köln  – bei Kaluza/Westmeier klingeln

 

Zum Mystikkreis Köln:

Wir treffen uns etwa ein Mal im Monat im Kölner Stadtteil Sülz, meist am ersten Sonntag des Monats.

An diesen Sonntagen wird für beides Zeit sein – für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch.

 

Der private Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt. Kostenbeitrag für den ganzen Tag: 15,– Euro (+ ein freiwilliger Obolus für den Mittagstisch).

Kostenbeitrag nur f ür den Nachmittag: 10,– Euro.

 

Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen:

Rani doingnothing.de

und Werner mystikaktuell.wordpress.com

Informationen und Anmeldungn auch auf facebook: https://www.facebook.com/events/512859749558975/