Über unsere Mühen lachen

Ramana Maharshi / Bild: Archiv

Wir bilden uns ein, dass es etwas gäbe, das unsere Wirklichkeit vor uns verbirgt, und dass dies zerstört werden müsse, bevor wir die Wirklichkeit gewinnen können. Das ist geradezu lächerlich. Und es wird ein Tag heraufdämmern, an dem diejenigen, die auf der Suche nach Befreiung zu mir kommen, über ihre vergangenen Mühen lachen werden?

Ramana Maharshi (1879 – 1950)

Siehe auch hier: RAMANA – Hommage à Ramana Maharshi https://verlagmagischeblaetter.eu/hoerbuecher/ueber-die-wirklichkeit

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Von seiner Liebe angerührt

Teresa von Avila / Foto: (c) wak

Wahrlich, gäbe es auf diesem Weg des Gebets nichts anderes zu gewinnen, als daß man gewahrt, mit welch besonderer Fürsorge Gott darum bemüht ist, sich uns mitzuteilen, und wie er wieder und wieder uns bittet – denn nichts anderes scheint es zu sein –, bei ihm zu bleiben, so schienen mir alle Mühen wohl angewandt, die man auf sich genommen hat, um dies zu genießen, daß man so sanft und so durchdringend von seiner Liebe angerührt wird.

Teresa von Avila (1515 – 1582) in: Die innere Burg. Siebte Wohung, Drittes Kapitel

Wahrheit ist tot ohne den Weg zur Wahrheit

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Wahrheiten, einst tief und machtvoll, von den größten Genies durch tiefes Leiden und unsägliches Mühen entdeckt, werden seicht und oberflächlich, sobald sie in die Diskussion des Alltags hineingezogen werden. Wie kommt es zu dieser Tragik? Sie ist unvermeidlich, weil es keine Tiefe geben kann ohne den Weg, der zur Tiefe führt. Wahrheit ist tot ohne den Weg zur Wahrheit; ohne ihn führt sie nur zur Oberfläche der Dinge.

Paul Tillich (1886 – 1965) in: Religiöse Reden. Berlin / New York 1987, S. 53

Das Geheimnis des inneren Friedens ist der innere Abstand

Foto: © wak

Das Geheimnis des inneren Friedens ist der innere Abstand. Sammlung ist demjenigen unmöglich, der von all den verworrenen und wechselnden Wünschen seines eigenen Willens beherrscht wird. Sogar wenn sich diese Wünsche auf Gutes richten wie etwa das innere Leben, die Sammlung, den Frieden, die Freuden des Gebets, machen sie die Sammlung schwierig, ja unmöglich, wenn es sich dabei um nicht mehr als natürliche und ichbezogene Wünsche handelt.

Wir werden nie in der Lage sein, vollkommenen inneren Frieden und Sammlung zu finden, solange wir nicht innerlich sogar vom Wunsch nach Frieden und Sammlung frei sind. Wir werden nie auf vollkommene Weise beten können, solange wir nicht innerlich von der Freude frei sind, die uns das Gebet macht.

Wenn wir alle diese Wünsche lassen und nur eines suchen, nämlich Gottes Willen, schenkt er uns mitten in unsere Mühen, Konflikte und Prüfungen hinein Sammlung und Frieden.

Thomas Merton ( 1915 – 1968)