Warum warst du nicht Zusya?

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In der kommenden Welt
werden sie mich nicht fragen:
„Warum seid ihr nicht Moses gewesen?“

Sie werden mich fragen:
„Warum warst du nicht Zusya?“

Zusya von Hanipoli (1719-1800)

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Ich werde sein, der ich immer war

In der hebräischen Bibel wird der Name Gottes mit vier Konsonanten bezeichnet: JHWH. Was Mose aus dem brennenden Dornbusch gehört hat, können wir schwer wiedergeben. Die genaue Übersetzung dieser Konsonantenreihe, dieses Tetragramms, beschäftigt die Gelehrten seit eh und je. Das Hebräische spart die Vokale aus, wie wir wissen, und außerdem gibt es keine Zeitbezeichnung. Der große jüdische Übersetzer des Tanachs ins Deutsche, Martin Buber, hat dafür folgende Lösung gefunden:

„Ich werde da sein,
als der ich da sein werde.“

Das kann man unterschiedlich und vielfach deuten. Einfach als:
„Ich bin,
der ich bin.“

Oder:
„Ich werde sein,
der ich sein werde.“

Oder aber:
„Ich werde sein, der ich immer war.“

Allgemein neigt man zu einer weiteren Deutung, einer dynamischeren, verheißenden. Also:
„Ich werde da sein,
helfend,
stärkend,
befreiend.“

Waltraud Lewin in: Der Wind trägt die Worte. Geschichte und Geschichten der Juden. München 2012, Band 1, S. 46-47

Der Herr segne dich und behüte dich!

Der Herr
segne dich und behüte dich!

Der Herr
lasse sein Antlitz über dir leuchten
und sei dir gnädig!

Der Herr
wende dir sein Angesicht zu
und schenke dir Heil!

Altes Testament, Buch Numeri 6,22-27