Die Wolke des Nichtwissens

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Eine der wichtigsten Aussagen über Mystik in der westlichen Hemisphäre ist das Buch „Die Wolke des Nichtwissens“. Der Name des Autors ist nicht bekannt; es ist gut, dass wir nicht wissen, wer es geschrieben hat. Es deutet auf eines hin: dass er, bevor er es schrieb, in einer Wolke des Nichtwissens verschwunden war. Es ist das einzige Buch in der westlichen Welt, das den Upanishaden, dem Tao Te Ching, nahe kommt, dem Dhammapada. Es gibt eine seltene Einsicht darin:

Zuerst nennt er es eine Wolke. Eine Wolke ist vage, hat keine definierbaren Grenzen. Sie ist ständig im Wandel; sie ist nicht statisch – niemals, nicht einmal für zwei aufeinanderfolgende Momente, ist sie dieselbe. Sie ist ein Fluss, sie ist reine Veränderung. Und es gibt nichts Substantielles darin. Wenn Sie es in der Hand halten, bleibt nur Nebel übrig, sonst nichts. Vielleicht werden deine Hände nass, aber du wirst keine Wolke in deiner Faust finden.

Chandra Mohan Jain (1931 – 1990) in „Theologia Mystica“

Die Mystiker werden die wir sein sollen

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Wenn wir darunter eine Erfahrung des Einsseins mit der Höchsten Wirklichkeit verstehen, dann haben wir eine brauchbare Arbeitsdefinition von mystischer Erfahrung. Wir tun gut daran, wenn wir den Terminus „Gott“ nicht mit einbeziehen. Nicht alle Menschen fühlen sich wohl dabei, die Höchste Wirklichkeit „Gott“ zu nennen. Aber gleich welche Terminologie, alle von uns können Momente überwältigender, grenzenloser Zugehörigkeit, Augenblicke universellen Eins-seins erfahren. Das sind unsere eigenen mystischen Momente. Die Männer und Frauen, die wir Mystiker nennen, unterscheiden sich vom Rest von uns lediglich dadurch, dass sie jenen Erfahrungen den Raum geben, der ihnen in unser aller Leben zusteht. Was zählt, ist nicht die Häufigkeit oder Intensität mystischer Erfahrungen, sondern der Einfluss, den wir ihnen auf unser Leben einräumen. Indem wir unsere mystischen Momente mit allem, was sie bieten und verlangen, zulassen, werden wir die Mystiker, die wir sein sollen. Schließlich ist der Mystiker keine besondere Art Mensch, sondern jeder Mensch eine besondere Art Mystiker.

David Steindl-Rast (*1926)  zum Stichwort „Mystische Erfahrung“ in: Fülle und Nichts. Die Wiedergeburt christlicher Mystik. 1986, S. 178

Jeder Mensch ist eine besondere Art Mystiker

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Alle von uns können Momente überwältigender, grenzenloser Zugehörigkeit, Augenblicke universellen Eins-Seins erfahren. Das sind unsere eigenen mystischen Momente. Die Männer und Frauen, die wir Mystiker nennen, unterscheiden sich vom Rest von uns lediglich dadurch, dass sie jenen Erfahrungen den Raum geben, der ihnen in unser aller Leben zusteht. Was zählt, ist nicht die Häufigkeit oder Intensität mystischer Erfahrungen, sondern der Einfluss, den wir ihnen auf unser Leben einräumen. Indem wir unsere mystischen Momente mit allem, was sie bieten und verlangen, zulassen, werden wir die Mystiker, die wir sein sollen. Schließlich ist der Mystiker keine besondere Art Mensch, sondern jeder Mensch eine besondere Art Mystiker.

David Steindl-Rast (*1926) in seinem Buch „Fülle und Nichts. Die Wiedergeburt christlicher Mystik“, München 1985

Den Zauber von Einfachheit einladen – Doing Nothing Intensive / Preis günstiger

Den Zauber von Einfachheit einladen
Doing Nothing Intensive 17. – 19. November 2017

Es gibt Momente in unseren Leben. Kleine und große Unterbrechungen, Risse, Pausen, Lücken.
Sie passieren plötzlich, mitten in einer Beschäftigung, mitten in einer Gesprächsrunde.
Sie geschehen natürlich, wenn eine Sache erledigt ist und die nächste noch nicht in Angriff genommen wurde.

Kurze oder lange Momente wo nichts passiert sind interessant und weitgehend unerforscht.
Unsere Beziehung zu ihnen ist ambivalent.
Manchmal, vielmehr oft, versuchen wir sie zu ignorieren.
Sie können unangenehm sein, vielleicht weil sie das Potenzial haben uns aufzuwecken.
Aber sie können auch aufregend sein, wenn wir uns erlauben, gewahr zu bleiben und sie geschehen zu lassen.

Es sind Tore durch die wir gehen können, Türen, hinter denen ein großes Geheimnis auf uns wartet.

Zwei Tage intensives Nichtstun bedeutet eine relativ lange Lücke.
Es bedeutet die Erlaubnis in der Lücke zu verweilen, vollendet faul zu sein, sich fallen zu lassen,
absichtslos, im offenen Raum treiben, und
sich tragen zu lassen über die Schwelle, ohne selbst etwas zu tun.

Ort:
Kloster Knechtsteden
41540 Dormagen (nahe bei Köln)
www.pension-knechtsteden.de

Rani Kaluza lädt Euch herzlich dazu ein und begleitet Euch im Retreat – nicht als spirituelle Lehrerin oder Meisterin – sondern als bescheidene, einfache und erfahrene Schülerin des Lebens.

Kosten 140,- im Einzelzimmer mit Frühstück (weitere Mahlzeiten nicht inclusive)

Anmeldung bitte formlos über folgende Emailadresse: weissefeder@netcologne.de

(Über diese Email könnt ihr mit Rani auch kommunizieren, falls ihr noch Fragen habt zu dem Retreat.)

P.S. Ich nehme auch teil…