Deine Hand

für alle,
die durch die dunkle Nacht der Seele
gegangen sind

 

Vielleicht
war deine Angst
in der Dunkelheit
dazu da,
dich Mut zu lehren
(ohne Angst kein Mut!)

Vielleicht
war deine Wut dazu da,
dir Klarheit
und Durchhaltevermögen
zu schenken
(auch aus Wut entsteht Kraft!)

Und deine Trauer
hat dich wohl weicher
gemacht,
verständnisvoller und
mitfühlender
mit anderen, oder nicht? –

Mit Sicherheit
hast du nicht umsonst,
hast du nicht vergebens
das Tal der Tränen
durchwandert
und die dunkle Nacht

der Seele
durchwacht! –
Du hast vieles
gesehen, mitbekommen
und mitgemacht! –
Du hast gelernt,

was es heißt,
ein Mensch unter Menschen
zu sein,
verletztlich, allein,
nicht weniger
und nicht mehr als das–

Und das reicht!
Das macht dich reich
– an Erfahrung –

also reiche
denen, die dir nachfolgen –
und die dies wünschen –

und die in diesem Augenblick
stolpern
in der Dunkelheit,

deine Hand,
und vergiss nicht,
dass auch du

wieder stolpern wirst,
ein ums andere
Mal, und auch

für dich
wird es Hände geben,
die die deinen

halten –
warm, fest
und im besten Falle

liebevoll

 

Hannah Buchholz, 19. 02. 2015

 

 

Mehr Gedichte dieser Lyrikerin hier:

https://hannahbuchholz.wordpress.com/

 

 

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Mitfühlende Achtung

Von Anfang bis Ende gilt:
In unser eigenes Herz zu blicken,
um die Wahrheit zu finden,
ist nicht bloss eine Frage der Aufrichtigkeit,
sondern ebenso auch
der mitfühlenden Achtung
vor dem,
was wir zu Gesicht bekommen.

Pema Chödrön (*1936)

Öffne dein Herz

Gib niemals auf
Was auch geschieht
Gib niemals auf
Und öffne dein Herz

In deinem Land
Wird zuviel Kraft für die Entwicklung
des Verstandes aufgewendet
statt für das Herz

Öffne dein Herz
Sei mitfühlend
Nicht nur mit deinen Freunden
Sondern mit allen

Sei mitfühlend
Arbeite für den Frieden
In Deinem Herzen und in der Welt
Arbeite für den Frieden

Und ich sage es noch einmal
Gib niemals auf
Was auch geschieht
Was auch um dich herum geschieht
Gib niemals auf

Tendzin Gyatsho (*1935)