Wandlung des Seins

Der Übergang von einer Seinsstufe zu einer anderen wurde durch gewisse Darstellungs-Zeremonien, nämlich die Initiation, gekennzeichnet. Aber eine Wandlung des Seins kann nicht durch irgendwelche Riten bewirkt werden. Riten sind nur das Kennzeichen einer vollendeten Wandlung. Und nur in pseudo-esoterischen Systemen, in denen es nichts anderes als die Riten gibt, beginnt man den Riten eine unabhängige Bedeutung zuzusprechen. Man glaubt, dass ein Ritus, indem er in ein Sakrament verwandelt wird, dem Eingeweihten gewisse Kräfte vermittelt. Dies gehört wiederum zur Psychologie eines Nachahmungsweges. Es gibt keine äußere Initiation und kann sie auch gar nicht geben. In Wirklichkeit gibt es nur Selbst-Initiation. Systeme und Schulen können auf Methoden und Wege hinweisen, aber kein System oder keine Schule kann für einen Menschen die Arbeit tun, die er selbst tun muss. Inneres Wachstum, eine Wandlung des Seins hängt nur von der Arbeit ab, und die muss der Mensch an sich selbst tun.“

Fünfzehntes Kapitel aus „Auf der Suche nach dem Wunderbaren“ von Pjotr Demjanowitsch Ouspenski (1878 – 1947), S. 439 – 463

Den vollständigen Text von Ouspenski finden Sie hier:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH V
CII. JAHRGANG FRÜHJAHR 2021

gebunden. ISBN 978-3-948594-06-0 – 20,00 €

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Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Miteinander-Teilen geschieht in und durch mystische Weisheit

Foto: © wak

 

Die tiefste Form des Miteinander-Teilens geschieht in und durch mystische Weisheit, durch Lehren, Einsichten, Methoden des spirituellen Lebens und deren Früchte.

Ein reifes mystisches Leben ist naturgemäß, ja geradezu organischer weise interspirituell, weil die mystische Reise in der Tiefe des Menschen innere Freiheit und Befreiung entzündet.

Wayne Teasdale (1945 –2004)

Mystische Befreiung

„Mystische Befreiung heißt: aus der Umlaufbahn um den Kleinplaneten Ego auszubrechen und die Identität mit der Unendlichkeit des Raumes einzusehen. Um das zu erreichen, haben Mystiker aller Kulturkreise zahlreiche Techniken entwickelt, die je nach Temperament und Beharrlichkeit für den Einzelnen mehr oder weniger geeignet sind. Vier davon seien vorgestellt:

– Fokussierung der Aufmerksamkeit
– Offene Achtsamkeit
– Fokussierung des Denkens
– Zurückweisung des egozentrischen Denkens

Alle vier Methoden werden im Rahmen der Meditation eingesetzt. Zwei davon schulen die Wahrnehmung, zwei nutzen das Denken.“

Diese interessanten Gedanken fand ich hier:

http://www.seele-und-gesundheit.de/spiritualitaet/mystik.html

Sich im Grund berühren lassen

Anders als viele Methoden etwa der körperlichen Entspannung erhebt Zen explizit einen existentiell-spirituellen Anspruch. Der Übende greift mit seiner Aufmerksamkeit tief in sich hinein, lässt sich berühren in seinem Grund. Das Schweigen steht im Dienst dieser Wandlung, öffnet einen Raum, in dem nicht nur das Äußere, sondern nach und nach auch das Innere still wird. Diese Atmosphäre ist ein hoher Wert, den in einem gemeinsamen Kurs alle Teilnehmer hüten wie einen zerbrechlichen Schatz. In solches Schweigen hinein gesprochene Worte erheben den Anspruch, aus dem Schweigen zu kommen und wieder dort hinein zu führen. Es sollen Worte sein möglichst nahe am Unsagbaren. Sie dürfen nicht wieder neue, gerade los gelassene Begriffswelten im Inneren erstehen lassen. Sie sollen das Eigentliche, das Wesen, die Urgestalt des Menschen transparent werden lassen. Sie sind Ausfluss des inneren Berührtseins, ähnlich wie ein Stoßseufzer aus erlebter Ohnmacht und zugleich als tiefste Bitte um Hilfe, um Erbarmen. Was so an den Wächtern des „Vernünftigen“ vorbei gegangen ist, ist Sprache des Menschen, der zu sich selbst findet und der eigenen Wesensnatur ihr „Stimmrecht“ zurück gibt.

P. Paul Rheinbay S.A.C.: Rede, ohne die Lippen zu bewegen – So lange schweigen?

Der ganze Text findet sich hier:
http://zen-kontemplation.de/fileadmin/zen/pdf/schweigen_01.pdf