Aufhebung der Grenzen

Betrachtet man die Wunder und Legenden etwa der Bibel als spirituelle Metaphern, und nicht als historische Berichte, so stößt man bald zu einer Verständnisweise vor, die der christlichen Urkirche der ersten Jahrhunderte nähersteht als der Lehrmeinung der Weltkirchen, und die mit den Erfahrungen der Mystik übereinstimmen: Der Erkenntnis, dass alles Geist ist.

Eine Fokussierung auf die Wahrheit der Mystik bedeutet somit keine Infragestellung von Religion, vielmehr ermöglicht sie eine Neubelebung religiöser Weltdeutung. Die Aufhebung der Grenzen zwischen Mensch und Gott, Kosmos und Transzendenz, muss keineswegs Säkularisierung bedeuten; Sie kann im Gegenteil zu der Erfahrung führen, dass alles heilig ist — eine Erfahrung, die glücklicherweise nicht legendären Gestalten wie etwa dem indischen Mystiker Ramakrishna vorbehalten ist, sondern heute von zahlreichen Menschen gemacht wird.

Joseph Campbell  (1904 – 1987) in: Reflections on the Art of Living

Mehr von und über Joseph Campbell hier:

http://www.martinweyers.com/sukhavati/mystik.htm

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Die Feige in den Religionen

 

feige_edenkobenFeige an der Ludwigshöhe in Edenkoben                          Foto (c) wak

… Im Buddhismus wird der Feigenbaum (Bodhibaum) als Baum der Erkenntnis verehrt, da unter ihm Buddha die Erleuchtung empfangen habe. In Nepal nennt man ihn den Pipal und er verkörpert das männliche Prinzip.

In hinduistischen Mythen wohnen Götter im Pipal, vor allem der elefantenköpfige Gott Ganesh, der Gott der Güte und Weisheit des Herzens.

In der christlichen Symbolik ist oft der vertrocknete Feigenbaum dargestellt, der die Jesus nicht anerkennende Synagoge (das Judentum) oder die Irrlehre symbolisiere.

Der fruchttragende Feigenbaum hingegen ist in der Bibel ein Element des sorglosen Lebens im Paradies. Die erste „Bekleidung“ (Gürtel) des Urelternpaares Adam und Eva bestand aus Feigenblättern. …

Annette Kuptz-Klimpel

Den vollständigen Text gibt es hier:
http://www.symbolonline.de/index.php?title=Feige

Alles ist heilig

Betrachtet man die Wunder und Legenden etwa der Bibel als spirituelle Metaphern, und nicht als historische Berichte, so stößt man bald zu einer Verständnisweise vor, die der christlichen Urkirche der ersten Jahrhunderte nähersteht als der Lehrmeinung der Weltkirchen, und die mit den Erfahrungen der Mystik übereinstimmen: Der Erkenntnis, dass alles Geist ist.

Eine Fokussierung auf die Wahrheit der Mystik bedeutet somit keine Infragestellung von Religion, vielmehr ermöglicht sie eine Neubelebung religiöser Weltdeutung. Die Aufhebung der Grenzen zwischen Mensch und Gott, Kosmos und Transzendenz, muss keineswegs Säkularisierung bedeuten; Sie kann im Gegenteil zu der Erfahrung führen, dass alles heilig ist — eine Erfahrung, die glücklicherweise nicht legendären Gestalten wie etwa dem indischen Mystiker Ramakrishna vorbehalten ist, sondern heute von zahlreichen Menschen gemacht wird.

Joseph Campbell  (1904 – 1987) in: Reflections on the Art of Living

Mehr von und über Joseph Campbell hier: http://www.martinweyers.com/sukhavati/mystik.htm