Werde eins mit dem Einen

Solange der Mensch mit den Bildern, die unter uns sind, beschäftigt ist und damit umgeht, wird er, so glaube ich, niemals in diesen Grund gelangen. Es gilt uns als Aberglaube, anzunehmen, dass dieser Grund in uns sei; wir können nicht glauben, dass dergleichen sei und in uns sei. Daher, willst du erfahren, dass er besteht, so lass alle Mannigfaltigkeit fahren, und betrachte nur diesen einen Gegenstand mit den Augen deines Verstandes; willst du aber höher steigen, so lass das vernünftige Hinsehen und Ansehen, denn die Vernunft liegt unter dir, und werde eins mit dem Einen. Und er nennt das Eine eine göttliche Finsternis, still, schweigend, schlafend, übersinnlich.

Proklos (412 – 485)

Völlig gelassen sein

Drei Dinge sind es, die uns daran hindern, das ewige Wort zu hören. Das erste ist Stofflichkeit, das zweite Mannigfaltigkeit, und das dritte ist Zeitlichkeit. Wäre der Mensch über diese drei Dinge hinausgeschritten, dann wohnte er in der Ewigkeit und im Geiste und in der Einheit und in der Wüste, und dort hörte er das ewige Wort. Nun spricht unser Herr: “Niemand hört mein Wort noch meine Lehre, er habe denn sich selbst gelassen.” Denn wer Gottes Wort hören will, der muss völlig gelassen sein. Das, was da hört und das, was da gehört wird im ewigen Wort, das ist ein und dasselbe.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Ein und dasselbe

Drei Dinge sind es, die uns daran hindern, das ewige Wort zu hören.

Das erste ist Stofflichkeit, das zweite Mannigfaltigkeit, und das dritte ist Zeitlichkeit.

Wäre der Mensch über diese drei Dinge hinausgeschritten, dann wohnte er in der Ewigkeit und im Geiste und in der Einheit und in der Wüste, und dort hörte er das ewige Wort.

Nun spricht unser Herr: „Niemand hört mein Wort noch meine Lehre, er habe denn sich selbst gelassen.“ Denn wer Gottes Wort hören will, der muss völlig gelassen sein. Das, was da hört und das, was da gehört wird im ewigen Wort, das ist ein und dasselbe.

Meister Eckhart (1260 – 1328)