In demütiger Gelassenheit wonnigliche Frucht

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Das Pferd macht Mist in dem Stall, und obgleich der Mist Unsauberkeit und üblen Geruch an sich hat, so zieht doch dasselbe Pferd denselben Mist mit großer Mühe auf das Feld; und daraus wächst der edle schöne Weizen und der edle süße Wein, der niemals so wüchse, wäre der Mist nicht da. Nun, dein Mist, das sind deine eigenen Mängel, die du nicht beseitigen, nicht überwinden noch ablegen kannst, die trage mit Mühe und Fleiß auf den Acker des liebreichen Willens Gottes in rechter Gelassenheit deiner selbst. Streue deinen Mist auf dieses edle Feld, daraus sprießt ohne allen Zweifel in demütiger Gelassenheit edle, wonnigliche Frucht auf.

6. Predigt: „Mein Joch ist sanft und meine Bürde leicht“ (Matth. 11,29)

Aus: JOHANNES TAULER (1300 – 1361), PREDIGTEN; übertragen und herausgegeben von Georg Hofmann, Einsiedeln 1979

Die ganze Predigt von Johannes Tauler kann hier nachgelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VIII
CII. JAHRGANG WINTER 2021/2022

November 2021: Mystiker, die B.Y.R. empfohlen hat

Mehr auch hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

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Erhebet die Herzen

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Der Diener der ewigen Weisheit und Gottesfreund Heinrich Seuse, ward einmal gefragt, welcher Art seine Betrachtung sei, wenn er die Messe beginne zu singen mit den Worten: Sursum corda (Erhebet die Herzen). Er antwortete, es wären da drei hohe Gesinnungen, die ihn bewegten, also dass einmal nur eine in ihm wäre, manchmal zweie, oft aber alle dreie. Seuse erzählt eine von ihnen mit folgenden Worten: „Ich nahm vor meine inneren Augen mich selbst nach alledem, das ich bin, mit Leib und Seele und allen meinen Kräften, und stellte um mich alle Kreaturen, die Gott je geschaffen in Himmelreich und Erdreich und in den vier Elementen, ein jegliches sonderlich mit Namen, sei es Vogel der Luft, Tier des Waldes, Fisch des Wassers, Laub und Gras des Erdreichs und den ungezählten Sand im Meere und dazu all das kleine Gestäube, das im Sonnenglanz erscheint und alle Wassertropfen, die von Tau, Schnee oder Regen je fielen oder je noch fallen, und wünschte, dass deren jegliches ein süss ertönendes Saitenspiel hätte, wohlbereitet aus meines Herzens innerstem Safte, und also dem geliebten zarten Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit ein neues hochgemutes Lob erklingen lassen. Und dann in fröhlicher Weise dehnten und breiteten sich die liebreichen Arme der Seele aus gegen die unsägliche Zahl aller Kreaturen, und es war die Absicht dabei, sie alle eifrig zu machen, recht wie ein freier wohlgemuter Vorsänger die singenden Gesellen reizt, fröhlich zu singen und ihre Herzen Gott darzubieten: Sursum corda!“

Werner Witzemann: Ein Buch. Eine Vorrede und eine Einleitung dazu. Die Notizen zu „Theologia Deutsch“ fand ich hier: https://www.anthroposophie.ch

Der Schlange Klugheit

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Vernimm nun, auf welche Weise die Schlange Klugheit zeigt. Wenn sie merkt, dass sie alt und runzlig wird und zu stinken beginnt, so sucht sie eine Stelle, an der zwei Steine beieinander liegen, und zwischen diesen schiebt sie sich ganz genau hindurch, so dass sie die alte Haut ganz abstreift; darunter ist eine neue gewachsen. Ganz ebenso soll der Mensch mit seiner alten Haut verfahren, das heißt mit alldem, was er von Natur besitzt, wie groß oder gut es auch immer sei..

Welches sind (nun) diese beiden Steine? Der eine ist die ewige Gottheit, welche die Wahrheit ist, der andere die liebreiche Menschheit Christi, der wesenhafte Weg. Zwischen diesen beiden Steinen hindurch soll der Mensch all sein Leben und Wesen gestalten, schleifen und tragen.

Johannes Tauler (1300 – 1361) in Predigt 23: Estote prudentes et vigilate in orationibus / Seid besonnen und verharret im Gebete (1 Petr. 4, 8)

In Gelassenheit wonnigliche Frucht

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Das Pferd macht den Mist in den Stall, und obgleich der Mist Unsauberkeit und üblen Geruch an sich hat, so zieht doch dasselbe Pferd denselben Mist mit großer Mühe auf das Feld; und daraus wächst der edle schöne Weizen und der edle süße Wein, der niemals so wüchse, wäre der Mist nicht da. Nun, dein Mist, das sind deine eigenen Mängel, die du nicht beseitigen, nicht überwinden noch ablegen kannst; die trage mit Mühe und Fleiß auf den Acker des liebreichen Willens Gottes in rechter Gelassenheit deiner selbst. Streue deinen Mist auf dieses edle Feld; daraus sprießt ohne allen Zweifel in demütiger Gelassenheit edle, wonnigliche Frucht auf.

Johannes Tauler (1300 – 1361) In: Georg Hofmann (Hg.): Johannes Tauler Predigten. Freiburg/Basel/Wien 1961, S. 43 – 44

Gelassenheit und wonnigliche Freude

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Das Pferd macht den Mist in den Stall, und obgleich der Mist Unsauberkeit und üblen Geruch an sich hat, so zieht doch dasselbe Pferd denselben Mist mit großer Mühe auf das Feld; und daraus wächst der edle schöne Weizen und der edle süße Wein, der niemals so wüchse, wäre der Mist nicht da. Nun, dein Mist, das sind deine eigenen Mängel, die du nicht beseitigen, nicht überwinden noch ablegen kannst; die trage mit Mühe und Fleiß auf den Acker des liebreichen Willens Gottes in rechter Gelassenheit deiner selbst. Streue deinen Mist auf dieses edle Feld; daraus sprießt ohne allen Zweifel in demütiger Gelassenheit edle, wonnigliche Frucht auf.

In: Emmanuel Jungclaussen, Der Meister in dir. Entdeckung der inneren Welt nach Johannes Tauler, Verlag Herder, Freiburg-Basel-Wien 1975

Mehr zu Johannes Tauler am 6. Januar hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/12/03/seine-sprache-ist-wie-ein-bergquell-johannes-tauler-im-mystikkreis-am-6-januar-2019/