Die Welt ist ein geistiges Ding

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Die Welt ist ein geistiges Ding,
das man nicht behandeln darf.
Wer sie behandelt, verdirbt sie,
wer sie festhalten will, verliert sie.

Die Dinge gehen bald voran, bald folgen sie,
bald hauchen sie warm, bald blasen sie kalt,
bald sind sie stark, bald sind sie dünn,
bald schwimmen sie oben, bald stürzen sie.

Darum meidet der Berufene
das Zusehr, das Zuviel, das Zugroß.

Laotse ( 6. Jh. v.u.Z.) im Tao-Tê-King

Die Ewigkeit einüben

Dem Dunkel auf den Grund zu gehen
bedeutet Klarheit.
Nachgeben zu können
bedeutet Stärke.
Benutze dein eigenes Licht
und kehre zur Klarheit zurück.
Das nennt man:
die Ewigkeit einüben.

Laotse (480 – 390 v.u.Z.) im Tao Te King,  52

Immer das Ursprüngliche suchen

Der echte Mensch folgt seinem innersten Gesetz
und keinem äußeren Gebot;

er hält sich an den Quell
und nicht an die Abwässer;

er meidet diese und sucht immer
das Ursprüngliche.

Lao Tse (zwischen 600 und 300 v. u.Z.)

 

 

Große in den Grenzen des Alls

Ein Wesen gibt es chaotischer Art,
Das noch vor Himmel und Erde ward,
So tonlos, so raumlos.
Unveränderte auf sich nur gestellt,
Ungefährdet wandelt es im Kreise.
Du kannst es ansehn als die Mutter der Welt.
Ich kenne seinen Namen nicht.
Ich sage Weg, damit es ein Beiwort erhält.
Und wenn ichs mit Mühe benennen soll,
Sag Ich: Das Große.
Wahrlich: Groß ist der Weg, groß der Himmel,
Groß die Erde, groß der König!
Vier Große gibt es in den Grenzen des Alls.
Der Mensch ist einer von ihnen.
Der Mensch nimmt zum Gesetz die Erde;
Die Erde zum Gesetz den Himmel;
Der Himmel zum Gesetz den Weg;
Der Weg nimmt zum Gesetz das eigene Weben.

Laotse (480 – 390 v.u.Z.)

Die Welt ist ein geistiges Ding

Die Welt ist ein geistiges Ding,
das man nicht behandeln darf.
Wer sie behandelt, verdirbt sie,
wer sie festhalten will, verliert sie.

Die Dinge gehen bald voran, bald folgen sie,
bald hauchen sie warm, bald blasen sie kalt,
bald sind sie stark, bald sind sie dünn,
bald schwimmen sie oben, bald stürzen sie.

Darum meidet der Berufene
das Zusehr, das Zuviel, das Zugroß.

Laotse ( 6. Jh. v.u.Z.) im Tao-Tê-King

Das höchste Gute gleicht dem Wasser

Das höchste Gute gleicht dem Wasser.
Des Wassers Gutsein: Es nützt den zehntausend Wesen,
Aber macht ihnen nichts streitig;
Es weilt an Orten,
Die die Menge der Menschen verabscheut.
Darum ist es nahe dem Weg.

Gut ist beim Wohnen: der Grund.
Gut ist beim Sinnen: die Tiefe.
Gut ist beim Geben: die Menschlichkeit.
Gut ist beim Reden: die Treulichkeit.
Gut ist beim Herrschen: die Ordnung.
Gut ist beim Schaffen: die Fähigkeit.
Gut beim Sich-Regen: die rechte Zeit.

Wohl! Nur, wer sich nicht streitet,
Ist gegen Schmähung gefeit.

Laotse ( 6. Jh. v.u.Z.) im Tao-Tê-King

Das verborgene Licht des Soseins der Dinge

Willst Du etwas schmaler machen,
musst du es sich zuvor ausweiten lassen.

Willst du etwas loswerden,
musst du es zuvor aufbauen.

Willst du etwas stürzen,
musst du es zuvor aufblühen lassen haben.

Das nennt man das verborgene Licht des Soseins der Dinge.

Das Weiche überwindet das Harte.
Das Langsame überwindet das Schnelle.

Lass Dein Wirken ein Geheimnis bleiben.
Zeig den Menschen bloß das Ergebnis.

Laotse (604-531 v. u.Z.) im Tao te King

Dem innersten Gesetz folgen

Der echte Mensch folgt seinem innersten Gesetz
und keinem äußeren Gebot;

er hält sich an den Quell
und nicht an die Abwässer;

er meidet diese und sucht immer
das Ursprüngliche.

Lao Tse (zwischen 600 und 300 v. u.Z.)