Corona und Alkohol(ismus)

Upgrade Oktober 2020: https://alkoholundspirit.wordpress.com/

Corona und Alkohol(ismus), Psyche und Sucht

Vor längerer Zeit habe ich meinen Blog „alkoholundspirit“, die ich 2015 begonnen hatte,  auf „privat“ gestellt. Angesichts der aktuellen Entwicklungen um Corona ist er nun wieder online. Das hat viele Gründe, hier nur wenige davon:

– Der Alkoholverbrauch steigt seit Beginn der Coronaphase stark und damit die Gefahr, dass er zu Missbrauch oder Sucht führt;
– Hilfsangebote sind zur Zeit nur schwierig oder gar nicht erreichbar, viele Meetings können gar nicht stattfinden;
– Arbeit im Homeoffice erleichtert „heimliches“ Trinken am Arbeitsplatz
– Der Verzehr von Alkohol schädigt Organe und Immunsystem – macht also anfälliger für Corona…

„Zahlen des Marktforschungsinstuts GfK (Gesellschaft für Konsumforschung), die dem Spiegel vorliegen, zeigen etwa, dass die Deutschen zwischen Ende Februar und Ende März 34 Prozent mehr Wein kauften als in denselben Wochen im Jahr zuvor. Auch für Bier (11,5 Prozent), klare Spirituosen wie Gin oder Korn (31,2 Prozent), Sherry und Portwein (47,5 Prozent) und Alkoholmischgetränken (87,1 Prozent) nahmen die Einkäufe zu.

In anderen Ländern sieht der Trend ähnlich aus. In den USA stieg gemäß des Martkforschers Nielsen der Absatz von Alkohol in der letzten Märzwoche um 55 Prozent an. Auch in Spanien, Russland oder Brasilien kaufen die Menschen mehr Alkohol als gewöhnlich. …

‚Alkohol ist ein Zellgift, schädigt die Organe und schwächt das Immunsystem‘, sagt die Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Heidrun Thaiss.“

https://www.apotheken-umschau.de/Alkoholismus/Corona-Krise-daheim-Wie-viel-Alkohol-ist-normal-558607.html

„Insgesamt 3 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren hatten im Jahr 2018 in Deutsch-land eine alkoholbezogene Störung (Missbrauch: 1,4 Millionen; Abhängigkeit: 1,6 Millionen). Etwa 74.000 Todesfälle jährlich werden allein durch Alkoholkonsum oder den kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht. Experten und Expertinnen weisen im DHS Jahr-buch Sucht 2020 darauf hin, dass Alkoholkonsum immer riskant ist. Deshalb sollte möglichst wenig oder gar kein Alkohol getrunken werden. ..
Auf rund 57,04 Milliarden Euro pro Jahr beziffert der Gesundheitsökonom Dr. Tobias Effertz im DHS Jahrbuch Sucht 2020 (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) die ökonomischen Kosten des schädlichen Alkoholkonsums in Deutschland. Dem stehen Einnahmen des Staates aus alkoholbezogenen Steuern von nur 3,185 Milliarden Euro (im Jahr 2018) gegenüber.

Hier der Link: https://alkoholundspirit.wordpress.com/

Und wenn Sie mögen, können Sie gern Kontakt mit mir aufnehmen:

sarpashana24(at)gmx.de

Heiden, Christen und die Armen

Foto: © wak

1. In den ersten Jahrhunderten
des Christentums
die Hungrigen wurden gefüttert
unter persönlichen Opfern,
die Nackten waren bekleidet
unter persönlichen Opfern,
die Obdachlosen wurden beherbergt
unter persönlichen Opfern.

2. Und weil die Armen
gefüttert, bekleidet und beherbergt wurden
unter persönlichen Opfern,
sagten die Heiden früher
über die Christen
„Sehen Sie, wie sie sich lieben.“

3. In unseren Tagen
sind die Armen  nicht mehr
gefüttert, bekleidet, beherbergt
unter persönlichen Opfern,
aber auf Kosten
der Steuerzahler.

4. Und weil die Armen
sind nicht mehr
gefüttert, bekleidet und beherbergt
sagen die Heiden über die Christen
„Sehen Sie, wie sie den Schwarzen Peter weitergeben.“

Peter Maurin (1877 – 1949) „Feeding the Poor at a Sacrifice“ in „Easy Essays“. Maurin hat 1933 zusammen mit Dorothy Day die Bewegung „Catholic Worker“ gegründet

 

Unsichtbares in unserem Innersten

© wak

 

Ein Vater reicht seinem Sohn einen großen Brocken Salz:
“Nimm dieses Salz, Shvetaketu,
und lege es in eine Schale Wasser.”

Einige Stunden später folgt eine zweite Bitte:
“Bring mir das Salz,
das du ins Wasser gelegt hast.”

So sehr der Junge auch nach dem Salzbrocken tastet,
er kann ihn nicht mehr finden.

“Koste nun von diesem Wasser, Shvetaketu.
Wie schmeckt es?”

“Es schmeckt salzig!”

“Wahrlich, lieber Sohn.
was in diesem Wasser enthalten ist,
du kannst es nicht mit den Händen greifen,
du kannst es nicht mit deinen Fingern fassen,
und dennoch ist es da.”

Wie das im Wasser verborgene Salz,
so will diese alt-ehrwürdige Erzählung sagen,
befindet sich in unserem Innersten etwas Unsichtbares.

“Jenes Feinste, Shvetaketu, das ist die Seele der ganzen Welt,
das ist das Wahre, das ist das Selbst –
das bist du.”

Aus der Chandogya Upanishad

Mühe seine Ohren zu verstopfen

Foto: © wak

Im Grunde bedarf es keiner Anstrengung,
um für die innere Stimme empfänglich zu werden.

Eher kostet es Mühe,
seine Ohren derart zu verstopfen,
dass man sie nicht mehr hört.

Bernhard von Clairvaux (* um 1090 – 1153)

Vom Nutzen des Lassens

Foto: © wak

 

Du musst wissen, dass sich noch nie ein Mensch in diesem Leben so weitgehend gelassen hat, dass er nicht gefunden hätte, er müsse sich noch mehr lassen. Der Menschen gibt es wenige, die das recht beachten und darin beständig sind. Es ist ein gleichwertiger Austausch und ein gerechter Handel: So weit du ausgehst aus allen Dingen, so weit, nicht weniger und nicht mehr, geht Gott ein mit all dem Seinen, dafern du in allen Dingen dich des Deinen völlig entäußerst. Damit heb an, und lass dich dies alles kosten, was du aufzubringen vermagst. Da findest du wahren Frieden und nirgends sonst.

Die Leute brauchten nicht soviel nachzudenken, was sie tun sollten; sie sollten vielmehr bedenken, was sie wären. Wären nun aber die Leute gut und ihre Weise, so könnten ihre Werke hell leuchten.

Bist du gerecht, so sind auch deine Werke gerecht. Nicht gedenke man Heiligkeit zu gründen auf ein Tun; man soll Heiligkeit vielmehr gründen auf ein Sein, denn die Werke heiligen nicht uns, sondern wir sollen die Werke heiligen. Wie heilig die Werke immer sein mögen, so heiligen sie uns ganz und gar nicht, soweit sie Werke sind, sondern: soweit wir heilig sind und Sein besitzen, soweit heiligen wir alle unsere Werke, es sei Essen, Schlafen, Wachen oder was immer es sei. Die nicht großen Seins sind, welche Werke die auch wirken, da wird nichts daraus. Erkenne hieraus, dass man allen Fleiß darauf verwenden soll, gut zu sein, – nicht aber so sehr darauf, was man tue oder welcher Art die Werke seien, sondern wie der Grund der Werke sei.

Meister Eckhart (1260 – 328) in den „Reden der Unterweisung“

Gingko biloba: Dieses Baums Blatt, der von Osten meinem Garten anvertraut…

Bildquelle: wikimedia – gemeinfrei

Die Reinschrift von Goethes „Gingko biloba“ befindet sich im Düsseldorfer Literaturmuseum Schloss Jägerhof – nicht in Weimar, wie erwartet werden könnte…

Gingko biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut,

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) im Jahr 1815.
Das Gedicht erschien im „Buch Suleika“ des „West-Östlichen Divan“

Für die innere Stimme empfänglich werden

Im Grunde bedarf es keiner Anstrengung, um für die innere Stimme empfänglich zu werden. Eher kostet es Mühe, seine Ohren derart zu verstopfen, dass man sie nicht mehr hört.

Bernhard von Clairvaux (* um 1090 – 1153)

Johann Wolfgang von Goethe: Gingko Biloba

gingkobilobaBildquelle: wikimedia – gemeinfrei

Die Reinschrift von Goethes „Gingko biloba“ befindet sich im Düsseldorfer Literaturmuseum Schloss Jägerhof – nicht in Weimar, wie erwartet werden könnte…

 

Gingko biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut,

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) im Jahr 1815.
Das Gedicht erschien im „Buch Suleika“ des „West-Östlichen Divan“

Anzeigen bei „mystikaktuell“

wpanzeigen

Wenn ich neue Beiträge in „mystikaktuell“ einstelle, finde ich mitunter oben stehenden Hinweis. „Einige deiner Besucher werden an dieser Stelle von Zeit zu Zeit eine Werbeanzeige sehen.“

Dass da Werbeanzeigen aufblitzen heißt allerdings nicht, dass ich mit diesem Blog Geld verdienen würde. Die Anzeigen sind lediglich Garant dafür, dass dieser Blog mich auf diese Weise kein Geld kostet. Nicht mehr…

Wahren Frieden finden

Du musst wissen, dass sich noch nie ein Mensch in diesem Leben so weitgehend gelassen hat, dass er nicht gefunden hätte, er müsse sich noch mehr lassen. Der Menschen gibt es wenige, die das recht beachten und darin beständig sind. Es ist ein gleichwertiger Austausch und ein gerechter Handel: So weit du ausgehst aus allen Dingen, so weit, nicht weniger und nicht mehr, geht Gott ein mit all dem Seinen, dafern du in allen Dingen dich des Deinen völlig entäußerst. Damit heb an, und lass dich dies alles kosten, was du aufzubringen vermagst. Da findest du wahren Frieden und nirgends sonst.

Meister Eckhart (1260 – 1328)