Buchtipp VIII – Weisheiten der Wüstenväter (Freddy Derwahl)

Freddy Derwahl

Weisheiten der Wüstenväter

Butzon & Bercker / 203 Seiten, 15 €
ISBN: 978-3-7666-2486-4
Kevelaer 2018

„Die ‚Wüsten‘ der Wüstenväter überschreiben immer wieder ihre geographischen Grenzen. Auch handelt es sich bei den über Jahrhunderte hinweg überlieferten Sprüchen keineswegs um exotische Weisheiten greiser und spleeniger Gottesnarren. In der ‚Wüste‘ der Glaubensferne, in der Leere flüchtiger Genüsse und in der Öde unserer anonymen Großstädte gewinnen sie neue Aktualität“, schreibt der belgische Journalist Freddy Derwahl in der Einleitung zu den „Weisheiten der Wüstenväter“. Neu verortet werden ihre Sprüche von Managern, Seelsorgern, Psychologen, Therapeuten. Gehen die Gedanken doch gezielt auf Fragen und Sehnsüchte ein, die Menschen heute beschäftigen.

Mehr zur Meditation und zum Gebet will er dann auch mit der Sammlung anregen. Kurz und knapp sind die Gedanken, die durch den Tag begleiten können. Schon ein Blick auf die Überschriften belegt, dass Derwahl die Menschen dort abholen will, wo sie heute sind: Fliehen, Etwas Leiden, Ein guter Arbeiter, Wer bin ich eigentlich? Vollendete Liebe undsofort. Dazwischen gestreut sind Gedanken von Dichtern, Theologen, Schriftstellern, Mystikern.

Am Ende hat Derwahl eine Bibliographie hinzugefügt, die dem Anregungen gibt, der sich ausführlicher mit Geschichte und Bedeutung der Texte von Wüstenvätern und -müttern befassen möchte.

Darüber hinaus ist das Buch sehr ansprechend gestaltet, dass man es auch beruhigt und gern verschenken kann.

© Werner A. Krebber

 

Advertisements

Mittler zwischen Buddhismus und Christentum – Buchtipp III

Ursula Baatz

Hugo Makibi Enomiya-Lassalle
Mittler zwischen Buddhismus und Christentum

Topos Taschenbuch 1082

191 Seiten, kartoniert, 18 cm

1. Auflage Januar 2017

Topos plus Verlagsgemeinschaft, Kevelaer

ISBN / Code: 978-3-8367-1082-4

Knapp und kurz ist es in der Verlagsankündigung zu lesen: „Der Jesuit, Zen-Meister und Friedenskämpfer Hugo M. Enomiya-Lassalle (1898–1990) überlebte den Atombombenabwurf in Hiroshima und wurde zur wegweisenden Gestalt des Dialogs zwischen Buddhismus und Christentum. Ihm ist es zu verdanken, dass die Übungen des Zen heute auch das religiöse Leben vieler Christen bereichern. Das spannende Porträt eines Meisters, der die Menschen berührt und bewegt.“

Ich denke, da muss mehr gesagt sein. Noch gut erinnere ich, dass ich vor vielen Jahren Enomiya-Lassalle in Kevelaer in einem Kloster begegnet bin. Er ging, nein er schritt durch den Flur. In einer Soutane, die manche wohl als abgewetzt bezeichnen hätten. Doch um solche Äußerlichkeiten ging es ihm nie. Doch was wollte er?

Ursula Baatz liefert hier die Skizze eines eindrucksvollen Mannes am Exempel verschiedener Lebensstationen. Unter der Überschrift „Der Perlentaucher“ schreibt sie unter anderem: „Der Mut, auf der Suche nach Gott immer wieder den nächsten Schritt auf einen unbekannten Horizont hin zu tun, gehört zu den Grundzügen von Lassalles Leben. Das hat vielen Leuten Hoffnung gemacht…“ Und auch: „Für Lassalle war die Zen-Übung ein Beitrag zum Weltfrieden. Er hatte zwei Weltkriege und in Hiroshima die erste Atombombe überlebt und war Zeuge des Endes der europäischen Kolonialreiche und der ersten Ansätze einer globalen Gesellschaft. Ein weltweiter Friede setzt eine grundlegende Veränderung des menschlichen Bewusstseins voraus, ein neues Bewusstsein, das über das Denken in Gegensätzen und Egoismen hinauskommt. Er glaubte, dass die Meditationspraxis den Weg zu diesem neuen Bewusstsein öffnen könnte und dass die Menschheit am Vorabend eines Bewusstseinswandels stehe, der zu einer friedlicheren Welt führen könne.“

Die Zeit in Japan wird von ihr ebenso bearbeitet wie die Frage, was Erleuchtung ist. Vom Reisenden zwischen Ost und West ist ebenso die Rede wie von der offenen Weite am Horizont. Und sie verweist auch auf vielleicht unerwartete Inspirationen: „Das Thomasevangelium … unterstützte Lassalle in diesen Gedanken. Der Jesus des Thomasevangeliums spricht oft in Paradoxen, die von einem der alten Zen-Meister stammen könnten.“

Ursula Baatz, Redakteurin und langjährige Zen-Praktizierende bei Enomiya-Lassale, skizziert eindrucksvoll den spirituellen, kirchlichen und weltpolitischen Gang eines Jesuiten und Zen-Lehrers durch die Zeiten, der sehr um seinen Weg gerungen hat. Lohnend, diesem Weg mit der Lektüre zu folgen

© Werner Anahata Krebber

Mystiker unserer Zeit im Porträt – Buchtipp I

(Das Umschlagbild des Buches zeigt Bede Griffiths)

Roland R. Ropers

 Mystiker unserer Zeit im Porträt

topos premium / 172 Seiten  19,95 €,

ISBN: 978-3-8367-0032-0 / auch als E-Book

Kevelaer 2017

 

„Mystiker sind großartige Menschen ohne magische Erscheinung und ohne missionarisches Sendungsbewusstsein. Sie sind Leuchtfeuer und Wegweiser in das innerste Universum, wo jeder tiefreligiös Suchende an der Urquelle seine ewige Heimat finden kann. … Wer das Mysterium der Ewigen Wahrheit und Wirklichkeit durchdrungen hat, kann einem dogmatischen Glaubenssystem nicht untergeordnet werden.“ So führt Roland R. Ropers in sein Buch „Mystiker unserer Zeit im Porträt“ ein. Und wenig später schreibt er: „Die wirkliche Neugeburt findet nicht nach dem Tod statt, sondern ist die Rückbesinnung des Menschen auf die Qualität seines Denkens und Handelns, ist eine radikale Veränderung der Denkgewohnheiten in diesem Leben…“

Versehen mit einem knappen Titel und den Namen der porträtierten Mystikerinnen und Mystiker weist Ropers mit zumeist zwei bis vier Buchseiten auf diese Leuchtfeuer und Wegweiser hin und stellt ihr Leben und Werk vor. Die Grenzen konfessioneller Enge überschreitet er dabei erfrischend weit. So entsteht ein Kompendium interspiritueller mystischer Gedanken und ihrer Protagonisten, die teils bekannt scheinen, teils eher unerwartet daherkommen.

Wer sind sie nun, diese heutigen Mystikerinnen und Mystiker? Hier nur eine kleine Auswahl der knapp 70, die Ropers mit Papst Franziskus beginnen lässt: Sri Aurobindo, Charlotte Joko Beck, Eugen Biser, Leonard Bernstein, Carlo Carretto, Alexandra David Néel, Dorothy Day, John O’Donohue, Hans-Peter Dürr, Khalil Gibran, Bede Griffiths, Dag Hammerskjöld, Willigis Jäger, Hugo Makibi Enomiya-Lassalle, Henri Le Saux, Wladimir Lindenberg, Thomas Merton, Henri Nouwen, Raimon Panikkar, Thich Nhat Hanh, Valentin Tomberg…

Außer den biographischen Hinweisen gibt es Zitate der Mystikerinnen und Mystiker, die neugierig machen, mehr von ihnen zu erfahren, erspüren.

Kurz noch etwas über den Autoren: Roland Romuald Ropers ist 1945 geboren, Religionsphilosoph und Kontemplationslehrer. Er ist Oblate des Benediktinerordens und Begründer der „Etymosophie“. Bücher von ihm beschäftigten sich bereits in der Vergangenheit u.a. mit Hans-Peter Dürr, Bede Griffiths , Hugo Makibi Enomiya-Lassalle, Raimon Panikkar, also der Begegnung von östlicher und westlichen Spiritualitäten.

© Werner A. Krebber

 

Sich selbst begegnen

Siehe auch hier:

3sat: Der Weg zur Mitte – Das Labyrinth im Alltag
„Labyrinthe sind ein Mythos der Kulturgeschichte. Der Ursprung dieses Menschheitssymbol reicht weit zurück in die Geschichte der Erde, wann und wo es geschaffen wurden, kann bis heute aber niemand mit Gewissheit sagen. Auch nicht, welchem Zweck sie ursprünglich dienten und was das Wort Labyrinth wirklich bedeutet.“
Aus dem Hinweistext zu der Sendung.

Die Wallfahrt nach Kevlaar

Schluckbildchen der Kevelaerer Madonna (um 1780)  Foto: © wak

Auf dem Druckbogen sind vier gleiche Darstellungen des Kevelaerer Gnadenbildes zu sehen. Sie wurden mit dem Kupferstich der Madonna berührt, geweiht, verkauft und von den Pilgernden gegessen. So sollten die Heilkräfte der Muttergottes im Körper der Pilgerinnen und Pilger wirken.
Zu sehen sind sie in der Ausstellung „Der geteilte Himmel“ im RuhrMuseum in Essen.

Siehe auch: Heinrich Heine, Die Wallfahrt nach Kevlaar

https://www.staff.uni-mainz.de/pommeren/Gedichte/BdL/Kevlaar.html

Pilgern – Sehnsucht nach Glück?

Foto: © wak

Fremdlinge oder Romwallfahrer nannte man sie, peregrinus oder pelegrinus. Seit dem 2. Jahrhundert pilgerten Menschen zu den Gräbern der frühchristlichen Apostel. Doch zuvor bereisten bereits Griechen und Römer oft weit entfernte Tempel. Bis in die Jetztzeit hat sich das Motiv der Pilgerschaft in vielen Religionen erhalten. Der Weg durch Wald und Feld, in Wüsten und auf Berge hat nicht nur den individuellen Aspekt der Heilung von physischem Leiden und psychischen Nöten. Neben der Sündenvergebung steht auch ein stark sozialer Bezug. Trifft man doch auf dem Weg Menschen, denen man begegnen und mit denen man sich austauschen kann. Und wie kaum anderswo gilt für den Pilger das Wort von Dogen: „Das Ziel und der Weg sind eins“. Dies gilt für die äußere Pilgerschaft ebenso wie für die innere.

„Eine Wallfahrt ist eine traditionelle Reise zum Zweck des Besuches einer bestimmten Pilgerstätte mit religiöser Bedeutung…. Im symbolischen Sinn ist die Pilgerfahrt sowohl eine Initiation als auch ein Akt der Ergebenheit. Sie geht zurück auf den alten Glauben, dass die übernatürlichen Mächte ihre Kraft an bestimmten Orten besonders stark entfalten… Heute werden Wallfahrten gewöhnlich als zeichenhafte Darstellung der Lebensreise aufgefasst. Der Aufenthalt am fremden heiligen Ort öffnet vielen Menschen bisher verschlossene Bereiche ihres Seelenlebens.“ [http://de.wikipedia.org/wiki/Pilgerfahrt] Seit Tausenden von Jahren machen sich Menschen auf den Weg, solche Orte zu besuchen, denen sie besondere Kräfte zuschreiben. Die Motive sind dabei sehr unterschiedlich. Menschen kümmern sich um ihr Heil im Diesseits (und manchmal auch im Jenseits) oder sie wollen für begangenes Unrecht oder Schuld Busse tun. Sie erhoffen ein Wunder oder sie wollen nach erfolgter Heilung o.ä. ein Gelübde erfüllen, das sie in kranken Tagen gesprochen haben. Oder sie wollen einfach dafür danken, dass sie aus einer Not gerettet, von einer Krankheit befreit wurden. Das gemeinsame innere wie äußere Ziel der Pilger schafft dabei eine gemeinsame Aus-Richtung.

 

Der Aufbruch ist schon ein Risiko

„Wenn Sie eine Pilgerfahrt unternehmen, riskieren Sie etwas. Sie lassen sich nicht nur auf einige körperliche Beschwernisse ein. Sie riskieren, dass Sie nicht als derselbe Mensch zurückkehren, der losgegangen war. Es besteht aber auch eine zweite Gefahr: Das Risiko, dass sie von großer Freude überrascht werden. Dass Sie, wenn Sie sich physisch und metaphysisch auf die Pilgerreise begeben, Menschen begegnen, Orte kennen lernen, Gedanken, Gefühle, Visionen und Ereignisse erleben, die Sie weit über das hinaus führen, was Sie sich bis jetzt vorgestellt haben.“ So fasst Martin Palmer, Direktor der Internationalen Beratungsstelle über Religion, Erziehung und Kultur in Manchester, zusammen, was Pilgerschaft heute bedeuten kann. Die britische Autorin Jennifer Westwood nennt von Vorbereitung über Aufbruch, Abenteuer und Hindernisse, Zweifel und Hoffnung, Annäherung und Vorfreude, Ankunft: Ergriffenheit und Öffnung, Heimkommen jene Kategorien, die es im Umgang mit und Fortschreiten auf heiligen Pfaden zu bedenken gilt.

 

Ein konkretes Beispiel: Der Jakobsweg

Vom inneren Wandel, den Spuren der Transformation, zu denen sie sich begeben, muss man wohl sprechen, wenn man die Motive der Pilgerschaft ernst nehmen will, wenn sich Menschen auf den Weg machen. Wohl kaum ein Pilgerweg in Europa ist so von Mühen geprägt, wie es der Jakobsweg ist, auf dessen Spuren bereits Millionen Menschen pilgerten. So unterschiedliche Menschen wie Paolo Coelho und Hape Kerkelink gehörten ebenso zu ihnen wie Shirley McLaine oder Cees Noteboom. Religiöse Erfahrungen können und wollen sie hier machen. Ganz direkte und sinnliche religiöse Erfahrungen sind hier den entleerten und von der Lebenspraxis vieler Menschen abgehobenen oder inzwischen auch völlig unverständlich gewordenen Lehren und Ritualen traditioneller Glaubensgemeinschaften entgegenzusetzen. Dazu gehört beispielsweise die Erfahrung der Verbundenheit, des „sich eins fühlen“ mit Schöpfung, Kosmos, Gott. Nicht von ungefähr wird Pilgern ja auch als ein Beten mit den Füssen und dem Körper bezeichnet. Und dazu gehört auch die Erfahrung, dass ich der Körper, der Geist und die Seele bin, dass ich sie nicht habe. Der Jakobsweg führt die Pilger zwar eigentlich nach Santiago an das Grab des Apostels Jakobus. Viele Pilger gehen ihn aber noch weiter nach Finisterre am Atlantik, ein Ort der „Ende der Welt“ heißt und mit dem „Cap Finisterre“ die Begrenzung der ehemals bekannten Welt darstellte. Und nicht von ungefähr ist das Meer ja auch ein Symbol für die Wiedergeburt des Menschen, die vom Pilger angestrebt werden kann.

 

Menschen wollen sich neu ver-orten

„Ist es möglich, dass manche Orte an sich heilig sind, gleich, was sie Menschen bedeuten mögen? Manche Kulturen gehen davon aus. Pilgerorte sind oft Plätze von besonderer Naturschönheit. Dabei spielt vermutlich weniger die Bewunderung für ein Meisterwerk der Schöpferkraft eine Rolle als die menschliche Neigung, in bestimmten geographischen Merkmalen bestimmte Symbole zu sehen. Manche Orte, besonders Berge, Höhlen, Flüsse und Quellen, sind von alters her als Wohnstätten von Göttern betrachtet worden oder als Orte, an denen sich die Welt der Götter und die der Menschen treffen.“ Jennifer Westwood geht noch darüber hinaus, wenn sie sagt: „Der heilige Ort ist ein Teil der Sehnsucht“.

 

Ein Beispiel: der Kailash

Doch nicht nur die Mühsal der Ebenen ist es, die den Pilger auf seinem Weg plagen können. Auch das Motiv des inneren wie äußeren Aufstiegs kehrt in vielen Religionen wieder. Schon im elften Jahrhundert findet sich die Tradition, Berge zu umrunden. Und lange wird der Kailash als etwas gesehen, was mit dem Wort „Weltenberg“, „Meru“ oder „Nabel der Welt“ umschrieben wird. Der Kailash ist übrigens jener heilige Berg, der von Hinduisten und Buddhisten ebenso verehrt wird wie von Anhängern der Bön-Religion. Bereits der Blick auf den Kailash soll genügen, um das Potenzial der eigenen Erleuchtung zu stärken. Buddhisten gehen her und umkreisen den Kailash im Uhrzeigersinn und sie rezitieren dabei das Mantra „Om Mani Padme Hum“. Sind dies doch die heiligen Ursilben der Lebewesen der sechs Welten. Unzählige Mani-Steine flankieren daher die Wege und Pfade, die zu den heiligen Stätten führen. Sie sprechen den Wunsch aus, dass sich das Heiligste auch auf der Erde manifestieren und realisieren möge. Und jede dieser Aktionen und alles Tun auf dem Pilgerweg sollen für das Wohlergehen aller Lebewesen beitragen. Erwarten viele der Pilger doch nicht nur ein besseres Schicksal im Leben, Gesundheit und Reichtum, sondern auch eine gute Wiedergeburt. „Es gibt Berge, die bloß Berge sind, und es gibt solche, die Persönlichkeit aufweisen. Die Persönlichkeit eines Berges hängt nicht von dessen seltsamer Formgebung ab, die ihn von anderen Bergen unterscheidet genauso wenig wie ein wunderlich geschnittenes Gesicht oder ungewohnte Taten aus einem Individuum noch keine Persönlichkeit machen. Persönlichkeit besteht in der Kraft, andere zu beeinflussen, und diese Kraft ist der Konsequenz, Harmonie und Zielstrebigkeit des Charakters zuzuschreiben. Ein Mensch, der diese Eigenschaften in höchster Perfektion in sich vereint, wird zum geeigneten Führer der Menschheit, mag er Herrscher, Denker oder Heiliger sein, und wir würdigen ihn als ein Gefäß überirdischer Kraft. Falls diese Eigenschaften einem Berg innewohnen, wird er für uns zu einem Gefäß kosmischer Kraft, und wir bezeichnen ihn als heiligen Berg. Die Kraft eines solchen Berges ist so groß und doch so subtil, dass sich Pilger von nah und fern unwiderstehlich von ihm angezogen fühlen, wie von der Macht des unsichtbaren Magneten; und in ihrem unerklärlichen Drang, sich diesem heiligen Ort zu nähern und ihn zu würdigen, erdulden sie unsagbare Mühsal und Entbehrung. Niemand hat einem solchen Berg den Titel der Heiligkeit verliehen; der Berg wird Kraft seiner eigenen magnetischen und psychischen Ausstrahlung intuitiv als geheiligt anerkannt.“ In seinem Buch „Der Berg der weißen Wolken“ hat der aus Sachsen stammende Lama Anagarika Govinda (1898 – 1985) dem Kailash ein Denkmal gesetzt, der 6.714 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Das „Schneejuwel“ vermittelt „schöpferische Impulse, er ist die Quelle der Kraft & Inspiration. Dieses geographische Zentrum auf dem höchstgelegensten Hochplateau der Erde, mit einer Schneegrenze zwischen 5-6000 Metern, ist zugleich das Quellgebiet vier großer, mächtiger Ströme: Ganges, Indus, Sutley und Brahmaputra.“ Über die geographische Sicht eines Weltenberges geht die Bedeutung des Meru für den Schweizer Journalisten Ron Giger jedoch weit hinaus: „Unser psycho-physischer Organismus ist ein mikrokosmisches Abbild des Universums. Meru entspricht unserer Wirbelsäule, bzw. dem Rückenmark unseres Nervensystems, Meru ist also die Achse der verschiedenen überweltlichen Bereiche. Sitz Shivas für die Hindus, ist er ein überdimensionales Mandala von Buddhas und Bodhisattvas für Buddhisten.“

 

Einheit von Geben und Nehmen

Die britische Autorin Jennifer Westwood sieht deutlich, dass es sich beim Pilgern nicht nur um eine individuelle Dimension von heilender Wegstrecke handelt, sondern sie verweist auch auf den sozialen Bezug, der damit verbunden ist: „Im Grunde suchen alle Pilger nach einem Zugang über einen bedeutsamen Ort zu einem spirituellen Reservoir, das in der Vergangenheit gefüllt wurde und sich ständig erneuert. Denn der Pilger nimmt nicht nur, sondern er gibt auch. Er nimmt spirituelle Nahrung auf und gleichzeitig, durch seinen Glaubensakt der Wallfahrt an einen bestimmten Ort, erneuert er die niemals versiegende Quelle dort.Ein Pilger zu sein bedeutet nicht, einen individuellen Akt der Hingabe durchzuführen, sondern sich am Dialog der Menschheit mit der Gottheit zu beteiligen: nicht zeitgebunden, sondern ewig.“

 

Von innerster Pilgerschaft

Swami Kriyananda, Schüler von Paramhansa Yogananda (1893– 1952) weist noch auf ganz andere Aspekte hin, die es bei der Beschäftigung mit dem Motiv der Pilgerschaft zu bedenken gilt. „Pilgerreisen zu heiligen Schreinen sind Symbole für die innere, spirituelle Suche. Für ein Symbol aber scheint dieser eine Aspekt zu fehlen: Bewegung. Und trotzdem gibt es definitiv Bewegung in der Meditation. Die Bewegung ist nicht äußerlich. Sie findet innerhalb des Körpers statt. Eine solche Pilgerreise führt uns durch die Wirbelsäule. Die Wirbelsäule ist auch physisch der Weg, auf dem die Energie zwischen Gehirn und Körper fließt. Sie ist ein subtiler Durchgang für den Fluss der Lebensenergie. Der menschliche Wille sendet sowohl bewusst als auch unbewusst Energie durch die Nerven der Wirbelsäule in den Körper, und verursacht auf diese Weise Bewegung, Spannung, ja sogar den Atem. Je größer die spirituelle Verwirklichung, desto klarer erkennen wir, dass das Meistern dieser Energie uns die Kontrolle über alles im Universum gibt… Es gibt also wirklich eine innere Pilgerreise. Sie ist Bewegung, nichtstatisch. Erst am Ende der Reise erreichen wir absolute Stille. Diese Reise ist jedoch subtil…Die nach oben gerichtete Reise der Energie und des Bewusstseins in der Wirbelsäule endet in der vollkommenen Stille der Selbstverwirklichung.“ Wer pilgert, bricht auf, und nur, wer sich aufmacht, kann auch ankommen. Das Bild der inneren wie äußeren Pilgerschaft ist in Zeiten von Zeit-losigkeiten und Sinnverlusten wie ein Mahnmal, die Perspektiven zu wechseln und den Blick neu auszurichten. Und nicht nur den Blick…

© Werner Anahata Krebber

 

Pilgerorte der Weltreligionen

(kleine Auswahl in alphabetischer Reihenfolge)

Buddhismus

Ajanta, Borobodur, Ellora, Kailash, Lhasa, Shikoku, Yangon

 

Christentum

Aachen, Altötting, Canterbury, Echternach, Einsiedeln, Fatima, Guadelupe, Jerusalem Kevelaer, Köln, Kornelimünster, Lalibela, Lourdes, Medjugorje, Neviges, Rom, Santiago de Compostela, Tschenstochau,

 

Hinduismus

Ajmer, Amritsa, Kailash, Varanasi

 

Islam

Ghom, Jenné, Jerusalem, Kerbela, Mekka, Medina, Touba

 

Judentum:

Jerusalem

 

 

Literatur in Auswahl:

De Lauwer, Christ / Patrick J. Lennon (Hg.) Sacred Places. Pilgrimages in Judaism, Christianity and Islam. 2014

Govinda, Lama Anagarika: Der Weg der weißen Wolken, Scherz-Verlag 1991;

Pilgern. Sehnsucht nach Glück? Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln 2016

Westwood, Jennifer: Pilgerreisen – Wege zum Selbst. Urania-Verlag Neuhausen/Schweiz, 2002;

 

Weitere Texte zu Mystik und Spiritualität finden sich hier:

https://mystikaktuell.wordpress.com/auf-einen-blick-spirituelle-anregungen-von-werner-a-krebber/

 

 

Pilgern: Das Ziel und der Weg sind eins

Fremdlinge oder Romwallfahrer nannte man sie, peregrinus oder pelegrinus. Seit dem 2. Jahrhundert pilgerten Menschen zu den Gräbern der frühchristlichen Apostel. Doch zuvor bereisten bereits Griechen und Römer oft weit entfernte Tempel. Bis in die Jetztzeit hat sich das Motiv der Pilgerschaft in vielen Religionen erhalten. Der Weg durch Wald und Feld, in Wüsten und auf Berge hat nicht nur den individuellen Aspekt der Heilung von physischem Leiden und psychischen Nöten. Neben der Sündenvergebung steht auch ein stark sozialer Bezug. Trifft man doch auf dem Weg Menschen, denen man begegnen und mit denen man sich austauschen kann. Und wie kaum anderswo gilt für den Pilger das Wort von Dogen: „Das Ziel und der Weg sind eins“. Dies gilt für die äußere Pilgerschaft ebenso wie für die innere.

„Eine Wallfahrt ist eine traditionelle Reise zum Zweck des Besuches einer bestimmten Pilgerstätte mit religiöser Bedeutung…. Im symbolischen Sinn ist die Pilgerfahrt sowohl eine Initiation als auch ein Akt der Ergebenheit. Sie geht zurück auf den alten Glauben, dass die übernatürlichen Mächte ihre Kraft an bestimmten Orten besonders stark entfalten… Heute werden Wallfahrten gewöhnlich als zeichenhafte Darstellung der Lebensreise aufgefasst. Der Aufenthalt am fremden heiligen Ort öffnet vielen Menschen bisher verschlossene Bereiche ihres Seelenlebens.“ [http://de.wikipedia.org/wiki/Pilgerfahrt] Seit Tausenden von Jahren machen sich Menschen auf den Weg, solche Orte zu besuchen, denen sie besondere Kräfte zuschreiben. Die Motive sind dabei sehr unterschiedlich. Menschen kümmern sich um ihr Heil im Diesseits (und manchmal auch im Jenseits) oder sie wollen für begangenes Unrecht oder Schuld Busse tun. Sie erhoffen ein Wunder oder sie wollen nach erfolgter Heilung o.ä. ein Gelübde erfüllen, das sie in kranken Tagen gesprochen haben. Oder sie wollen einfach dafür danken, dass sie aus einer Not gerettet, von einer Krankheit befreit wurden. Das gemeinsame innere wie äußere Ziel der Pilger schafft dabei eine gemeinsame Aus-Richtung.

 

Der Aufbruch ist schon ein Risiko

„Wenn Sie eine Pilgerfahrt unternehmen, riskieren Sie etwas. Sie lassen sich nicht nur auf einige körperliche Beschwernisse ein. Sie riskieren, dass Sie nicht als derselbe Mensch zurückkehren, der losgegangen war. Es besteht aber auch eine zweite Gefahr: Das Risiko, dass sie von großer Freude überrascht werden. Dass Sie, wenn Sie sich physisch und metaphysisch auf die Pilgerreise begeben, Menschen begegnen, Orte kennen lernen, Gedanken, Gefühle, Visionen und Ereignisse erleben, die Sie weit über das hinaus führen, was Sie sich bis jetzt vorgestellt haben.“ So fasst Martin Palmer, Direktor der Internationalen Beratungsstelle über Religion, Erziehung und Kultur in Manchester, zusammen, was Pilgerschaft heute bedeuten kann. Die britische Autorin Jennifer Westwood nennt von Vorbereitung über Aufbruch, Abenteuer und Hindernisse, Zweifel und Hoffnung, Annäherung und Vorfreude, Ankunft: Ergriffenheit und Öffnung, Heimkommen jene Kategorien, die es im Umgang mit und Fortschreiten auf heiligen Pfaden zu bedenken gilt.

 

Ein konkretes Beispiel: Der Jakobsweg

Vom inneren Wandel, den Spuren der Transformation, zu denen sie sich begeben, muss man wohl sprechen, wenn man die Motive der Pilgerschaft ernst nehmen will, wenn sich Menschen auf den Weg machen. Wohl kaum ein Pilgerweg in Europa ist so von Mühen geprägt, wie es der Jakobsweg ist, auf dessen Spuren bereits Millionen Menschen pilgerten. So unterschiedliche Menschen wie Paolo Coelho und Hape Kerkelink gehörten ebenso zu ihnen wie Shirley McLaine oder Cees Noteboom. Religiöse Erfahrungen können und wollen sie hier machen. Ganz direkte und sinnliche religiöse Erfahrungen sind hier den entleerten und von der Lebenspraxis vieler Menschen abgehobenen oder inzwischen auch völlig unverständlich gewordenen Lehren und Ritualen traditioneller Glaubensgemeinschaften entgegenzusetzen. Dazu gehört beispielsweise die Erfahrung der Verbundenheit, des „sich eins fühlen“ mit Schöpfung, Kosmos, Gott. Nicht von ungefähr wird Pilgern ja auch als ein Beten mit den Füssen und dem Körper bezeichnet. Und dazu gehört auch die Erfahrung, dass ich der Körper, der Geist und die Seele bin, dass ich sie nicht habe. Der Jakobsweg führt die Pilger zwar eigentlich nach Santiago an das Grab des Apostels Jakobus. Viele Pilger gehen ihn aber noch weiter nach Finisterre am Atlantik, ein Ort der „Ende der Welt“ heißt und mit dem „Cap Finisterre“ die Begrenzung der ehemals bekannten Welt darstellte. Und nicht von ungefähr ist das Meer ja auch ein Symbol für die Wiedergeburt des Menschen, die vom Pilger angestrebt werden kann.

 

Menschen wollen sich neu ver-orten

„Ist es möglich, dass manche Orte an sich heilig sind, gleich, was sie Menschen bedeuten mögen? Manche Kulturen gehen davon aus. Pilgerorte sind oft Plätze von besonderer Naturschönheit. Dabei spielt vermutlich weniger die Bewunderung für ein Meisterwerk der Schöpferkraft eine Rolle als die menschliche Neigung, in bestimmten geographischen Merkmalen bestimmte Symbole zu sehen. Manche Orte, besonders Berge, Höhlen, Flüsse und Quellen, sind von alters her als Wohnstätten von Göttern betrachtet worden oder als Orte, an denen sich die Welt der Götter und die der Menschen treffen.“ Jennifer Westwood geht noch darüber hinaus, wenn sie sagt: „Der heilige Ort ist ein Teil der Sehnsucht“.

 

Ein Beispiel: der Kailash

Doch nicht nur die Mühsal der Ebenen ist es, die den Pilger auf seinem Weg plagen können. Auch das Motiv des inneren wie äußeren Aufstiegs kehrt in vielen Religionen wieder. Schon im elften Jahrhundert findet sich die Tradition, Berge zu umrunden. Und lange wird der Kailash als etwas gesehen, was mit dem Wort „Weltenberg“, „Meru“ oder „Nabel der Welt“ umschrieben wird. Der Kailash ist übrigens jener heilige Berg, der von Hinduisten und Buddhisten ebenso verehrt wird wie von Anhängern der Bön-Religion. Bereits der Blick auf den Kailash soll genügen, um das Potenzial der eigenen Erleuchtung zu stärken. Buddhisten gehen her und umkreisen den Kailash im Uhrzeigersinn und sie rezitieren dabei das Mantra „Om Mani Padme Hum“. Sind dies doch die heiligen Ursilben der Lebewesen der sechs Welten. Unzählige Mani-Steine flankieren daher die Wege und Pfade, die zu den heiligen Stätten führen. Sie sprechen den Wunsch aus, dass sich das Heiligste auch auf der Erde manifestieren und realisieren möge. Und jede dieser Aktionen und alles Tun auf dem Pilgerweg sollen für das Wohlergehen aller Lebewesen beitragen. Erwarten viele der Pilger doch nicht nur ein besseres Schicksal im Leben, Gesundheit und Reichtum, sondern auch eine gute Wiedergeburt. „Es gibt Berge, die bloß Berge sind, und es gibt solche, die Persönlichkeit aufweisen. Die Persönlichkeit eines Berges hängt nicht von dessen seltsamer Formgebung ab, die ihn von anderen Bergen unterscheidet genauso wenig wie ein wunderlich geschnittenes Gesicht oder ungewohnte Taten aus einem Individuum noch keine Persönlichkeit machen. Persönlichkeit besteht in der Kraft, andere zu beeinflussen, und diese Kraft ist der Konsequenz, Harmonie und Zielstrebigkeit des Charakters zuzuschreiben. Ein Mensch, der diese Eigenschaften in höchster Perfektion in sich vereint, wird zum geeigneten Führer der Menschheit, mag er Herrscher, Denker oder Heiliger sein, und wir würdigen ihn als ein Gefäß überirdischer Kraft. Falls diese Eigenschaften einem Berg innewohnen, wird er für uns zu einem Gefäß kosmischer Kraft, und wir bezeichnen ihn als heiligen Berg. Die Kraft eines solchen Berges ist so groß und doch so subtil, dass sich Pilger von nah und fern unwiderstehlich von ihm angezogen fühlen, wie von der Macht des unsichtbaren Magneten; und in ihrem unerklärlichen Drang, sich diesem heiligen Ort zu nähern und ihn zu würdigen, erdulden sie unsagbare Mühsal und Entbehrung. Niemand hat einem solchen Berg den Titel der Heiligkeit verliehen; der Berg wird Kraft seiner eigenen magnetischen und psychischen Ausstrahlung intuitiv als geheiligt anerkannt.“ In seinem Buch „Der Berg der weißen Wolken“ hat der aus Sachsen stammende Lama Anagarika Govinda (1898 – 1985) dem Kailash ein Denkmal gesetzt, der 6.714 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Das „Schneejuwel“ vermittelt „schöpferische Impulse, er ist die Quelle der Kraft & Inspiration. Dieses geographische Zentrum auf dem höchstgelegensten Hochplateau der Erde, mit einer Schneegrenze zwischen 5-6000 Metern, ist zugleich das Quellgebiet vier großer, mächtiger Ströme: Ganges, Indus, Sutley und Brahmaputra.“ Über die geographische Sicht eines Weltenberges geht die Bedeutung des Meru für den Schweizer Journalisten Ron Giger jedoch weit hinaus: „Unser psycho-physischer Organismus ist ein mikrokosmisches Abbild des Universums. Meru entspricht unserer Wirbelsäule, bzw. dem Rückenmark unseres Nervensystems, Meru ist also die Achse der verschiedenen überweltlichen Bereiche. Sitz Shivas für die Hindus, ist er ein überdimensionales Mandala von Buddhas und Bodhisattvas für Buddhisten.“

 

Einheit von Geben und Nehmen

Die britische Autorin Jennifer Westwood sieht deutlich, dass es sich beim Pilgern nicht nur um eine individuelle Dimension von heilender Wegstrecke handelt, sondern sie verweist auch auf den sozialen Bezug, der damit verbunden ist: „Im Grunde suchen alle Pilger nach einem Zugang über einen bedeutsamen Ort zu einem spirituellen Reservoir, das in der Vergangenheit gefüllt wurde und sich ständig erneuert. Denn der Pilger nimmt nicht nur, sondern er gibt auch. Er nimmt spirituelle Nahrung auf und gleichzeitig, durch seinen Glaubensakt der Wallfahrt an einen bestimmten Ort, erneuert er die niemals versiegende Quelle dort.Ein Pilger zu sein bedeutet nicht, einen individuellen Akt der Hingabe durchzuführen, sondern sich am Dialog der Menschheit mit der Gottheit zu beteiligen: nicht zeitgebunden, sondern ewig.“

 

Von innerster Pilgerschaft

Swami Kriyananda, Schüler von Paramhansa Yogananda (1893– 1952) weist noch auf ganz andere Aspekte hin, die es bei der Beschäftigung mit dem Motiv der Pilgerschaft zu bedenken gilt. „Pilgerreisen zu heiligen Schreinen sind Symbole für die innere, spirituelle Suche. Für ein Symbol aber scheint dieser eine Aspekt zu fehlen: Bewegung. Und trotzdem gibt es definitiv Bewegung in der Meditation. Die Bewegung ist nicht äußerlich. Sie findet innerhalb des Körpers statt. Eine solche Pilgerreise führt uns durch die Wirbelsäule. Die Wirbelsäule ist auch physisch der Weg, auf dem die Energie zwischen Gehirn und Körper fließt. Sie ist ein subtiler Durchgang für den Fluss der Lebensenergie. Der menschliche Wille sendet sowohl bewusst als auch unbewusst Energie durch die Nerven der Wirbelsäule in den Körper, und verursacht auf diese Weise Bewegung, Spannung, ja sogar den Atem. Je größer die spirituelle Verwirklichung, desto klarer erkennen wir, dass das Meistern dieser Energie uns die Kontrolle über alles im Universum gibt… Es gibt also wirklich eine innere Pilgerreise. Sie ist Bewegung, nichtstatisch. Erst am Ende der Reise erreichen wir absolute Stille. Diese Reise ist jedoch subtil…Die nach oben gerichtete Reise der Energie und des Bewusstseins in der Wirbelsäule endet in der vollkommenen Stille der Selbstverwirklichung.“ Wer pilgert, bricht auf, und nur, wer sich aufmacht, kann auch ankommen. Das Bild der inneren wie äußeren Pilgerschaft ist in Zeiten von Zeit-losigkeiten und Sinnverlusten wie ein Mahnmal, die Perspektiven zu wechseln und den Blick neu auszurichten. Und nicht nur den Blick…

Werner Anahata Krebber

 

Pilgerorte der Weltreligionen

(kleine Auswahl in alphabetischer Reihenfolge)

Buddhismus

Ajanta, Borobodur, Ellora, Kailash, Lhasa

 

Christentum

Gräber und Gebeine:

Aachen, Rom, Canterbury, Echternach, Santiago de Compostela,

Marienwallfahrtsorte:

Altötting, Einsiedeln, Fatima, Guadelupe, Kevelaer, Lourdes, Medjugorje, Neviges, Tschenstochau,

Jerusalem

 

Hinduismus

Amritsa, Kailash, Varanasi

 

Islam

Ghom, Jenné, Jerusalem, Kerbela, Mekka, Medina, Mesched

 

Judentum:

Jerusalem

 

 

Literatur in Auswahl:

Govinda, Lama Anagarika: Der Weg der weißen Wolken, Scherz-Verlag 1991;

Westwood, Jennifer: Pilgerreisen – Wege zum Selbst. Urania-Verlag Neuhausen/Schweiz, 2002;

 

 

 

Weitere Texte zu Mystik und Spiritualität finden sich hier:

https://mystikaktuell.wordpress.com/auf-einen-blick-spirituelle-anregungen-von-werner-a-krebber/