Jakob Böhme: Höre du blinder Mensch – Hörstück von Ronald Steckel

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Höre du blinder Mensch (6/6) – Hörstück von Roland Steckel

Der 1575 in der sächsischen Stadt Görlitz geborene Jakob Böhme war ein einfacher Schuster, bevor er nach einer Reihe von Erleuchtungserlebnissen zu schreiben begann. Im Laufe der Jahre entwarf er eine mehrtausendseitige Kosmologie, Theosophie und Anthropologie, die ihm Schreibverbot und eine Anklage wegen Ketzerei einbrachte. Das Hörstück ist eine suggestive, akustische Seance mit Texten aus Böhmes Hauptwerk „Morgenröte im Aufgang“.

Mit Max Hopp

Hörstück aus der Reihe: Das innere Licht – Texte zur Mystik

https://www.rbb-online.de/rbbkultur/podcasts/das-innere-licht-podcast.html

Hier ist das Hörstück zu hören oder herunterzuladen:

 

Hier ist der Text des Hörstückes zu lesen oder nachzulesen:

Klicke, um auf Steckel_H%C3%B6re%20du%20blinder%20Mensch.pdf zuzugreifen

 

Mehr zu Böhmes „Morgenröte im Aufgang“ hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2020/07/15/morgenroete-im-aufgang-jakob-boehme-und-film/

Die Begegnung mit Gott suchen

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Der Mystiker sucht die Begegnung mit Gott. Sein Bild von Gott wird von der Vorstellungswelt der Gesellschaft, in der er lebt, geprägt. Die institutionalisierte Religion ist immer der Ausgangspunkt des Mystikers. Doch auf seiner Suche nach Gott entfernt er sich von dieser Religion, die Gott zu einem Objekt des Wissens gemacht hat, über den alles in der Glaubenslehre gesagt ist. Der Mystiker will nicht alte, festgelegte Dogmatik, sondern neue, lebendige Erfahrung. Insofern hat die Mystik eine Tendenz zur Ketzerei. Die Offenbarung Gottes betrachtet sie nicht als einen abgeschlossenen Akt, sondern als eine andauernde Tätigkeit: Gott offenbart sich fortwährend in seiner Schöpfung und ist deshalb auch immer wieder neu in ihr zu entdecken. Der Weg zu dieser Entdeckung führt einmal über die Anschauung der äußeren Natur, die meistens als eine Stufenfolge betrachtet wird, Stufe für Stufe führt der Weg vom Niedrigsten zum Höchsten hinauf; zum anderen führt der Weg nach Innen, es ist das »Loslassen« alles Äußeren, Äußerlichen, auch des eigenen Wünschens und Wollens; das ist der Weg der Meditation. Alle Anstrengung, diesen Weg zu beschreiten, hilft jedoch letztlich nicht; denn die Erleuchtung, die mystische Schau, kann nicht willentlich her- beigeführt werden: sie ereignet sich.

Hans Dieter Zimmermann im Vorwort zu dem von ihm herausgegebenen Buch Rationalität und Mystik. Frankfurt/M. 1981, S. 14

Der Mystiker sucht die Begegnung mit Gott

Der Mystiker sucht die Begegnung mit Gott. Sein Bild von Gott wird von der Vorstellungswelt der Gesellschaft, in der er lebt, geprägt. Die institutionalisierte Religion ist immer der Ausgangspunkt des Mystikers. Doch auf seiner Suche nach Gott entfernt er sich von dieser Religion, die Gott zu einem Objekt des Wissens gemacht hat, über den alles in der Glaubenslehre gesagt ist. Der Mystiker will nicht alte, festgelegte Dogmatik, sondern neue, lebendige Erfahrung. Insofern hat die Mystik eine Tendenz zur Ketzerei. Die Offenbarung Gottes betrachtet sie nicht als einen abgeschlossenen Akt, sondern als eine andauernde Tätigkeit: Gott offenbart sich fortwährend in seiner Schöpfung und ist deshalb auch immer wieder neu in ihr zu entdecken. Der Weg zu dieser Entdeckung führt einmal über die Anschauung der äußeren Natur, die meistens als eine Stufenfolge betrachtet wird, Stufe für Stufe führt der Weg vom Niedrigsten zum Höchsten hinauf; zum anderen führt der Weg nach Innen, es ist das »Loslassen« alles Äußeren, Äußerlichen, auch des eigenen Wünschens und Wollens; das ist der Weg der Meditation. Alle Anstrengung, diesen Weg zu beschreiten, hilft jedoch letztlich nicht; denn die Erleuchtung, die mystische Schau, kann nicht willentlich her- beigeführt werden: sie ereignet sich.

Hans Dieter Zimmermann im Vorwort zu dem von ihm herausgegebenen Buch Rationalität und Mystik. Frankfurt/M. 1981, S. 14

Begegnung mit Gott

Der Mystiker sucht die Begegnung mit Gott. Sein Bild von Gott wird von der Vorstellungswelt der Gesellschaft, in der er lebt, geprägt. Die institutionalisierte Religion ist immer der Ausgangspunkt des Mystikers. Doch auf seiner Suche nach Gott entfernt er sich von dieser Religion, die Gott zu einem Objekt des Wissens gemacht hat, über den alles in der Glaubenslehre gesagt ist. Der Mystiker will nicht alte, festgelegte Dogmatik, sondern neue, lebendige Erfahrung. Insofern hat die Mystik eine Tendenz zur Ketzerei. Die Offenbarung Gottes betrachtet sie nicht als einen abgeschlossenen Akt, sondern als eine andauernde Tätigkeit: Gott offenbart sich fortwährend in seiner Schöpfung und ist deshalb auch immer wieder neu in ihr zu entdecken. Der Weg zu dieser Entdeckung führt einmal über die Anschauung der äußeren Natur, die meistens als eine Stufenfolge betrachtet wird, Stufe für Stufe führt der Weg vom Niedrigsten zum Höchsten hinauf; zum anderen führt der Weg nach Innen, es ist das »Loslassen« alles Äußeren, Äußerlichen, auch des eigenen Wünschens und Wollens; das ist der Weg der Meditation. Alle Anstrengung, diesen Weg zu beschreiten, hilft jedoch letztlich nicht; denn die Erleuchtung, die mystische Schau, kann nicht willentlich her- beigeführt werden: sie ereignet sich.

Hans Dieter Zimmermann im Vorwort zu dem von ihm herausgegebenen Buch Rationalität und Mystik. Frankfurt/M. 1981, S. 14