Was heißt es wenn der Proletarier sagt: Jesus war ein guter Mensch?

Denkmal für Thomas Müntzer in Memleben | Foto: © wak

„Was heißt es, wenn der Proletarier in seiner Welt des Mißtrauens sagt: Jesus war ein guter Mensch? Es heißt, daß man zu ihm kein Mißtrauen zu haben braucht. Der Proletarier sagt nicht: Jesus ist Gott. Aber mit dem Wort von dem guten Menschen Jesus sagt er jedenfalls mehr, als wenn der Bürger sagt: Jesus ist Gott. Gott ist für ihn etwas, was der Kirche angehört. Aber in den Fabrikräumen kann Jesus gegenwärtig sein als der Sozialist; in der politischen Arbeit als der Idealist; im proletarischen Dasein als der gute Mensch. In ihren Reihen kämpft er mit gegen den Feind, den Kapitalismus“.

Dietrich Bonhoeffer, Gesammelte Schriften, 3. Band, 174. Beginn des „Geleitwortes“ von Helmut Gollwitzer (1908 – 1993) zu dem Buch „Jesus für Atheisten“ von Milan Machovec (1925 – 2003)

Der Kapitalismus ist eine unpersönliche Macht

Foto: © wak

 

Der Kapitalismus ist eine unpersönliche Macht,
die Arbeit ist das Persönlichste, was es gibt,
und so lange das Unpersönliche
über das Persönliche dominiert,
kann von sittlichen Beziehungen keine Rede sein.

Lukas Stückelberger 1911 (Redakteur der schweizerischen Zeitschrift „Neue Wege“)