Ich weiß es nicht

Foto: © wak

Einmal kamen Altväter zum Altvater Antonios, und unter ihnen war auch der Altvater Joseph. Antonios wollte sie prüfen, legte ihnen ein Wort der Schrift vor und begann sie, von den Jüngeren angefangen, zu fragen, was das Wort bedeute. Jeder gab Antwort, je nach seinem Vermögen. Der Greis sagte zu jedem: „Du hast es noch nicht gefunden.“ Zuletzt von allen sprach er zum Altvater Joseph: „Was sagst denn du, dass dieser Spruch bedeute?“ Seine Antwort war: „Ich weiß es nicht.“ Da sprach der Altvater Antonios: „Wahrhaftig, Altvater Joseph hat den Weg gefunden, indem er sagte: ‚Ich weiß es nicht.’“

Gefunden habe ich diesen Text hier: http://www.kontemplation.at/cms/?id=128

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Die Heil’gen Drei Könige aus Morgenland

mueller_die_heiligen_drei_koenigeBildquelle: wikimedia / gemeinfrei

 

Die Heil’gen Drei Könige aus Morgenland,
Sie frugen in jedem Städtchen:
„Wo geht der Weg nach Bethlehem,
Ihr lieben Buben und Mädchen?“

Die Jungen und Alten, sie wußten es nicht,
Die Könige zogen weiter;
Sie folgten einem goldenen Stern,
Der leuchtete lieblich und heiter.

Der Stern blieb stehn über Josephs Haus,
Da sind sie hineingegangen;
Das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,
Die Heil’gen Drei Könige sangen.

Heinrich Heine im „Buch der Lieder“, Die Heimkehr XXXVII, Gedichte (1817-1826)