Lieben und Gutes tun

Foto: (c) wak

Gott atmet uns in der Kontemplation ein
und wir müssen dann ganz in Ihm aufgehen.
Später atmet der Spirit oder Atem Gottes uns wieder aus,
damit wir lieben und Gutes tun.

Jan van Ruysbroeck (1293 – 1381)

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Reinste Diamanten im Kronschatz der Menschheit

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Wenn ich dieses Buch nun übersetzt habe, so geschah es einzig und allein, weil ich glaube, dass die Schriften der Mystiker die reinsten Diamanten im wunderbaren Kronschatz der Menschheit sind, wiewohl eine Übersetzung vielleicht unnütz ist; denn die Erfahrung scheint zu lehren, dass sehr wenig darauf ankommt, ob das Mysterium der Fleischwerdung eines Gedankens sich im Licht oder in der Finsternis vollzieht; genug, dass es stattgefunden hat. Aber wie dem auch sein möge, die mystischen Wahrheiten haben vor den gewöhnlichen Wahrheiten ein seltsames Vorrecht: sie können weder altern noch sterben.

Maurice Maeterlinck (1862 – 1949) in der Einführung zu seiner Übersetzung von Jan van Ruysbroecks „Zierde der geistlichen Hochzeit“Erschienen ist der Text auch in Maeterlincks Buch „Der Schatz der Armen“. Florenz / Leipzig 1898

https://www.projekt-gutenberg.org/maeterli/schatz/chap006.html

Zu seinem eigenen Herzen einkehren

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Einheit ist, wenn sich der Mensch mit all seinen Kräften von innen gesammelt fühlt in der Einheit seines Herzens. Einheit bringt inneren Frieden und Ruhe des Herzens. Einheit des Herzens ist ein Band, das Leib und Seele, Herz und Sinn und alle äußeren und inneren Kräfte in der Einigung der Minne zusammenzieht und umschließt.
Aus dieser Einheit des Herzens kommt die Innerlichkeit. Denn niemand kann innerlich sein, er sei denn gesammelt in sich.
Innerlichkeit ist, wenn der Mensch inwendig zu seinem eigenen Herzen eingekehrt ist, damit er das Einwirken oder Einsprechen Gottes zu verstehen und zu fühlen vermag. Innerlichkeit ist ein fühlbares Feuer der Minne, das der Geist Gottes angefacht hat und das den Menschen von innen antreibt.

Jan van Ruysbroek (1293 – 1381)

Quelle unseres ganzen Lebens

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Das Bild Gottes ist essenziell und persönlich in allen Menschen vorhanden. Jeder besitzt es, ganz, vollständig und ungeteilt, und alle zusammen besitzen nicht mehr als einer allein. Auf dieser Weise sind wir alle Eins, innig vereint in unserem ewigen Bild, dem Bild Gottes, das die Quelle unseres ganzen Lebens in uns ist. Unser erschaffenes Wesen und unser Leben sind unmittelbar an diese Quelle gebunden, denn sie ist unsere ewige Ursache.

Jan van Ruysbroeck (1293 – 1381)

Einheit des Herzens

Foto: privat

Einheit ist, wenn sich der Mensch mit all seinen Kräften von innen gesammelt fühlt in der Einheit seines Herzens. Einheit bringt inneren Frieden und Ruhe des Herzens. Einheit des Herzens ist ein Band, das Leib und Seele, Herz und Sinn und alle äußeren und inneren Kräfte in der Einigung der Minne zusammenzieht und umschließt. Aus dieser Einheit des Herzens kommt die Innerlichkeit. Denn niemand kann innerlich sein, er sei denn einig gesammelt in sich.

Jan van Ruysbroeck (1293 – 1381)

Grundlegendes Sein

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Wir können weder von Vater, Sohn und Heiligem Geist noch von irgendeinem Geschöpf sprechen, sondern nur von einem Wesen, das die ureigenste Substanz der göttlichen Personen ist.

Vor unserer Erschaffung waren wir dort alle eins, denn es ist unser grundlegendstes Sein. Dort existiert die Gottheit als einfaches Sein ohne jegliche Tätigkeit.

Jan van Ruysbroeck (1293 – 1381)

Ewige Ruhe Gottes und aller erschaffenen Dinge

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Nach den Vorstellungen unserer Vernunft gibt es einen Unterschied und eine Unterteilung zwischen Gott und Gottheit, zwischen Handeln und Ruhe. Das fruchtbare Wesen der Personen wirkt stets in einer lebendigen Unterteilung. Aber das einfache Sein Gottes ist im Wesentlichen eine ewige Ruhe Gottes und aller erschaffenen Dinge.

Jan van Ruysbroeck (1293 – 1381)

Lieben und Gutes tun

Foto: © wak

 

Gott atmet uns
in der Kontemplation ein
und wir müssen dann
ganz in Ihm aufgehen.
Später atmet der Spirit
oder Atem Gottes
uns wieder aus,
damit wir lieben und Gutes tun.

Jan van Ruysbroeck (1293 – 1381)

 

In der Einheit seines Herzens

Foto: © wak

 

Einheit ist, wenn sich der Mensch mit all seinen Kräften von innen gesammelt fühlt in der Einheit seines Herzens. Einheit bringt inneren Frieden und Ruhe des Herzens. Einheit des Herzens ist ein Band, das Leib und Seele, Herz und Sinn und alle äußeren und inneren Kräfte in der Einigung der Minne zusammenzieht und umschließt. Aus dieser Einheit des Herzens kommt die Innerlichkeit. Denn niemand kann innerlich sein, er sei denn einig gesammelt in sich.

Jan van Ruysbroeck (1293 – 1381)