Immer gegenwärtig

Alle Wesen und alle Erleuchteten sind an sich nichts als der Eine Geist, und alles andere ist nichts. Dieser Geist ist ohne Anfang, ungeboren und unzerstörbar, ohne Form, ohne Erscheinung. Er gehört nicht zu den Dingen, die existieren oder nicht existieren. Er ist weder lang noch kurz, weder groß noch klein, denn er ist jenseits aller Beschränkungen, aller Maßeinheiten, Namen, Spuren und Vergleiche. Es ist das, was immer gegenwärtig ist – aber sobald du Begriffe davon bildest, bist du sofort im Irrtum. Dieser Geist ist unermesslich und unergründlich wie die grenzenlose Leere.

Huangbo Xiyun († 850)

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Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe bringe, wo man sich hasst,
dass ich Versöhnung bringe, wo man sich kränkt,
dass ich Einigkeit bringe, wo Zwietracht ist,
dass ich Wahrheit sage, wo Irrtum ist,
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel quält,
dass ich die Hoffnung bringe, wo Verzweiflung droht,
dass ich die Freude bringe, wo Traurigkeit ist,
dass ich das Licht bringe, wo Finsternis waltet.

Herr hilf mir, dass ich nicht danach verlange,
getröstet zu werden, sondern zu trösten.
Dass ich nicht danach verlange,
verstanden zu werden, sondern zu verstehen.
Dass ich nicht danach verlange,
geliebt zu werden, sondern zu lieben.

Denn: Wer gibt, der empfängt,
wer verzeiht, dem wird verziehen,
wer stirbt, der wird zum ewigen Leben geboren.

Häufig wird dieser Text Franz von Assisi zugeschrieben. Manchmal heißt es auch “nach Franz von Assisi”. Doch der Text stammt erst aus dem frühen 20. Jahrhundert. Erschienen ist er zuerst 1912 in der französischen spirituellen Zeitschrift “La Clochette”. 1915 war der Text in französischer Sprache an Papst Benedikt XV. geschickt worden, 1916 wurde er im “Osservatore Romano” publiziert. Um 1920 war er auf einem Gebetszettel abgedruckt worden, der auf der Vorderseite ein Bild des Franz von Assisi zeigte. 1927 wurde das Gebet dann durch eine protestantische Bewegung zum ersten Mal dem Heiligen aus Assisi zugeschrieben. Die erste englische Übersetzung erschien 1936 und im Laufe des Zweiten Weltkriegs wie danach wurde der Text immer wieder als Gebet des Franz von Assisi bezeichnet.

http://www.franciscan-archive.org/franciscana/peace.html

Einflüsse

Keine Tat bleibt ohne Ergebnisse im Leben, und der Glaube an die eine statt an die andere Theorie hat seine besonderen Einflüsse auf das Handeln: Auch der Irrtum hinterläßt Spuren; wenn er weit verbreitet ist und akzeptiert wird, kann er das Erreichen eines Zieles verlangsamen (wenn auch nicht verhindern).

Antonio Gramsci in: “ Utopie“ (25. Juli 1918)

Nichts als der Eine Geist

Alle Wesen und alle Erleuchteten sind an sich nichts als der Eine Geist, und alles andere ist nichts. Dieser Geist ist ohne Anfang, ungeboren und unzerstörbar, ohne Form, ohne Erscheinung. Er gehört nicht zu den Dingen, die existieren oder nicht existieren. Er ist weder lang noch kurz, weder groß noch klein, denn er ist jenseits aller Beschränkungen, aller Maßeinheiten, Namen, Spuren und Vergleiche. Es ist das, was immer gegenwärtig ist – aber sobald du Begriffe davon bildest, bist du sofort im Irrtum. Dieser Geist ist unermesslich und unergründlich wie die grenzenlose Leere.

Huang Po (um 850)

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe bringe, wo man sich hasst,
dass ich Versöhnung bringe, wo man sich kränkt,
dass ich Einigkeit bringe, wo Zwietracht ist,
dass ich Wahrheit sage, wo Irrtum ist,
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel quält,
dass ich die Hoffnung bringe, wo Verzweiflung droht,
dass ich die Freude bringe, wo Traurigkeit ist,
dass ich das Licht bringe, wo Finsternis waltet.

Herr hilf mir, dass ich nicht danach verlange,
getröstet zu werden, sondern zu trösten.
Dass ich nicht danach verlange,
verstanden zu werden, sondern zu verstehen.
Dass ich nicht danach verlange,
geliebt zu werden, sondern zu lieben.

Denn: Wer gibt, der empfängt,
wer verzeiht, dem wird verziehen,
wer stirbt, der wird zum ewigen Leben geboren.

 

Häufig wird dieser Text Franz von Assisi zugeschrieben. Manchmal heißt es auch „nach Franz von Assisi“. Doch der Text stammt erst aus dem frühen 20. Jahrhundert. Erschienen ist er zuerst 1912 in der französischen spirituellen Zeitschrift „La Clochette“. 1915 war der Text in französischer Sprache an Papst Benedikt XV. geschickt worden, 1916 wurde er im „Osservatore Romano“ publiziert. Um 1920 war er auf einem Gebetszettel abgedruckt worden, der auf der Vorderseite ein Bild des Franz von Assisi zeigte. 1927 wurde das Gebet dann durch eine protestantische Bewegung zum ersten Mal dem Heiligen aus Assisi zugeschrieben. Die erste englische Übersetzung erschien 1936 und im Laufe des Zweiten Weltkriegs wie danach wurde der Text immer wieder als Gebet des Franz von Assisi bezeichnet.

http://www.franciscan-archive.org/franciscana/peace.html