Das innere Licht – Texte zur Mystik

von Ronald Steckel

Die Rückbesinnung des Menschen auf spirituelles Wissen ist notwendiger denn je. Denn unsere materialistisch geprägte Hightech-Zivilisation befindet sich in einem Zustand hilfloser Unwissenheit in Bezug auf die „innere Welt“ des Menschen. In unserer Reihe präsentieren wir Hörstücke, in denen die reiche spirituelle Überlieferung des Abendlandes als auch anderer Kulturen zur Sprache kommt: Texte des deutschen Theosophen Jacob Böhme, der französischen Mystikerin Simone Weil, des erleuchteten Tamilen Ramana Maharshi oder des persischen Dichters Rumi bilden eine Kartografie geistiger Landschaften, die die Hörer*innen auf ihrem Weg nach Innen begleiten und inspirieren wird.

https://www.rbb-online.de/rbbkultur/podcasts/das-innere-licht-podcast.html

Ramana (1/6)

Ramana Maharshi (1879 – 1950), gilt als einer der großen spirituellen Meister des letzten Jahrhunderts. Als 16-jähriger wird er von der allumfassenden Erkenntnis durchdrungen, dass das „Selbst“ unabhängig vom Körper existiert und diesen überdauert. Nach diesem Erleuchtungserlebnis verlässt Ramana seine Familie und zieht sich in eine Höhle am „heiligen“ Berg Arunachala zurück, wo er zwölf Jahre in Regungslosigkeit verharrt und kein Wort spricht.. Neben dem aus subjektiver Perspektive erzählten Lebensbericht Ramanas stehen Ausschnitte aus Gesprächen, die Ramana mit den zahllosen Besuchern seines Ashrams führte und die in Protokollen erhalten geblieben sind.

Vom übersinnlichen Leben (2/6)

Jacob Böhme gilt als der bedeutendste deutsche Mystiker. Schelling nannte ihn „eine Wundererscheinung in der Geschichte der Menschheit“ und Hegel gab dem Schuhmachermeister aus Görlitz den Ehrentitel „erster deutscher Philosoph“. In dem Stück „Vom übersinnlichen Leben“ beschreibt Jacob Böhme in einem Zwiegespräch zwischen Meister und Schüler den Weg der Seele zurück in ihre ewige geistige Heimat.

Möcht ich ein Komet sein (3/6)

Das Hörspiel von Ronald Steckel ist der Versuch einer Rekonstruktion. Erzählt wird die Geschichte eines Menschen, der schon früh alle Zeichen des Ungewöhnlichen in sich trägt. Noch überraschender als seine überragende Intelligenz ist der Eindruck, den er bei seinen Mitmenschen hinterlässt. Wer ist dieser Mensch, der die Grenzen der Normalität überschritten hat und in eine tiefere Dimension des Bewußtseins vorgedrungen zu sein scheint? Seine Eltern kommen zu Wort, seine Lehrer, seine Ärzte und Freunde. Nach und nach wird das Bild eines Ausnahmemenschen sichtbar, der alle Wesensmerkmale eines Heiligen besitzt.

Schwerkraft und Licht (4/6)

Die französische Philosophin Simone Weil (1909-1943) ist in der geistigen Landschaft des 20. Jahrhunderts eine Ausnahmeerscheinung. Die Tochter aus liberalem jüdischem Hause entwickelte sich im Laufe ihres asketischen Lebens zu einer christlichen Mystikerin jenseits aller Konventionen. Sie war diplomierte Philosophin, Lehrerin an Grund- und Arbeiterschulen, Gewerkschaftlerin, Fabrikarbeiterin, Tagebuchschreiberin, Dichterin und Verfasserin von Theaterstücken; . Sie starb mit 33 Jahren im englischen Exil an Unterernährung und Erschöpfung.

Offenes Geheimnis (5/6)

Der von 1207 bis 1273 lebende persische Gelehrte, Dichter und sufische Mystiker Dschelal-ed-Din Rumi gilt als eine der größten poetischen Stimmen des Orients und wird in allen arabisch-sprechenden Ländern mit ähnlicher Bewunderung verehrt wie Dante oder Homer im Abendland. In Anrufungen, Aufforderungen, Unterhaltungen und Selbstbefragungen erzählen die Verse von den unzähligen Erscheinungsformen der Liebe, die Gott, Mensch und Welt verbinden.

Höre du blinder Mensch (6/6)

Der 1575 in der sächsischen Stadt Görlitz geborene Jacob Böhme war ein einfacher Schuster, bevor er nach einer Reihe von Erleuchtungserlebnissen zu schreiben begann. Im Laufe der Jahre entwarf er eine mehrtausendseitige Kosmologie, Theosophie und Anthropologie, die ihm Schreibverbot und eine Anklage wegen Ketzerei einbrachte. Das Hörstück ist eine suggestive, akustische Seance mit Texten aus Böhmes theosophischen Schriften.

Unter jedem der Texte sind Hinweise zum kostenlosen Download der eindrucksvollen mp3-Dateien zu finden.

Das innere Licht – Texte zur Mystik

Von Ronald Steckel

Die Rückbesinnung des Menschen auf spirituelles Wissen ist notwendiger denn je. Denn unsere materialistisch geprägte High-tech-Zivilisation befindet sich in einem Zustand hilfloser Unwissenheit in Bezug auf die „innere Welt“ des Menschen. In unserer Reihe präsentieren wir Hörstücke, in denen die reiche spirituelle Überlieferung des Abendlandes als auch anderer Kulturen zur Sprache kommt: Texte des deutschen Theosophen Jacob Böhme, der französischen Mystikerin Simone Weil, des erleuchteten Tamilen Ramana Maharshi oder des persischen Dichters Rumi bilden eine Kartografie geistiger Landschaften, die den Hörer auf seinem Weg nach Innen begleiten und inspirieren wird.

Hier können die Texte gehört oder heruntergeladen werden: https://www.rbb-online.de/rbbkultur/podcasts/das-innere-licht-podcast.html

 

Innere Welten zurückgewinnen

Einzig das Göttliche kann die Welt heilen und transformieren – die Welt ist Schauplatz von Kräften im Widerstreit, und wir können diese machtvollen Konstellationen nicht aus eigener Kraft beseitigen. Aber das Göttliche braucht unsere Mithilfe: wir sind die Wächter des Planeten. Indem wir mit der Kraft und dem Licht des Göttlichen zusammenarbeiten, können wir dazu beitragen, dass dieser Moment der Krise sich wandelt und eine Zeit der globalen Transformation anbricht. Doch was zeichnet diese Arbeit aus? In unserer männlichen Kultur verstehen wir Arbeit als „tun“ und „aktiv sein“. Einen Raum für das Göttliche zu halten, beruht aber auf der weiblichen Eigenschaft zu „sein“. Indem wir ganz einfach unsere innere Verbindung mit dem Göttlichen leben, verbinden wir die Welten.

Für diese Transformation ist es von zentraler Bedeutung, die äusseren und inneren Welten in Einklang zu bringen. Die missliche Lage, in der wir uns derzeit befinden, rührt daher, dass wir uns in der äusseren physischen Welt so stark abschotten, dass wir die Präsenz der inneren Welten fast gänzlich vergessen haben. Und doch kommen göttliche Gnade und Heilung immer von innen. Jene, die sich dem spirituellen Leben verpflichtet haben, haben sich nach innen gewandt und haben begonnen, durch Meditation, Gebet, Traumarbeit und andere Praktiken, die inneren Welten zurückzugewinnen.

Llewellyn Vaughan-Lee (* 1953) in dem Text “Spirituelle Reife und dienen”

 

Mehr hier:

http://www.goldensufi.org/g_a_spirituelle_reife_dec_2010.html

Heilen und transformieren

Einzig das Göttliche kann die Welt heilen und transformieren – die Welt ist Schauplatz von Kräften im Widerstreit, und wir können diese machtvollen Konstellationen nicht aus eigener Kraft beseitigen. Aber das Göttliche braucht unsere Mithilfe: wir sind die Wächter des Planeten. Indem wir mit der Kraft und dem Licht des Göttlichen zusammenarbeiten, können wir dazu beitragen, dass dieser Moment der Krise sich wandelt und eine Zeit der globalen Transformation anbricht. Doch was zeichnet diese Arbeit aus? In unserer männlichen Kultur verstehen wir Arbeit als „tun“ und „aktiv sein“. Einen Raum für das Göttliche zu halten, beruht aber auf der weiblichen Eigenschaft zu „sein“. Indem wir ganz einfach unsere innere Verbindung mit dem Göttlichen leben, verbinden wir die Welten.

Für diese Transformation ist es von zentraler Bedeutung, die äusseren und inneren Welten in Einklang zu bringen. Die missliche Lage, in der wir uns derzeit befinden, rührt daher, dass wir uns in der äusseren physischen Welt so stark abschotten, dass wir die Präsenz der inneren Welten fast gänzlich vergessen haben. Und doch kommen göttliche Gnade und Heilung immer von innen. Jene, die sich dem spirituellen Leben verpflichtet haben, haben sich nach innen gewandt und haben begonnen, durch Meditation, Gebet, Traumarbeit und andere Praktiken, die inneren Welten zurückzugewinnen.

Llewellyn Vaughan-Lee (* 1953) in dem Text „Spirituelle Reife und dienen“

Mehr hier:

http://www.goldensufi.org/g_a_spirituelle_reife_dec_2010.html

Verwirklichung des eigenen Nichts

In seinem Grund findet der Mensch den inneren Meister als das „Ziehen“ und „Sich-Wenden“ zu Gott, als Heiligen Geist (den Tauler viel ausdrücklicher nennt als Eckhart und Seuse). Dieser überformt den Menschen und vergottet ihn, zurück in den Ursprung, wo der Mensch von Ewigkeit „Gott in Gott“ war.

Was dabei als „Lauterkeit“ , „Bildlosigkeit“ , „Weiselosigkeit“ usw. beschrieben wird, weist übrigens in die Nähe jener „Leerheit“ , wie sie im Mahayana- Buddhismus, auf dessen Hintergrund sich auch die Zen-Erfahrung ausspricht, als Kennzeichnung des Absoluten verstanden wird, d.h. „ bar jeder Bestimmung“ . Die von Tauler dabei aufgezeigte eigentümliche Rolle der Verwirklichung des eigenen Nichts – im Nichts Gottes – ist für Tauler das wichtigste Moment auf dem Wege der Entdeckung der inneren Welt!

aus: Altabt Emmanuel Junglaussen OSB, Die Bedeutung des Nichts für den Mystischen Weg bei Johannes Tauler. Ein Beitrag zum interreligiösen Dialog. In: Die beiden Türme 41(2005), Nr. 87,S. 22-30