Mystik und Weltverantwortung

Mystik nährt unser Vertrauen, dass diese Welt, die von göttlicher Liebesenergie durchdrungen ist, nicht zugrunde gehen wird. Das gibt uns den Mut, die Ausdauer und die Hoffnung, die angesichts der sich zusammenbrauenden globalen Krisen so dringend gebraucht werden, und die keine Vernunft uns geben kann. Andererseits gewährt mystische Spiritualität die innere Kraft, Ohnmacht angesichts der Weltlage auszuhalten und einen Teil der viel zu großen Verantwortung loszulassen. In der mystischen Versenkung sitze ich im windstillen Auge des Wirbelsturms der Welt.

So gehören für mich Mystik und Weltverantwortung untrennbar zusammen. Mystische Weltverantwortung bewahre uns vor der Verbissenheit und dem Hochmut politischer Weltverbesserer. Und weltverantwortliche Mystik bewahre uns vor der Falle einer bloß individuellen Seelenrettung. Das Streben nach mystischer Erfahrung ist dann kein subtiler Egotrip, sondern Dienst an der Welt.

Gerhard Breidenstein (*1937)

Mehr hier:
http://www.auf-dem-zen-weg.de/mystik.pdf

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Versöhnungsgebet von Coventry

Alle haben gesündigt und ermangeln des
Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten.
(Röm. 3,23)

Den Hass, der Rasse von Rasse trennt,
Volk von Volk, Klasse von Klasse:
VATER, VERGIB!

Das Streben der Menschen und Völker,
zu besitzen, was nicht ihr Eigen ist:
VATER, VERGIB!

Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen
ausnutzt und die Erde verwüstet:
VATER, VERGIB!

Unseren Neid auf das Wohlergehen
und Glück der anderen:
VATER, VERGIB!

Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der
Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge:
VATER, VERGIB!

Die Entwürdigung von Frauen, Männern
und Kindern durch sexuellen Missbrauch:
VATER, VERGIB!

Den Hochmut, der uns verleitet, auf
uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott:
VATER, VERGIB!

Seid untereinander freundlich, herzlich und
vergebt einer dem anderen, gleichwie Gott
euch vergeben hat in Christus.
(Eph. 4,32)