Rinpoche – Quelle der Qual?

Groß aufgemacht berichtet die Süddeutsche Zeitung heute über einen buddhistischen Lehrer, der im Westen große Beachtung findet, über Sogyal Lakar, der besser unter dem Namen Sogyal Rinpoche bekannt ist und dessen „Tibetisches Buch vom Leben und vom Sterben“ weltweit Beachtung fand. Die Essenz des Artikels von Michaela Haas ist allerdings eher ernüchternd, wenn nicht erschreckend. Von sexuellem Missbrauch, Prügeln und Verschwendungssucht ist die Rede:

http://www.sueddeutsche.de/panorama/buddhismus-quelle-der-qual-1.3623511?reduced=true

Sollten die erhobenen Vorwürfe wahr sein, ist dies für einen religiösen Lehrer um so schwerwiegender. Und man muss dort wohl genau so hinsehen, wie man es bei missbräuchlichem Verhalten in christlichen oder anderen Kirchen und Religionen tun muss.

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Werde eins mit dem Einen

Solange der Mensch mit den Bildern, die unter uns sind, beschäftigt ist und damit umgeht, wird er, so glaube ich, niemals in diesen Grund gelangen. Es gilt uns als Aberglaube, anzunehmen, dass dieser Grund in uns sei; wir können nicht glauben, dass dergleichen sei und in uns sei. Daher, willst du erfahren, dass er besteht, so lass alle Mannigfaltigkeit fahren, und betrachte nur diesen einen Gegenstand mit den Augen deines Verstandes; willst du aber höher steigen, so lass das vernünftige Hinsehen und Ansehen, denn die Vernunft liegt unter dir, und werde eins mit dem Einen. Und er nennt das Eine eine göttliche Finsternis, still, schweigend, schlafend, übersinnlich.

Proklos (412 – 485)