Gebet an den Engel oder Genius

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Du mein himmlischer Freund, mein Engel,
Der du mich zur Erde geleitet hast
Und mich geleiten wirst durch die Pforte des Todes
In die Geistesheimat der Menschenseele.

Du, der du die Wege kennst seit Jahrtausenden,
Lasse nicht ab, mich zu erhellen,
Mich zu durchkraften, mir zu raten,
Dass ich aus dem webenden Schicksalsfeuer
Als ein stärkeres Schicksalsgefäss hervorgehe
Und mich immer mehr erfüllen lasse
Mit dem Sinn der göttlichen Weltenziele.

Ernst Karl Plachner (1896-1982) / fälschlicherweise Rudolf Steiner zugeschrieben, der zu diesem Gedicht Gedanken verfasst hatte

aum und die Stille

aum wird die «vierfache Silbe» genannt: a-u-m — und was ist das vierte Element?
Es ist die Stille, aus der aum hervorgeht und in die es wieder zurückgeht und die ihm zugrunde liegt.

Mein Leben ist das a-u-m, aber es existiert darüberhinaus eine diesem zugrunde liegende Stille. Sie ist das, was wir das Unsterbliche nennen würden. Dies ist das Sterbliche, und jenes ist das Unsterbliche, und es gäbe das Sterbliche nicht, wenn das Unsterbliche nicht wäre. Wir haben zu unterscheiden zwischen dem sterblichen Aspekt und dem unsterblichen Aspekt unserer eigenen Existenz.

Joseph Campbell  (1904 – 1987) in: The Power of Myth