Geh ein in deinen Grund…

Ein Mensch hat so viele Häute in sich, die sich über die Tiefe des Herzens legen. Wir wissen um so viele Dinge, doch kennen wir uns selber nicht. Dreißig oder vierzig Häute oder Schwarten, dick und hart wie die eines Ochsen oder Bären überziehen die Seele. Geh ein in deinen Grund, und lerne dort dich selber kennen.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

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Schöpferische Urkraft von Himmel und Erde

Kaiser Shun fragte Ch’eng :
„Kann man sich das Tao zu eigen machen?“
„Nicht einmal Euren Leib habt Ihr zu eigen – wie könntet Ihr Euch das Tao zu eigen machen!“
„Wenn ich meinen Leib nicht zu eigen habe , wessen Eigentum ist er dann?“, fragte Shun.
„Eine Gestalt ist er, die Euch Himmel und Erde liehen. Euer Leben ist nicht Euer eigen – ein Einklang ist es, den Euch Himmel und Erde liehen. Eure angeborene Natur und Euer Schicksal sind nicht Euer eigen – Zufallsbedingtheiten sind es, von Himmel und Erde geliehen. Eure Söhne und Enkel sind nicht Euer eigen – abgeworfene Häute sind es, von Himmel und Erde geliehen.
Drum geht man am besten, ohne zu wissen, wohin;
bleibt zu Haus, ohne zu wissen was man behütet;
isst, ohne zu wissen, was man schmeckt.
Alles auf der Welt ist das Werk der schöpferischen Urkraft von Himmel und Erde.
Wie sollte man sich da irgend etwas zu eigen machen können?“

Chuang-tzu; (um 365 – 290 v.u.Z.)

Geh ein in deinen Grund

Ein Mensch hat so viele Häute in sich, die sich über die Tiefe des Herzens legen. Wir wissen um so viele Dinge, doch kennen wir uns selber nicht. Dreißig oder vierzig Häute oder Schwarten, dick und hart wie die eines Ochsen oder Bären überziehen die Seele. Geh ein in deinen Grund, und lerne dort dich selber kennen.

Meister Eckhart (1260 – 1328)