Wer wirklich schaut findet nichts Greifbares…

Wer sein Herz erweckt, der stellt staunend fest, daß dieses Herz leer ist. Es ist wie ein Blick in den Weltraum. Was bin ich, wer bin ich, wo ist mein Herz? Wer wirklich schaut, findet nichts Greifbares, nichts Festes … Wenn du dieses erwachte Herz suchst, wenn du in der eigenen Brust danach tastest, findest du nichts als Zartheit. Weich und wund fühlt es sich an, und wenn wir unsere Augen für die Welt öffnen, überkommt uns eine abgrundtiefe Traurigkeit. Diese Art von Traurigkeit hat aber nichts mit äußeren Gründen zu tun. Du bist nicht traurig, weil jemand dich verletzt hat oder weil du einen Verlust zu beklagen hast. Diese Traurigkeit ist grundlos. Sie rührt daher, daß dein Herz ganz bloßgelegt ist. Keine Haut scheint mehr darüber zu sein, es ist rohes Fleisch. Setzte sich eine winzige Mücke darauf, du wärst zutiefst davon berührt … Es ist dieses sanfte Herz des Kriegers, das die Macht hat, die Welt zu heilen.

Chögyam Trungpa (1939 – 1987) in: Des wahren Kriegers sanftes Herz der Traurigkeit

Gefunden habe ich diesen Gedanken im WWW auf der Seite „Der innere Weg“

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Sich selbst innerlich untersuchen

Wollte doch der Mensch sich selbst innerlich untersuchen! Er hat es bitter nötig, denn gar manche Haut bedeckt seinen Seelengrund und hat ihn gar überwachsen.

So deckt er sich selbst die Wahrheit zu, kennt sie nicht, weiß nichts von ihr. So viele Dinge kennt er, sich selbst aber nicht.

Johannes Tauler (um 1300 – 1361)