Die Sehnsucht Gottes nach sich selber

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Es wohnt eine tiefe Sehnsucht im Menschen, die das Göttliche selber ist. Gott drängt in uns zur Entfaltung und zum Erwachen. In uns Menschen stellt sich das Erwachen des Göttlichen dar als Verlangen nach Geborgenheit, Sicherheit und Heimat. Es ist die Sehnsucht, heim zu kommen, den Platz zu finden, wo alles gut ist, wo man geliebt und angenommen ist. Der Mensch erfährt aber sehr bald im Leben, dass kein Mensch dem Menschen diese letzte Sicherheit geben kann, auch nicht der liebste. Es bleibt diese unüberbrückbare Trennung, diese Heimatlosigkeit, bis er sein wahres Selbst gefunden hat, besser, bis sein wahres Selbst durch alle Verkrustungen und Fehlentwicklungen hindurchbrechen kann. Menschen machen sich also auf den Weg zu Gott, weil sie diese tiefste Sehnsucht in sich tragen, die letztlich die Sehnsucht Gottes nach sich selber ist.

Willigis Jäger (* 1925)

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Tiefste Sehnsucht

Es wohnt eine tiefe Sehnsucht im Menschen, die das Göttliche selber ist. Gott drängt in uns zur Entfaltung und zum Erwachen. In uns Menschen stellt sich das Erwachen des Göttlichen dar als Verlangen nach Geborgenheit, Sicherheit und Heimat. Es ist die Sehnsucht, heim zu kommen, den Platz zu finden, wo alles gut ist, wo man geliebt und angenommen ist. Der Mensch erfährt aber sehr bald im Leben, dass kein Mensch dem Menschen diese letzte Sicherheit geben kann, auch nicht der liebste. Es bleibt diese unüberbrückbare Trennung, diese Heimatlosigkeit, bis er sein wahres Selbst gefunden hat, besser, bis sein wahres Selbst durch alle Verkrustungen und Fehlentwicklungen hindurchbrechen kann. Menschen machen sich also auf den Weg zu Gott, weil sie diese tiefste Sehnsucht in sich tragen, die letztlich die Sehnsucht Gottes nach sich selber ist.

Willigis Jäger (* 1925)

Innere Welten zurückgewinnen

Einzig das Göttliche kann die Welt heilen und transformieren – die Welt ist Schauplatz von Kräften im Widerstreit, und wir können diese machtvollen Konstellationen nicht aus eigener Kraft beseitigen. Aber das Göttliche braucht unsere Mithilfe: wir sind die Wächter des Planeten. Indem wir mit der Kraft und dem Licht des Göttlichen zusammenarbeiten, können wir dazu beitragen, dass dieser Moment der Krise sich wandelt und eine Zeit der globalen Transformation anbricht. Doch was zeichnet diese Arbeit aus? In unserer männlichen Kultur verstehen wir Arbeit als „tun“ und „aktiv sein“. Einen Raum für das Göttliche zu halten, beruht aber auf der weiblichen Eigenschaft zu „sein“. Indem wir ganz einfach unsere innere Verbindung mit dem Göttlichen leben, verbinden wir die Welten.

Für diese Transformation ist es von zentraler Bedeutung, die äusseren und inneren Welten in Einklang zu bringen. Die missliche Lage, in der wir uns derzeit befinden, rührt daher, dass wir uns in der äusseren physischen Welt so stark abschotten, dass wir die Präsenz der inneren Welten fast gänzlich vergessen haben. Und doch kommen göttliche Gnade und Heilung immer von innen. Jene, die sich dem spirituellen Leben verpflichtet haben, haben sich nach innen gewandt und haben begonnen, durch Meditation, Gebet, Traumarbeit und andere Praktiken, die inneren Welten zurückzugewinnen.

Llewellyn Vaughan-Lee (* 1953) in dem Text “Spirituelle Reife und dienen”

 

Mehr hier:

http://www.goldensufi.org/g_a_spirituelle_reife_dec_2010.html

Ich bin das Göttliche

Weder Gemüt, Verstand, Ego oder Erinnerung bin ich,
noch Ohr, Zunge, noch Nase, Auge,
noch Raum, Erde, noch Feuer, noch Luft,
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Weder das, was als Prana angesehen wird, noch die fünf Körperwinde,
weder die sieben Körperbestandteile, noch die fünf Hüllen um den Atman,
nicht Sprachorgan, Hand, Fuß, nicht Geschlechtsorgan noch Anus,
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Zu mir gehören weder Abneigung noch Anhaftung, weder Gier noch Verblendung,
Aufregung ist nicht mein, noch der Zustand des Neids.
Weder Dharma, noch Karriere, noch Genuss, noch Befreiung,
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Weder Tugend noch Laster, weder Freude noch Leid,
weder Mantra noch Wallfahrtsort, weder Heilige Schrift noch heiliger Ritus,
ich bin weder das Genießens noch was genossen wird noch der Genießende
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Mein sind nicht Tod, noch Furcht, noch Standesunterschiede,
ich habe weder Vater noch Mutter, noch Geburt,
weder Verwandte noch Freund, weder Guru noch Schüler
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Ich bin ohne Subjekt-Objekt-Unterscheidung, gestaltlosen Wesens,
und aufgrund von Durchdringendheit für die Sinnesorgane überall.
Weder gebunden, noch befreit, noch erfassbar,
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Shankara (etwa 788-820)

Göttliches in besonderer Weise nahe

„Hier in Beuron war Heidegger oft“, sagte Arno. „Hier in der Nähe war er Meßdiener gewesen, in Meßkirch. Er hat sich nie ganz davon lösen können. Hat seine Initialen in die Kirchenbank geritzt. Jemand hat ihn mal beobachtet, wie er sich mit Weihwasser bekreuzigte, und hat ihn gefragt: „Warum machen Sie das? Sie glauben doch nicht mehr daran.“ „Nein“, hatte Heidegger geantwortet, „aber wo so viel gebetet worden ist, da ist das Göttliche in einer ganz besonderen Weise nahe.“

Cees Noteboom in seinem Roman „Allerseelen“. Suhrkamp-Verlag, Frankfurt/M. 1999, S. 201

Heilen und transformieren

Einzig das Göttliche kann die Welt heilen und transformieren – die Welt ist Schauplatz von Kräften im Widerstreit, und wir können diese machtvollen Konstellationen nicht aus eigener Kraft beseitigen. Aber das Göttliche braucht unsere Mithilfe: wir sind die Wächter des Planeten. Indem wir mit der Kraft und dem Licht des Göttlichen zusammenarbeiten, können wir dazu beitragen, dass dieser Moment der Krise sich wandelt und eine Zeit der globalen Transformation anbricht. Doch was zeichnet diese Arbeit aus? In unserer männlichen Kultur verstehen wir Arbeit als „tun“ und „aktiv sein“. Einen Raum für das Göttliche zu halten, beruht aber auf der weiblichen Eigenschaft zu „sein“. Indem wir ganz einfach unsere innere Verbindung mit dem Göttlichen leben, verbinden wir die Welten.

Für diese Transformation ist es von zentraler Bedeutung, die äusseren und inneren Welten in Einklang zu bringen. Die missliche Lage, in der wir uns derzeit befinden, rührt daher, dass wir uns in der äusseren physischen Welt so stark abschotten, dass wir die Präsenz der inneren Welten fast gänzlich vergessen haben. Und doch kommen göttliche Gnade und Heilung immer von innen. Jene, die sich dem spirituellen Leben verpflichtet haben, haben sich nach innen gewandt und haben begonnen, durch Meditation, Gebet, Traumarbeit und andere Praktiken, die inneren Welten zurückzugewinnen.

Llewellyn Vaughan-Lee (* 1953) in dem Text „Spirituelle Reife und dienen“

Mehr hier:

http://www.goldensufi.org/g_a_spirituelle_reife_dec_2010.html

Sehnsucht Gottes

Es wohnt eine tiefe Sehnsucht im Menschen, die das Göttliche selber ist. Gott drängt in uns zur Entfaltung und zum Erwachen. In uns Menschen stellt sich das Erwachen des Göttlichen dar als Verlangen nach Geborgenheit, Sicherheit und Heimat. Es ist die Sehnsucht, heim zu kommen, den Platz zu finden, wo alles gut ist, wo man geliebt und angenommen ist. Der Mensch erfährt aber sehr bald im Leben, dass kein Mensch dem Menschen diese letzte Sicherheit geben kann, auch nicht der liebste. Es bleibt diese unüberbrückbare Trennung, diese Heimatlosigkeit, bis er sein wahres Selbst gefunden hat, besser, bis sein wahres Selbst durch alle Verkrustungen und Fehlentwicklungen hindurchbrechen kann. Menschen machen sich also auf den Weg zu Gott, weil sie diese tiefste Sehnsucht in sich tragen, die letztlich die Sehnsucht Gottes nach sich selber ist.

Willigis Jäger (* 1925)