Das Eine Wahre Selbst wahrnehmen

Foto: © wak

Rede, so viel du willst, über Philosophie,
verehre so viele Götter, wie du willst,
nimm an allen Riten teil,
singe Lieder der Hingabe
an alle möglichen göttlichen Wesen
– solange du das Eine Wahre Selbst nicht wahrnimmst,
wirst du in hundert Äonen nicht befreit.

Shankara (ca. 788-820)

Unendliches Mandala des Raumes

Im unendlichen Mandala des Raumes
haben alle Phänomene leicht Platz,
sie haben Platz
und da ist immer noch Weite.

Im leeren Mandala der Geistessenz
finden Erscheinungen und Dasein,
Götter und Dämonen leicht Platz.

Sie alle finden Platz
und doch bleibt immer noch Weite.

Padmasambhava (8./9. Jahrhundert u.Z.)

Mehr zu Padmasambhava und Dzogchen am 3. März hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/02/08/dzogchen-im-mystikkreis-koeln-am-3-maerz-2019-eine-herzliche-einladung/

Das Leben selbst

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Die Einheit, die ich hinter der Vielheit verehre, ist keine langweilige, keine graue, gedankliche, theoretische Einheit. Sie ist ja das Leben selbst, voll Spiel, voll Schmerz, voll Gelächter. Sie ist dargestellt worden im Tanz des Gottes Shiva, der die Welt in Scherben tanzt, und in vielen anderen Bildern, sie weigert sich keiner Darstellung, keinem Gleichnis. Du kannst jederzeit in sie eintreten, sie gehört dir in jedem Augenblick, wo du keine Zeit, keinen Raum, kein Wissen, kein Nichtwissen kennst, wo du aus der Konvention heraustrittst, wo du in Liebe und Hingabe allen Göttern, allen Menschen, allen Welten, allen Zeitaltern angehörst.

Hermann Hesse (1877-1962)

Im unendlichen Mandala des Raumes…

Im unendlichen Mandala des Raumes
haben alle Phänomene leicht Platz,
sie haben Platz und da ist immer noch Weite.

Im leeren Mandala der Geistessenz
finden Erscheinungen und Dasein,
Götter und Dämonen leicht Platz.
Sie alle finden Platz und doch bleibt immer noch Weite.

Padmasambhava (8./9. Jahrhundert u.Z.)

Siehe auch hier: https://pyar.de/meditation/

Schweigen: ein Stern, der die Bahn wandelt

Skulptur Martin Bubers in Heppenheim  Foto: © wak

 

Das Schweigen ist unser schützendes Symbolon gegen die Götter und Engel des Getriebes: unsere Hut wider seine Irrgänge, unsere Reinigung wider seine Unreinheit. Wir schweigen das Erlebnis, und es ist ein Stern, der die Bahn wandelt. Wir reden es, und es ist hingeworfen unter die Tritte des Marktes. Wir sind dem Herrn stille, da macht er Wohnung bei uns; wir sagen Herr, Herr, da haben wir ihn verloren. Aber so gerade ist es mit uns: wir müssen reden. Und unsere Rede wölbt einen Himmel  über uns und die Andern einen Himmel: Dichtung, Liebe, Zukunft. Aber eines ist nicht unter diesem Himmel; das Eine, das not tut.

Martin Buber (1878 – 1965) in seinem Text „Ekstase und Bekenntnis“