Mit einer Wolke des Vergessens bedecken

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Gott kann wohl geliebt, aber nicht gedacht werden. Von der Liebe lässt er sich fassen und halten, vom Intellekt jedoch nicht. Und wenn es darum auch zuweilen gut ist, an die Güte und Erhabenheit Gottes im besonderen zu denken und wenn das auch den Geist erleuchtet und einen Teil der mystischen Kontemplation bildet, müssen doch solche Gedanken bei diesem Werk abgeworfen und mit einer Wolke des Vergessens bedeckt werden.

Wolke des Nichtwissens (14. Jahrhundert)

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Eine leidenschaftliche Liebesaffäre

Wikimedia/gemeinfrei

Gott will sich selber durch den Menschen erkennen. Er hat den Menschen geschaffen, ist Menschheit geworden, um mit ihr (das heißt auch, mit sich selbst) eine leidenschaftliche Liebesaffäre zu beginnen. Er will werben und umworben werden, durchdringen und durchdrungen werden, getrennt sein und eins werden, Streit und Versöhnung will Er, erkennen und erkannt werden, lieben und geliebt werden. Er will sich hingeben, sich ganz in Liebe verströmen und mit derselben Leidenschaft begehrt werden, wie Er den Menschen begehrt.

Katja Wolff, Der kabbalistische Baum, München 1989

Ziel des Lebens

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Das Ziel des Lebens besteht darin, intensiv zu leben, voll geboren zu werden und voll wach zu sein; von den Ideen eines infantilen Allmachtsgefühls loszukommen und zur Erkenntnis seiner wirklichen, wenngleich begrenzten Kraft zu gelangen; fähig zu werden, zu akzeptieren, dass ein jeder von uns zugleich das Allerwichtigste auf der Welt und doch nicht wichtiger als eine Fliege oder ein Grashalm ist; fähig zu sein, das Leben zu lieben und trotzdem den Tod furchtlos zu akzeptieren; die Ungewissheit über die wichtigsten Fragen, mit denen das Leben uns konfrontiert, hinzunehmen – und trotzdem an unser Denken und Fühlen, soweit es wirklich ein Stück von uns selbst ist, zu glauben; allein sein zu können und gleichzeitig mit den geliebten Menschen, mit jedem Mitmenschen auf Erden, mit allem Lebendigen eins sein zu können.

Erich Fromm (1900 – 1980)

Mit allem Lebendigen eins sein können

Das Ziel des Lebens besteht darin, intensiv zu leben, voll geboren zu werden und voll wach zu sein; von den Ideen eines infantilen Allmachtsgefühls loszukommen und zur Erkenntnis seiner wirklichen, wenngleich begrenzten Kraft zu gelangen; fähig zu werden, zu akzeptieren, dass ein jeder von uns zugleich das Allerwichtigste auf der Welt und doch nicht wichtiger als eine Fliege oder ein Grashalm ist; fähig zu sein, das Leben zu lieben und trotzdem den Tod furchtlos zu akzeptieren; die Ungewissheit über die wichtigsten Fragen, mit denen das Leben uns konfrontiert, hinzunehmen – und trotzdem an unser Denken und Fühlen, soweit es wirklich ein Stück von uns selbst ist, zu glauben; allein sein zu können und gleichzeitig mit den geliebten Menschen, mit jedem Mitmenschen auf Erden, mit allem Lebendigen eins sein zu können.

Erich Fromm (1900 – 1980)

Eine leidenschaftliche Liebesaffäre

Gott will sich selber durch den Menschen erkennen.
Er hat den Menschen geschaffen,
ist Menschheit geworden,
um mit ihr (das heißt auch, mit sich selbst)
eine leidenschaftliche Liebesaffäre zu beginnen.
Er will werben und umworben werden,
durchdringen und durchdrungen werden,
getrennt sein und eins werden,
Streit und Versöhnung will Er,
erkennen und erkannt werden,
lieben und geliebt werden.
Er will sich hingeben,
sich ganz in Liebe verströmen
und mit derselben Leidenschaft begehrt werden,
wie er den Menschen begehrt.

Katja Wolff, Der kabbalistische Baum

Ins Meer der Liebe mich versenken

Ich bete an die Macht der Liebe,
die sich in Jesus offenbart,
ich geb mich hin dem freien Triebe,
wodurch auch ich geliebet ward;
ich will, anstatt an mich zu denken,
ins Meer der Liebe mich versenken.

Gerhard Teerstegen (1697-1769) 

 

Zum vollständigen Text und zur Geschichte des Textes mehr hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ich_bete_an_die_Macht_der_Liebe

Ich persönlich hatte (als ehemaliger Zivildienstleistender) den Text militärisch belastet im Hinterkopf. Aber eigentlich ist er dafür zu bedeutsam.