Was wollte Böhme bewirken?

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Um – ganz allgemein – die Rezeption Böhmes in ihren Eigenarten zu verstehen, können folgende Punkte ein je eigenes Thema darstellen:

– die historisch-soziologische Ebene: Wer hat Böhme gelesen, welche Schichten, Gruppen mit welchen Prägungen haben sich mit ihm beschäftigt,

– welches Selbstverständnis hatte Böhme von seinem Schreiben, was wollte er bewirken, wie sollten seine Schriften gelesen werden,

– gibt es in der Rezeptionsgeschichte eine Trennung beispielsweise zwischen theologischer, philosophischer, ästhetischer, psychologischer Rezeption?

– kann in der Rezeptionsgeschichte eine Entwicklung gesehen werden, die eine Säkularisierung der Wissenschaften abbildet, indem zunächst die theologisch-konfessionelle Rezeption im Pietismus, dann die idealistisch-philosophische im 19. Jahrhundert und schließlich die psychologische Aufnahme wenn nicht ausschließlich, so doch paradigmatisch vorherrscht?

Thomas Isermann: Die Rezeption Jacob Böhmes im 20. Jahrhundert

Der ganze Beitrag Isermanns, der näher auf diese Fragen eingeht, ist hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VII
CII. Jahrgang September 2021 Heft 9, Thema: DIE MAGIE DER SPRACHE

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Das ganze Universum ist sein Gedicht

Niemals habe ich von einer wundervolleren Gottesvorstellung gelesen als diese: „Er ist der große Dichter, der antike Poet, das ganze Universum ist sein Gedicht in Versen, Rhythmen und Reimen, verfasst in unendlicher Seligkeit.“

Vivekananda  (1863 – 1902) in: Inana Yoga. Stuttgart / Heilbronn 1923, S. 88

Mohammeds Berufung

Foto: Archiv

Da aber als in sein Versteck der Hohe,
sofort Erkennbare: der Engel, trat,
aufrecht, der lautere und lichterlohe:
da tat er allen Anspruch ab und bat

bleiben zu dürfen der von seinen Reisen
innen verwirrte Kaufmann, der er war;
er hatte nie gelesen – und nun gar
ein solches Wort, zu viel für einen Weisen.

Der Engel aber, herrisch, wies und wies
ihm, was geschrieben stand auf seinem Blatte,
und gab nicht nach und wollte wieder: Lies.

Da las er: so, dass sich der Engel bog.
Und war schon einer, der gelesen hatte
und konnte und gehorchte und vollzog.

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)
zwischen dem 22.8. und 5.9.1907, Paris / Der neuen Gedichte anderer Teil. S. 584

 

Kannst Du mir sagen was mir fehlt?

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Von einem Mann wird berichtet, dass er vor Tao-hsin trat und sprach:

„Ich habe alles gelesen
und einige Klarheit erhalten.
Und doch fehlt mir etwas.
Kannst Du mir sagen was es ist?“

Daraufhin sagte Tao-hsin: „Ja, das kann ich.“

Der Mann verbeugte sich und ging.

Dayi Daoxin / Tao-hsin (580–651)

Mehr hier: http://www.raizen.org/schriften.html

Mir fehlt etwas

Von einem Mann wird berichtet, dass er vor Tao-hsin trat und sprach:

„Ich habe alles gelesen
und einige Klarheit erhalten.
Und doch fehlt mir etwas.
Kannst Du mir sagen was es ist?“

Daraufhin sagte Tao-hsin: „Ja, das kann ich.“

Der Mann verbeugte sich und ging.

Mehr hier:
http://www.raizen.org/schriften.html