Wovon der Mystiker überwältigt wird

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Wie können wir den Mystiker denn ganz allgemein und so umfassend wie möglich charakterisieren? Er ist jemand, der auf überwältigende Weise die Anwesenheit erfährt von etwas, das ihn selbst übersteigt und viel wichtiger ist als alles, was man durchweg als Wirklichkeit betrachtet. Das menschliche Universum – die Welt, in der wir leben, und die uns so selbstverständlich und solid erscheint – wird für den Mystiker zu einer durchsichtigen Bühnenwand, weil sich ihm eine andere, endgültige Wirklichkeit anmeldet. Und diese Wahrnehmung einer unvergleichlichen Gegenwärtigkeit ist von einem komplementären psychologischen Phänomen begleitet: der Mystiker fühlt seine normale Ichheit verschwinden. Seine Persönlichkeit – das ist die bestimmte, je eigene Weise, in der man seine Existenz vollzieht – verliert ihre Umrisse. Die Abgeschlossenheit des Menschen, der „er selber ist“, wird bei ihm durchbrochen, seine Einsamkeit wird aufgehoben.

Paul Mommaers in: Was ist Mystik? Frankfurt/M. 1996, S 24

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Wie können wir den Mystiker charakterisieren?

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Wie können wir den Mystiker denn ganz allgemein und so umfassend wie möglich charakterisieren? Er ist jemand, der auf überwältigende Weise die Anwesenheit erfährt von etwas, das ihn selbst übersteigt und viel wichtiger ist als alles, was man durchweg als Wirklichkeit betrachtet. Das menschliche Universum – die Welt, in der wir leben, und die uns so selbstverständlich und solid erscheint – wird für den Mystiker zu einer durchsichtigen Bühnenwand, weil sich ihm eine andere, endgültige Wirklichkeit anmeldet. Und diese Wahrnehmung einer unvergleichlichen Gegenwärtigkeit ist von einem komplementären psychologischen Phänomen begleitet: der Mystiker fühlt seine normale Ichheit verschwinden. Seine Persönlichkeit – das ist die bestimmte, je eigene Weise, in der man seine Existenz vollzieht – verliert ihre Umrisse. Die Abgeschlossenheit des Menschen, der „er selber ist“, wird bei ihm durchbrochen, seine Einsamkeit wird aufgehoben.

Paul Mommaers in: Was ist Mystik? Frankfurt/M. 1996, S 24

Das „Kölsche Grundgesetz“ als spiritueller Leitfaden

“Et es wie et es.”
„Es ist, wie es ist“
und meint – Gegenwärtigkeit

“Et kütt wie et kütt.”
„Es kommt, wie es kommt“
und meint – Akzeptanz

  “Et hät noch emmer joot jejange.”
„Es ist noch immer gut gegangen“
und meint: – Vertrauen

  “Wat fott es, es fott.”
„Was weg ist, ist weg“
und meint: – Loslassen

  “Et bliev nix wie et wor.”
„Es bleibt nichts so wie es war“
und meint: – Vergänglichkeit

  “Jede Jeck is anders.”
„Jeder Narr ist anders“
und meint – Vielfalt

    “Wat wells de maache?”
„Was willst du machen?“
und meint – Annehmen

   “Maach et joot, äver nit zo off.”
„Mach es gut, aber nicht zu oft“
und meint – Mittelmaß

“Mer muss au jönne könne.”
„Man muss auch gönnen können“
und meint – Mitgefühl

“Wat soll dä Quatsch?”
„Was soll der Quatsch“
und meint – Unterscheidung

“Do laachs de disch kapott.”
„Da lachst Du Dich kaputt“
und meint – Humor

Gefunden habe ich diese anregende Auflistung, der ich eine „Übersetzung“ hinzugefügt habe, hier:http://vedanta-yoga.de/satsang-talk-das-koelsche-grundgesetz/

Der du jetzt bist

Wenn Gott den Menschen jetzt bereit findet,
so schaut er nicht darauf,
was er vorher gewesen ist.

Gott ist ein Gott der Gegenwärtigkeit.

Wie er dich findet,
so nimmt er und empfängt er dich.

Nicht als den, der du gewesen bist,
sondern als den, der du jetzt bist.

Aus der Tradition jener christlichen Mystik, die irritierenderweise „Deutsche Mystik“ genannt wird.